Prof. Dr. Johannes HeinrichsIntegrale PhilosophieProf. Dr. Johannes HeinrichsIntegrale Philosophie
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Suche:1. Öfters tritt dein Spiegelbild vor dic2. Da ist die Liebe wieder3. Immerabschied4. Gott spricht die Sprache der Tatsache5. Dein Weinen über der Morgenzeitung6. Gern such ich den Stein de WeisenLiterarisches/ 4. Gott spricht die Sprache der TatsacheWEIHNACHTEN - WANN UND WO?Wenn du Ich sagstum deine Waffen selbst zu verschenkenWenn du zu singen anhebstund dich wunderst über dein SorgenWenn du Kind wirstindem du über dich wächstWenn du hoffen kannstwo dich eben die Angst noch befielDann ist es.Wo du Licht schaustin deinen tieferen DunkelheitenWo deine Armut gestehtund sich ihr Reichtum enthülltWo du aufhorchend singen hörstaus dem Abgrund all deines WidersinnsWo dein Schmerzdie Kraft deiner Anbetung wirdDort ist Er dann.(1968)ADVENTSPSALMLied des Ich vorweihnachtsDu baue ich ewiges Dubaue ich fortwährend Mauern?Grabkammern meines ewigen Ichund Ich aus Angst und Stolz.An Lichtfestern wach ich nochschaue aus diese Nachteine sinnende Insel aufs Meerund ich höre es rufen:Komm Du - unheimlich HeimlicherStörer Du meiner KreiseDurch die vielen GesichterRuf meiner Brüder und Deiner:KommBesser ganz überflutet von Duwas immer Du birgstAls Sternensteinöder und Ich –die Nacht ohne Weihe.(1970)EMMAUS„Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn"(Lukas 24, 31).Vieles siehst du zum ersten Malindem du’s zum letzten Mal siehst.Aber das meiste beginnst du zu fassenist es erst offen unfasslichdem Zugriff entzogenunsern gehaltenen Augen.Mag sein es glimmte schon damalsin der verwelkten Hoffnungaber wie unter sengender Mittagssonneund kein Geist loderte aufbevor alles erlittengemäß der Schriftund warumund wir erkannten einander nichtdiesseits des Untergangsund sind noch unsrer nicht sicherob ein erinnernd Geahntesder Geist uns berührt.Aber manche erkennen in AugenblickenIhn unverhofftihre Trauer gestehendund sich auf Menschliches richtendbeim Brechen des Brots.(1970)EINE HOCHZEIT AM STROMUnd diese, von Hingang lebenden Dinge verstehn, dass du sie rühmst; vergänglich, traun sie ein Rettendes uns, den Vergänglichsten, zu.(R.M. Rilke, Neunte Duineser Elegie)Zu sagen bleibtwas an Dingenallein sich sagtund sperrt sich nichtschwer gegen Worteim Gegenteil – es schwebtund schwebt im Gegenteileden nichtssagend nichtigen Dingenwie Ort und Zeit wiesagen wir damals und heutedie alte Kirche am Stromwo man heute sangunter Küssen die Ringe tauschteund schwieg – vor allen Dingenheute und dort am Strom.(1970)KREUZ DER GEGENWARTGegenwart selbst ist das Kreuz.Daran geht der Hoffnung der Atem aus.Deine Ideen sind nagelfest.In deinen Sehnensehnt esüber erträgliches Maß –stets entgleitende Einheit deiner Gezeiten.Essiggestilltwird dein Durst.Hohe Ehre tut man dir anhängt sie dir schriftlich über den Kopfdie lautere Wahrheitdas Unrecht selbst ruft sie ausund leiser deine Ehre.Man rät dirKraft zu gebrauchenund die Beziehung zu nutzen.Du aber musst bei der gnädigen Wahrheit bleiben:dass widerwissendsie Niegewusstes vollbringen.Qual der Versuchung zuletzt:Wenn du die Wahrheit sagtestzerfiele sie dirund es entzieht sich dein Gottindem du ihn anrufst mit Namenfür ihre Ohren.Die Finsternis aller Sonnensieht deinen Untergang und -verkündet dein Auferstehennoch ohne Gesangblüht die Rose von Liebe im Kreuzaus Gegenwart.Vernunft über aller Vernunft.(1970)LASST MICHLasst michmeine Brüderso holt ihr mich.Unentrinnbarunbezwingbareingeholt sind wirvon ewiger Liebe.SchaffendLassen wir es geschehen.Sie sprichtwo unsere Worte endenin der Auferstehung des Ungesagtenins ausgefaltete einige Leben.(1970)EIN NEUJAHRSLIEDDie Klagen und Fragenins Leereim Träumenim Wachenwohin?Kein Haar fällt dirungezähltkein Wortungehörtes vor allenin Wachen und TraumDenn du bistin Füllewort- und antwortverschwendendunendlichendlich geliebt(1971)MARTINSTAGDeine Stimmevon weither und glockenklarweckte den Sonnenaufgangüber Nebel und Nachtsinn.Ein Lied für den Tag.Die Zeit nimmt sich Zeitanbetetden Grunddie Schmerzengeschiedener Sonnentageverklärt in Fackellichternund Liebesliedernaus Kinderstimmen:wie Martin den Mantel teiltegegen den Frosttod.Und deine Stimme teilte mit mirdie Worte gegen den Frosttod.(1972)NEUJAHRSSCHWEIGENSchweigen zu Neujahrdurchs Telefonvor andernwo Worte zuvielvor unswo Worte zuwenig.Anbeten vor dem Ewigendas uns schuf wiederschufworaus wir schöpfen werdenjahrlang durch alle Erschöpfungenunerschöpflich hindurch.Heiligen jeden heiligen Tagdurch Worte und unser tieferesdas flutet wie LiebeNot Wende Fülleauferlegtes teueresSchweigen.(1978)JAHRESWENDEEin Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegenEin Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestaltenEine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu lebenEinen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilenUnd zwischendurch findenein Javielleicht Deines?(1980)ER BELIEBT ZU SCHERZENDer Herr Gotterlaubt sich ScherzegelegentlichArabesken krumme Figurenworin sich bisweilen deutlichÜberfluss Laune höhere Zielbestimmtheiterahnen lässtdie Inspiration des Genies.Du und ichin der Zeit und knappverstehn das vielleicht ganzohne Grollwenn alles durchzittert istwie Reifeprüfungaber schütteln unsvor dem tränenreichen Rückblickschon feierabendsvor Lachen.(1980)SPRACHE DER TATSACHENGott sprichtdie Sprache der Tatsachenoft ungereimtund unsere bare Münzeist wie man sagtBlutdas heißtHirnschmalz NervenKraft JugendGlaube undMut.(1980)ADVENT IN DUNKLEN ZEITENWieder beginnt die Zeitder aufgesetzten Lichterder Schattenverdränger.Herrschaft der KaufhallenleuchtenWeihnachtsmannsdröhnen.Kalt fallen die Schattender großen Verdrängerinder verdrängten Angst.Den einen überkommt sie lichterlohden anderen dunkelim Geld- und Waffentauschin den zerbrochnen Geschenken.Wohl bleibt mirvor den entscheidenden Sonnenwendenund kommenden Wintern ein Wärmelichtdas Lagerfeuer bei dirKampfgefährtegastfreundlich mitflackernd stetigdurch hoffnungsgeduckte Zeiten.(1981)NEUJAHRSFRAGENAn welchem Neujahrstaggeh ich fiebernd zum Bahnhofund auf einmalbist du’s ?Wie oft nochnarrt mich die Sehnsuchtmit Wundernund müde werde ich nicht ?Wohin werden wir gehen dannohne wegzulaufen vor all den Tagen -wie erlösen die enttäuschendenund klatschen sie kreischendals Froschkönige an die Wände ?(1984)NEUJAHRSTANZNimm mich an die Handund tanze mit mirdas alte Jahr und das neueTanzen wir GötterdämmerungTrennung Trauerdas alte JahrLass deinen Körper zeigendie Reifung eines Entschlussesvollführe den großen UmschwungUnd nach der Befreiung lass viel erlebenspiel Unternehmungslust die Verzweiflungsdrogespür die tiefkühlgefrorene HoffnungUnd danndann tanz mir noch einmal entgegenso unwissend wissendverführerisch wie unnahbarzögernd und schaumeine linkischen Schritte zu dirVerblüfft gewahr ich wie du erwiderstbis wir uns findender Abschiede müderaum- und grenzenabschaffendeiner sich in den Armen des andernzum Tanz in ein ganz neues Jahr.(1988)AM FEST DES LOYOLAEin jeder gehorche dem Oberen an Christi Stattwie ein Stock in der Hand eines Greises.(Aus den Regeln des Jesuitenordens)Wie ein Stock in der Handdes greisen Ignatiusbewegt sich die Feder aberunter dem Hauch anderen Geistes.Ungebrochenvon Irrfahrten steht der Schiffsmastbis zum Ankerwurfam Festland der Entdeckungen.Bis an die fernsten Küsten Indiensdie frohe Botschaft tragendass nichts umsonst wardass selbst Missionarealleinseligmachender Illusionendabei sind sich zu bekehrenvon Brandstiftung und Betrug umsich selbst an Geistesfunken zu wärmen.Omnia ad majorem Dei gloriam.Es ist immer noch Zeit genugsub specie aeternitatis.Sanft speist Ewigkeitjeden Augenblick neu wieden frischen Morgen jetzt.Unverbraucht sprudelt Seelenkraftaus bemoosten Becken gelassenin überströmende Becken.Roma, Via degli Scipioni, 31.7.1989DER FUCHS VOR WEIHNACHTEN„Die Füchse haben Höhlen, die Vögel des Himmels Nester,des Menschen Sohn aber hat nichts,wohin er sein Haupt legen könnte."(Lukas 9, 58)Die Füchse haben ihre Höhlender Menschensohn aberhat nichts wohin.Aber wo mein Herrwo leben sie und wie langeund wo sieht man sie noch?Dich seh ich in allen christlichen StubenKlassenräumen Regierungspalästenwenngleich nie lebendig.Du überlebtest heißt esdeine wohlsituierten Mördersamt allen Füchsen -wenngleich du selten erscheinstHerr Jesuswo immer bei wem auch immeraber selten bei mirseltener noch als der Fuchshuscht uns den Bach entlangfür seine Weihnachtsgans.(1989)WEIHNACHTLICHER GASTMein Höheres Selbst spazieren führenaufrecht und horchend bewegt.Das ist die Haltung der Atemworin mir wohl wirdEndzweck der Geist-Seele-Körper-Gymnastikder Weg-Wahrheit-Lebens-Rhetorikist Weihnachten Ostern und Pfingstenzugleich und Vergessen des ganzenEgo-Heilsbetriebes ohne irgendwaszu vergessen.Komm du weihnachtlicher Gast!Lass es dir wohl sein in meinem wandelnden Hausund lass dich nicht scheuchensollte das Ich dich bemerken.(1989)FRONLEICHNAMDie Monstranz hochhaltendzwischen die Häuser gehen:da stand vor vierzig Jahren das Kornmeinen staunenden Kinderkopf überragend unddas von Gesängen ergriffene Herz.Kopf und Herz hörten göttlichen Lichtklangfließen in unsere Weltgewahrten den größeren Leib des Herrn.Heute trag ich die Goldmonstranzmeines Höheren Selbst alleinin die ernüchterte LandschaftMühen Trauer Sorgenverlorener Jahreschweigen im Jugendgedenkenerinnernd das Alterslose:Das fließt nicht minder heute in diese Erdegeschundene Landschaft aufzuforstenDein Reich komme doch nochund nunmehr bald!(1991)WEIHNACHTEN WIE NIELasst es gut seinmit dem Eiabubeitschivom Kind im Stall.Der Christus ist Mann gewordenund die Welt in der Halbstarkenkrisewie nie.Er steht vor den Toren wie nieund mit der Hoffnung steht’sallem Anschein und Ächzen zum Trotzgut wie nie.Lasst es gut seinund öffnet ihmdieses Weihnachten nochwie zuvor nie.(1996)SCHICKSALSGETRAGEN„Es ist ein Gott in uns, der lenkt, wie Wasserbäche,das Schicksal, und alle Dinge sind sein Element.“(F. Hölderlin, Hyperion)Beim frühen Sonntagslichtdurch die fremde Stadt ziehenfrühstücken den Reichtumalter wie jüngster Fassadenauferstehend aus Ruinen.Junge Aufgeweckte bewundernund unwillkürlich grüßenwie ich sie unversehensan eine Berühmtheit erinnre.Keine Komplexe dann spürennicht die alte Ungerechtigkeitstrauernur noch Dank fühlen aber richtigfühlen alles Getragenseinvon einem unergründlichenirgendwie gründlichen Schicksal.(2011)Seite empfehlen•Inhaltsübersicht•Impressum
Suche:1. Öfters tritt dein Spiegelbild vor dic2. Da ist die Liebe wieder3. Immerabschied4. Gott spricht die Sprache der Tatsache5. Dein Weinen über der Morgenzeitung6. Gern such ich den Stein de Weisen
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Öfters tritt dein Spiegelbild vor dic2. Da ist die Liebe wieder3. Immerabschied4. Gott spricht die Sprache der Tatsache5. Dein Weinen über der Morgenzeitung6. Gern such ich den Stein de Weisen
Öfters tritt dein Spiegelbild vor dic
Da ist die Liebe wieder
Immerabschied
Gott spricht die Sprache der Tatsache
Dein Weinen über der Morgenzeitung
Gern such ich den Stein de Weisen
Literarisches/ 4. Gott spricht die Sprache der TatsacheWEIHNACHTEN - WANN UND WO?Wenn du Ich sagstum deine Waffen selbst zu verschenkenWenn du zu singen anhebstund dich wunderst über dein SorgenWenn du Kind wirstindem du über dich wächstWenn du hoffen kannstwo dich eben die Angst noch befielDann ist es.Wo du Licht schaustin deinen tieferen DunkelheitenWo deine Armut gestehtund sich ihr Reichtum enthülltWo du aufhorchend singen hörstaus dem Abgrund all deines WidersinnsWo dein Schmerzdie Kraft deiner Anbetung wirdDort ist Er dann.(1968)ADVENTSPSALMLied des Ich vorweihnachtsDu baue ich ewiges Dubaue ich fortwährend Mauern?Grabkammern meines ewigen Ichund Ich aus Angst und Stolz.An Lichtfestern wach ich nochschaue aus diese Nachteine sinnende Insel aufs Meerund ich höre es rufen:Komm Du - unheimlich HeimlicherStörer Du meiner KreiseDurch die vielen GesichterRuf meiner Brüder und Deiner:KommBesser ganz überflutet von Duwas immer Du birgstAls Sternensteinöder und Ich –die Nacht ohne Weihe.(1970)EMMAUS„Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn"(Lukas 24, 31).Vieles siehst du zum ersten Malindem du’s zum letzten Mal siehst.Aber das meiste beginnst du zu fassenist es erst offen unfasslichdem Zugriff entzogenunsern gehaltenen Augen.Mag sein es glimmte schon damalsin der verwelkten Hoffnungaber wie unter sengender Mittagssonneund kein Geist loderte aufbevor alles erlittengemäß der Schriftund warumund wir erkannten einander nichtdiesseits des Untergangsund sind noch unsrer nicht sicherob ein erinnernd Geahntesder Geist uns berührt.Aber manche erkennen in AugenblickenIhn unverhofftihre Trauer gestehendund sich auf Menschliches richtendbeim Brechen des Brots.(1970)EINE HOCHZEIT AM STROMUnd diese, von Hingang lebenden Dinge verstehn, dass du sie rühmst; vergänglich, traun sie ein Rettendes uns, den Vergänglichsten, zu.(R.M. Rilke, Neunte Duineser Elegie)Zu sagen bleibtwas an Dingenallein sich sagtund sperrt sich nichtschwer gegen Worteim Gegenteil – es schwebtund schwebt im Gegenteileden nichtssagend nichtigen Dingenwie Ort und Zeit wiesagen wir damals und heutedie alte Kirche am Stromwo man heute sangunter Küssen die Ringe tauschteund schwieg – vor allen Dingenheute und dort am Strom.(1970)KREUZ DER GEGENWARTGegenwart selbst ist das Kreuz.Daran geht der Hoffnung der Atem aus.Deine Ideen sind nagelfest.In deinen Sehnensehnt esüber erträgliches Maß –stets entgleitende Einheit deiner Gezeiten.Essiggestilltwird dein Durst.Hohe Ehre tut man dir anhängt sie dir schriftlich über den Kopfdie lautere Wahrheitdas Unrecht selbst ruft sie ausund leiser deine Ehre.Man rät dirKraft zu gebrauchenund die Beziehung zu nutzen.Du aber musst bei der gnädigen Wahrheit bleiben:dass widerwissendsie Niegewusstes vollbringen.Qual der Versuchung zuletzt:Wenn du die Wahrheit sagtestzerfiele sie dirund es entzieht sich dein Gottindem du ihn anrufst mit Namenfür ihre Ohren.Die Finsternis aller Sonnensieht deinen Untergang und -verkündet dein Auferstehennoch ohne Gesangblüht die Rose von Liebe im Kreuzaus Gegenwart.Vernunft über aller Vernunft.(1970)LASST MICHLasst michmeine Brüderso holt ihr mich.Unentrinnbarunbezwingbareingeholt sind wirvon ewiger Liebe.SchaffendLassen wir es geschehen.Sie sprichtwo unsere Worte endenin der Auferstehung des Ungesagtenins ausgefaltete einige Leben.(1970)EIN NEUJAHRSLIEDDie Klagen und Fragenins Leereim Träumenim Wachenwohin?Kein Haar fällt dirungezähltkein Wortungehörtes vor allenin Wachen und TraumDenn du bistin Füllewort- und antwortverschwendendunendlichendlich geliebt(1971)MARTINSTAGDeine Stimmevon weither und glockenklarweckte den Sonnenaufgangüber Nebel und Nachtsinn.Ein Lied für den Tag.Die Zeit nimmt sich Zeitanbetetden Grunddie Schmerzengeschiedener Sonnentageverklärt in Fackellichternund Liebesliedernaus Kinderstimmen:wie Martin den Mantel teiltegegen den Frosttod.Und deine Stimme teilte mit mirdie Worte gegen den Frosttod.(1972)NEUJAHRSSCHWEIGENSchweigen zu Neujahrdurchs Telefonvor andernwo Worte zuvielvor unswo Worte zuwenig.Anbeten vor dem Ewigendas uns schuf wiederschufworaus wir schöpfen werdenjahrlang durch alle Erschöpfungenunerschöpflich hindurch.Heiligen jeden heiligen Tagdurch Worte und unser tieferesdas flutet wie LiebeNot Wende Fülleauferlegtes teueresSchweigen.(1978)JAHRESWENDEEin Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegenEin Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestaltenEine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu lebenEinen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilenUnd zwischendurch findenein Javielleicht Deines?(1980)ER BELIEBT ZU SCHERZENDer Herr Gotterlaubt sich ScherzegelegentlichArabesken krumme Figurenworin sich bisweilen deutlichÜberfluss Laune höhere Zielbestimmtheiterahnen lässtdie Inspiration des Genies.Du und ichin der Zeit und knappverstehn das vielleicht ganzohne Grollwenn alles durchzittert istwie Reifeprüfungaber schütteln unsvor dem tränenreichen Rückblickschon feierabendsvor Lachen.(1980)SPRACHE DER TATSACHENGott sprichtdie Sprache der Tatsachenoft ungereimtund unsere bare Münzeist wie man sagtBlutdas heißtHirnschmalz NervenKraft JugendGlaube undMut.(1980)ADVENT IN DUNKLEN ZEITENWieder beginnt die Zeitder aufgesetzten Lichterder Schattenverdränger.Herrschaft der KaufhallenleuchtenWeihnachtsmannsdröhnen.Kalt fallen die Schattender großen Verdrängerinder verdrängten Angst.Den einen überkommt sie lichterlohden anderen dunkelim Geld- und Waffentauschin den zerbrochnen Geschenken.Wohl bleibt mirvor den entscheidenden Sonnenwendenund kommenden Wintern ein Wärmelichtdas Lagerfeuer bei dirKampfgefährtegastfreundlich mitflackernd stetigdurch hoffnungsgeduckte Zeiten.(1981)NEUJAHRSFRAGENAn welchem Neujahrstaggeh ich fiebernd zum Bahnhofund auf einmalbist du’s ?Wie oft nochnarrt mich die Sehnsuchtmit Wundernund müde werde ich nicht ?Wohin werden wir gehen dannohne wegzulaufen vor all den Tagen -wie erlösen die enttäuschendenund klatschen sie kreischendals Froschkönige an die Wände ?(1984)NEUJAHRSTANZNimm mich an die Handund tanze mit mirdas alte Jahr und das neueTanzen wir GötterdämmerungTrennung Trauerdas alte JahrLass deinen Körper zeigendie Reifung eines Entschlussesvollführe den großen UmschwungUnd nach der Befreiung lass viel erlebenspiel Unternehmungslust die Verzweiflungsdrogespür die tiefkühlgefrorene HoffnungUnd danndann tanz mir noch einmal entgegenso unwissend wissendverführerisch wie unnahbarzögernd und schaumeine linkischen Schritte zu dirVerblüfft gewahr ich wie du erwiderstbis wir uns findender Abschiede müderaum- und grenzenabschaffendeiner sich in den Armen des andernzum Tanz in ein ganz neues Jahr.(1988)AM FEST DES LOYOLAEin jeder gehorche dem Oberen an Christi Stattwie ein Stock in der Hand eines Greises.(Aus den Regeln des Jesuitenordens)Wie ein Stock in der Handdes greisen Ignatiusbewegt sich die Feder aberunter dem Hauch anderen Geistes.Ungebrochenvon Irrfahrten steht der Schiffsmastbis zum Ankerwurfam Festland der Entdeckungen.Bis an die fernsten Küsten Indiensdie frohe Botschaft tragendass nichts umsonst wardass selbst Missionarealleinseligmachender Illusionendabei sind sich zu bekehrenvon Brandstiftung und Betrug umsich selbst an Geistesfunken zu wärmen.Omnia ad majorem Dei gloriam.Es ist immer noch Zeit genugsub specie aeternitatis.Sanft speist Ewigkeitjeden Augenblick neu wieden frischen Morgen jetzt.Unverbraucht sprudelt Seelenkraftaus bemoosten Becken gelassenin überströmende Becken.Roma, Via degli Scipioni, 31.7.1989DER FUCHS VOR WEIHNACHTEN„Die Füchse haben Höhlen, die Vögel des Himmels Nester,des Menschen Sohn aber hat nichts,wohin er sein Haupt legen könnte."(Lukas 9, 58)Die Füchse haben ihre Höhlender Menschensohn aberhat nichts wohin.Aber wo mein Herrwo leben sie und wie langeund wo sieht man sie noch?Dich seh ich in allen christlichen StubenKlassenräumen Regierungspalästenwenngleich nie lebendig.Du überlebtest heißt esdeine wohlsituierten Mördersamt allen Füchsen -wenngleich du selten erscheinstHerr Jesuswo immer bei wem auch immeraber selten bei mirseltener noch als der Fuchshuscht uns den Bach entlangfür seine Weihnachtsgans.(1989)WEIHNACHTLICHER GASTMein Höheres Selbst spazieren führenaufrecht und horchend bewegt.Das ist die Haltung der Atemworin mir wohl wirdEndzweck der Geist-Seele-Körper-Gymnastikder Weg-Wahrheit-Lebens-Rhetorikist Weihnachten Ostern und Pfingstenzugleich und Vergessen des ganzenEgo-Heilsbetriebes ohne irgendwaszu vergessen.Komm du weihnachtlicher Gast!Lass es dir wohl sein in meinem wandelnden Hausund lass dich nicht scheuchensollte das Ich dich bemerken.(1989)FRONLEICHNAMDie Monstranz hochhaltendzwischen die Häuser gehen:da stand vor vierzig Jahren das Kornmeinen staunenden Kinderkopf überragend unddas von Gesängen ergriffene Herz.Kopf und Herz hörten göttlichen Lichtklangfließen in unsere Weltgewahrten den größeren Leib des Herrn.Heute trag ich die Goldmonstranzmeines Höheren Selbst alleinin die ernüchterte LandschaftMühen Trauer Sorgenverlorener Jahreschweigen im Jugendgedenkenerinnernd das Alterslose:Das fließt nicht minder heute in diese Erdegeschundene Landschaft aufzuforstenDein Reich komme doch nochund nunmehr bald!(1991)WEIHNACHTEN WIE NIELasst es gut seinmit dem Eiabubeitschivom Kind im Stall.Der Christus ist Mann gewordenund die Welt in der Halbstarkenkrisewie nie.Er steht vor den Toren wie nieund mit der Hoffnung steht’sallem Anschein und Ächzen zum Trotzgut wie nie.Lasst es gut seinund öffnet ihmdieses Weihnachten nochwie zuvor nie.(1996)SCHICKSALSGETRAGEN„Es ist ein Gott in uns, der lenkt, wie Wasserbäche,das Schicksal, und alle Dinge sind sein Element.“(F. Hölderlin, Hyperion)Beim frühen Sonntagslichtdurch die fremde Stadt ziehenfrühstücken den Reichtumalter wie jüngster Fassadenauferstehend aus Ruinen.Junge Aufgeweckte bewundernund unwillkürlich grüßenwie ich sie unversehensan eine Berühmtheit erinnre.Keine Komplexe dann spürennicht die alte Ungerechtigkeitstrauernur noch Dank fühlen aber richtigfühlen alles Getragenseinvon einem unergründlichenirgendwie gründlichen Schicksal.(2011)
Literarisches/ 4. Gott spricht die Sprache der TatsacheWEIHNACHTEN - WANN UND WO?Wenn du Ich sagstum deine Waffen selbst zu verschenkenWenn du zu singen anhebstund dich wunderst über dein SorgenWenn du Kind wirstindem du über dich wächstWenn du hoffen kannstwo dich eben die Angst noch befielDann ist es.Wo du Licht schaustin deinen tieferen DunkelheitenWo deine Armut gestehtund sich ihr Reichtum enthülltWo du aufhorchend singen hörstaus dem Abgrund all deines WidersinnsWo dein Schmerzdie Kraft deiner Anbetung wirdDort ist Er dann.(1968)ADVENTSPSALMLied des Ich vorweihnachtsDu baue ich ewiges Dubaue ich fortwährend Mauern?Grabkammern meines ewigen Ichund Ich aus Angst und Stolz.An Lichtfestern wach ich nochschaue aus diese Nachteine sinnende Insel aufs Meerund ich höre es rufen:Komm Du - unheimlich HeimlicherStörer Du meiner KreiseDurch die vielen GesichterRuf meiner Brüder und Deiner:KommBesser ganz überflutet von Duwas immer Du birgstAls Sternensteinöder und Ich –die Nacht ohne Weihe.(1970)EMMAUS„Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn"(Lukas 24, 31).Vieles siehst du zum ersten Malindem du’s zum letzten Mal siehst.Aber das meiste beginnst du zu fassenist es erst offen unfasslichdem Zugriff entzogenunsern gehaltenen Augen.Mag sein es glimmte schon damalsin der verwelkten Hoffnungaber wie unter sengender Mittagssonneund kein Geist loderte aufbevor alles erlittengemäß der Schriftund warumund wir erkannten einander nichtdiesseits des Untergangsund sind noch unsrer nicht sicherob ein erinnernd Geahntesder Geist uns berührt.Aber manche erkennen in AugenblickenIhn unverhofftihre Trauer gestehendund sich auf Menschliches richtendbeim Brechen des Brots.(1970)EINE HOCHZEIT AM STROMUnd diese, von Hingang lebenden Dinge verstehn, dass du sie rühmst; vergänglich, traun sie ein Rettendes uns, den Vergänglichsten, zu.(R.M. Rilke, Neunte Duineser Elegie)Zu sagen bleibtwas an Dingenallein sich sagtund sperrt sich nichtschwer gegen Worteim Gegenteil – es schwebtund schwebt im Gegenteileden nichtssagend nichtigen Dingenwie Ort und Zeit wiesagen wir damals und heutedie alte Kirche am Stromwo man heute sangunter Küssen die Ringe tauschteund schwieg – vor allen Dingenheute und dort am Strom.(1970)KREUZ DER GEGENWARTGegenwart selbst ist das Kreuz.Daran geht der Hoffnung der Atem aus.Deine Ideen sind nagelfest.In deinen Sehnensehnt esüber erträgliches Maß –stets entgleitende Einheit deiner Gezeiten.Essiggestilltwird dein Durst.Hohe Ehre tut man dir anhängt sie dir schriftlich über den Kopfdie lautere Wahrheitdas Unrecht selbst ruft sie ausund leiser deine Ehre.Man rät dirKraft zu gebrauchenund die Beziehung zu nutzen.Du aber musst bei der gnädigen Wahrheit bleiben:dass widerwissendsie Niegewusstes vollbringen.Qual der Versuchung zuletzt:Wenn du die Wahrheit sagtestzerfiele sie dirund es entzieht sich dein Gottindem du ihn anrufst mit Namenfür ihre Ohren.Die Finsternis aller Sonnensieht deinen Untergang und -verkündet dein Auferstehennoch ohne Gesangblüht die Rose von Liebe im Kreuzaus Gegenwart.Vernunft über aller Vernunft.(1970)LASST MICHLasst michmeine Brüderso holt ihr mich.Unentrinnbarunbezwingbareingeholt sind wirvon ewiger Liebe.SchaffendLassen wir es geschehen.Sie sprichtwo unsere Worte endenin der Auferstehung des Ungesagtenins ausgefaltete einige Leben.(1970)EIN NEUJAHRSLIEDDie Klagen und Fragenins Leereim Träumenim Wachenwohin?Kein Haar fällt dirungezähltkein Wortungehörtes vor allenin Wachen und TraumDenn du bistin Füllewort- und antwortverschwendendunendlichendlich geliebt(1971)MARTINSTAGDeine Stimmevon weither und glockenklarweckte den Sonnenaufgangüber Nebel und Nachtsinn.Ein Lied für den Tag.Die Zeit nimmt sich Zeitanbetetden Grunddie Schmerzengeschiedener Sonnentageverklärt in Fackellichternund Liebesliedernaus Kinderstimmen:wie Martin den Mantel teiltegegen den Frosttod.Und deine Stimme teilte mit mirdie Worte gegen den Frosttod.(1972)NEUJAHRSSCHWEIGENSchweigen zu Neujahrdurchs Telefonvor andernwo Worte zuvielvor unswo Worte zuwenig.Anbeten vor dem Ewigendas uns schuf wiederschufworaus wir schöpfen werdenjahrlang durch alle Erschöpfungenunerschöpflich hindurch.Heiligen jeden heiligen Tagdurch Worte und unser tieferesdas flutet wie LiebeNot Wende Fülleauferlegtes teueresSchweigen.(1978)JAHRESWENDEEin Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegenEin Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestaltenEine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu lebenEinen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilenUnd zwischendurch findenein Javielleicht Deines?(1980)ER BELIEBT ZU SCHERZENDer Herr Gotterlaubt sich ScherzegelegentlichArabesken krumme Figurenworin sich bisweilen deutlichÜberfluss Laune höhere Zielbestimmtheiterahnen lässtdie Inspiration des Genies.Du und ichin der Zeit und knappverstehn das vielleicht ganzohne Grollwenn alles durchzittert istwie Reifeprüfungaber schütteln unsvor dem tränenreichen Rückblickschon feierabendsvor Lachen.(1980)SPRACHE DER TATSACHENGott sprichtdie Sprache der Tatsachenoft ungereimtund unsere bare Münzeist wie man sagtBlutdas heißtHirnschmalz NervenKraft JugendGlaube undMut.(1980)ADVENT IN DUNKLEN ZEITENWieder beginnt die Zeitder aufgesetzten Lichterder Schattenverdränger.Herrschaft der KaufhallenleuchtenWeihnachtsmannsdröhnen.Kalt fallen die Schattender großen Verdrängerinder verdrängten Angst.Den einen überkommt sie lichterlohden anderen dunkelim Geld- und Waffentauschin den zerbrochnen Geschenken.Wohl bleibt mirvor den entscheidenden Sonnenwendenund kommenden Wintern ein Wärmelichtdas Lagerfeuer bei dirKampfgefährtegastfreundlich mitflackernd stetigdurch hoffnungsgeduckte Zeiten.(1981)NEUJAHRSFRAGENAn welchem Neujahrstaggeh ich fiebernd zum Bahnhofund auf einmalbist du’s ?Wie oft nochnarrt mich die Sehnsuchtmit Wundernund müde werde ich nicht ?Wohin werden wir gehen dannohne wegzulaufen vor all den Tagen -wie erlösen die enttäuschendenund klatschen sie kreischendals Froschkönige an die Wände ?(1984)NEUJAHRSTANZNimm mich an die Handund tanze mit mirdas alte Jahr und das neueTanzen wir GötterdämmerungTrennung Trauerdas alte JahrLass deinen Körper zeigendie Reifung eines Entschlussesvollführe den großen UmschwungUnd nach der Befreiung lass viel erlebenspiel Unternehmungslust die Verzweiflungsdrogespür die tiefkühlgefrorene HoffnungUnd danndann tanz mir noch einmal entgegenso unwissend wissendverführerisch wie unnahbarzögernd und schaumeine linkischen Schritte zu dirVerblüfft gewahr ich wie du erwiderstbis wir uns findender Abschiede müderaum- und grenzenabschaffendeiner sich in den Armen des andernzum Tanz in ein ganz neues Jahr.(1988)AM FEST DES LOYOLAEin jeder gehorche dem Oberen an Christi Stattwie ein Stock in der Hand eines Greises.(Aus den Regeln des Jesuitenordens)Wie ein Stock in der Handdes greisen Ignatiusbewegt sich die Feder aberunter dem Hauch anderen Geistes.Ungebrochenvon Irrfahrten steht der Schiffsmastbis zum Ankerwurfam Festland der Entdeckungen.Bis an die fernsten Küsten Indiensdie frohe Botschaft tragendass nichts umsonst wardass selbst Missionarealleinseligmachender Illusionendabei sind sich zu bekehrenvon Brandstiftung und Betrug umsich selbst an Geistesfunken zu wärmen.Omnia ad majorem Dei gloriam.Es ist immer noch Zeit genugsub specie aeternitatis.Sanft speist Ewigkeitjeden Augenblick neu wieden frischen Morgen jetzt.Unverbraucht sprudelt Seelenkraftaus bemoosten Becken gelassenin überströmende Becken.Roma, Via degli Scipioni, 31.7.1989DER FUCHS VOR WEIHNACHTEN„Die Füchse haben Höhlen, die Vögel des Himmels Nester,des Menschen Sohn aber hat nichts,wohin er sein Haupt legen könnte."(Lukas 9, 58)Die Füchse haben ihre Höhlender Menschensohn aberhat nichts wohin.Aber wo mein Herrwo leben sie und wie langeund wo sieht man sie noch?Dich seh ich in allen christlichen StubenKlassenräumen Regierungspalästenwenngleich nie lebendig.Du überlebtest heißt esdeine wohlsituierten Mördersamt allen Füchsen -wenngleich du selten erscheinstHerr Jesuswo immer bei wem auch immeraber selten bei mirseltener noch als der Fuchshuscht uns den Bach entlangfür seine Weihnachtsgans.(1989)WEIHNACHTLICHER GASTMein Höheres Selbst spazieren führenaufrecht und horchend bewegt.Das ist die Haltung der Atemworin mir wohl wirdEndzweck der Geist-Seele-Körper-Gymnastikder Weg-Wahrheit-Lebens-Rhetorikist Weihnachten Ostern und Pfingstenzugleich und Vergessen des ganzenEgo-Heilsbetriebes ohne irgendwaszu vergessen.Komm du weihnachtlicher Gast!Lass es dir wohl sein in meinem wandelnden Hausund lass dich nicht scheuchensollte das Ich dich bemerken.(1989)FRONLEICHNAMDie Monstranz hochhaltendzwischen die Häuser gehen:da stand vor vierzig Jahren das Kornmeinen staunenden Kinderkopf überragend unddas von Gesängen ergriffene Herz.Kopf und Herz hörten göttlichen Lichtklangfließen in unsere Weltgewahrten den größeren Leib des Herrn.Heute trag ich die Goldmonstranzmeines Höheren Selbst alleinin die ernüchterte LandschaftMühen Trauer Sorgenverlorener Jahreschweigen im Jugendgedenkenerinnernd das Alterslose:Das fließt nicht minder heute in diese Erdegeschundene Landschaft aufzuforstenDein Reich komme doch nochund nunmehr bald!(1991)WEIHNACHTEN WIE NIELasst es gut seinmit dem Eiabubeitschivom Kind im Stall.Der Christus ist Mann gewordenund die Welt in der Halbstarkenkrisewie nie.Er steht vor den Toren wie nieund mit der Hoffnung steht’sallem Anschein und Ächzen zum Trotzgut wie nie.Lasst es gut seinund öffnet ihmdieses Weihnachten nochwie zuvor nie.(1996)SCHICKSALSGETRAGEN„Es ist ein Gott in uns, der lenkt, wie Wasserbäche,das Schicksal, und alle Dinge sind sein Element.“(F. Hölderlin, Hyperion)Beim frühen Sonntagslichtdurch die fremde Stadt ziehenfrühstücken den Reichtumalter wie jüngster Fassadenauferstehend aus Ruinen.Junge Aufgeweckte bewundernund unwillkürlich grüßenwie ich sie unversehensan eine Berühmtheit erinnre.Keine Komplexe dann spürennicht die alte Ungerechtigkeitstrauernur noch Dank fühlen aber richtigfühlen alles Getragenseinvon einem unergründlichenirgendwie gründlichen Schicksal.(2011)
Literarisches/ 4. Gott spricht die Sprache der TatsacheWEIHNACHTEN - WANN UND WO?Wenn du Ich sagstum deine Waffen selbst zu verschenkenWenn du zu singen anhebstund dich wunderst über dein SorgenWenn du Kind wirstindem du über dich wächstWenn du hoffen kannstwo dich eben die Angst noch befielDann ist es.Wo du Licht schaustin deinen tieferen DunkelheitenWo deine Armut gestehtund sich ihr Reichtum enthülltWo du aufhorchend singen hörstaus dem Abgrund all deines WidersinnsWo dein Schmerzdie Kraft deiner Anbetung wirdDort ist Er dann.(1968)ADVENTSPSALMLied des Ich vorweihnachtsDu baue ich ewiges Dubaue ich fortwährend Mauern?Grabkammern meines ewigen Ichund Ich aus Angst und Stolz.An Lichtfestern wach ich nochschaue aus diese Nachteine sinnende Insel aufs Meerund ich höre es rufen:Komm Du - unheimlich HeimlicherStörer Du meiner KreiseDurch die vielen GesichterRuf meiner Brüder und Deiner:KommBesser ganz überflutet von Duwas immer Du birgstAls Sternensteinöder und Ich –die Nacht ohne Weihe.(1970)EMMAUS„Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn"(Lukas 24, 31).Vieles siehst du zum ersten Malindem du’s zum letzten Mal siehst.Aber das meiste beginnst du zu fassenist es erst offen unfasslichdem Zugriff entzogenunsern gehaltenen Augen.Mag sein es glimmte schon damalsin der verwelkten Hoffnungaber wie unter sengender Mittagssonneund kein Geist loderte aufbevor alles erlittengemäß der Schriftund warumund wir erkannten einander nichtdiesseits des Untergangsund sind noch unsrer nicht sicherob ein erinnernd Geahntesder Geist uns berührt.Aber manche erkennen in AugenblickenIhn unverhofftihre Trauer gestehendund sich auf Menschliches richtendbeim Brechen des Brots.(1970)EINE HOCHZEIT AM STROMUnd diese, von Hingang lebenden Dinge verstehn, dass du sie rühmst; vergänglich, traun sie ein Rettendes uns, den Vergänglichsten, zu.(R.M. Rilke, Neunte Duineser Elegie)Zu sagen bleibtwas an Dingenallein sich sagtund sperrt sich nichtschwer gegen Worteim Gegenteil – es schwebtund schwebt im Gegenteileden nichtssagend nichtigen Dingenwie Ort und Zeit wiesagen wir damals und heutedie alte Kirche am Stromwo man heute sangunter Küssen die Ringe tauschteund schwieg – vor allen Dingenheute und dort am Strom.(1970)KREUZ DER GEGENWARTGegenwart selbst ist das Kreuz.Daran geht der Hoffnung der Atem aus.Deine Ideen sind nagelfest.In deinen Sehnensehnt esüber erträgliches Maß –stets entgleitende Einheit deiner Gezeiten.Essiggestilltwird dein Durst.Hohe Ehre tut man dir anhängt sie dir schriftlich über den Kopfdie lautere Wahrheitdas Unrecht selbst ruft sie ausund leiser deine Ehre.Man rät dirKraft zu gebrauchenund die Beziehung zu nutzen.Du aber musst bei der gnädigen Wahrheit bleiben:dass widerwissendsie Niegewusstes vollbringen.Qual der Versuchung zuletzt:Wenn du die Wahrheit sagtestzerfiele sie dirund es entzieht sich dein Gottindem du ihn anrufst mit Namenfür ihre Ohren.Die Finsternis aller Sonnensieht deinen Untergang und -verkündet dein Auferstehennoch ohne Gesangblüht die Rose von Liebe im Kreuzaus Gegenwart.Vernunft über aller Vernunft.(1970)LASST MICHLasst michmeine Brüderso holt ihr mich.Unentrinnbarunbezwingbareingeholt sind wirvon ewiger Liebe.SchaffendLassen wir es geschehen.Sie sprichtwo unsere Worte endenin der Auferstehung des Ungesagtenins ausgefaltete einige Leben.(1970)EIN NEUJAHRSLIEDDie Klagen und Fragenins Leereim Träumenim Wachenwohin?Kein Haar fällt dirungezähltkein Wortungehörtes vor allenin Wachen und TraumDenn du bistin Füllewort- und antwortverschwendendunendlichendlich geliebt(1971)MARTINSTAGDeine Stimmevon weither und glockenklarweckte den Sonnenaufgangüber Nebel und Nachtsinn.Ein Lied für den Tag.Die Zeit nimmt sich Zeitanbetetden Grunddie Schmerzengeschiedener Sonnentageverklärt in Fackellichternund Liebesliedernaus Kinderstimmen:wie Martin den Mantel teiltegegen den Frosttod.Und deine Stimme teilte mit mirdie Worte gegen den Frosttod.(1972)NEUJAHRSSCHWEIGENSchweigen zu Neujahrdurchs Telefonvor andernwo Worte zuvielvor unswo Worte zuwenig.Anbeten vor dem Ewigendas uns schuf wiederschufworaus wir schöpfen werdenjahrlang durch alle Erschöpfungenunerschöpflich hindurch.Heiligen jeden heiligen Tagdurch Worte und unser tieferesdas flutet wie LiebeNot Wende Fülleauferlegtes teueresSchweigen.(1978)JAHRESWENDEEin Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegenEin Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestaltenEine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu lebenEinen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilenUnd zwischendurch findenein Javielleicht Deines?(1980)ER BELIEBT ZU SCHERZENDer Herr Gotterlaubt sich ScherzegelegentlichArabesken krumme Figurenworin sich bisweilen deutlichÜberfluss Laune höhere Zielbestimmtheiterahnen lässtdie Inspiration des Genies.Du und ichin der Zeit und knappverstehn das vielleicht ganzohne Grollwenn alles durchzittert istwie Reifeprüfungaber schütteln unsvor dem tränenreichen Rückblickschon feierabendsvor Lachen.(1980)SPRACHE DER TATSACHENGott sprichtdie Sprache der Tatsachenoft ungereimtund unsere bare Münzeist wie man sagtBlutdas heißtHirnschmalz NervenKraft JugendGlaube undMut.(1980)ADVENT IN DUNKLEN ZEITENWieder beginnt die Zeitder aufgesetzten Lichterder Schattenverdränger.Herrschaft der KaufhallenleuchtenWeihnachtsmannsdröhnen.Kalt fallen die Schattender großen Verdrängerinder verdrängten Angst.Den einen überkommt sie lichterlohden anderen dunkelim Geld- und Waffentauschin den zerbrochnen Geschenken.Wohl bleibt mirvor den entscheidenden Sonnenwendenund kommenden Wintern ein Wärmelichtdas Lagerfeuer bei dirKampfgefährtegastfreundlich mitflackernd stetigdurch hoffnungsgeduckte Zeiten.(1981)NEUJAHRSFRAGENAn welchem Neujahrstaggeh ich fiebernd zum Bahnhofund auf einmalbist du’s ?Wie oft nochnarrt mich die Sehnsuchtmit Wundernund müde werde ich nicht ?Wohin werden wir gehen dannohne wegzulaufen vor all den Tagen -wie erlösen die enttäuschendenund klatschen sie kreischendals Froschkönige an die Wände ?(1984)NEUJAHRSTANZNimm mich an die Handund tanze mit mirdas alte Jahr und das neueTanzen wir GötterdämmerungTrennung Trauerdas alte JahrLass deinen Körper zeigendie Reifung eines Entschlussesvollführe den großen UmschwungUnd nach der Befreiung lass viel erlebenspiel Unternehmungslust die Verzweiflungsdrogespür die tiefkühlgefrorene HoffnungUnd danndann tanz mir noch einmal entgegenso unwissend wissendverführerisch wie unnahbarzögernd und schaumeine linkischen Schritte zu dirVerblüfft gewahr ich wie du erwiderstbis wir uns findender Abschiede müderaum- und grenzenabschaffendeiner sich in den Armen des andernzum Tanz in ein ganz neues Jahr.(1988)AM FEST DES LOYOLAEin jeder gehorche dem Oberen an Christi Stattwie ein Stock in der Hand eines Greises.(Aus den Regeln des Jesuitenordens)Wie ein Stock in der Handdes greisen Ignatiusbewegt sich die Feder aberunter dem Hauch anderen Geistes.Ungebrochenvon Irrfahrten steht der Schiffsmastbis zum Ankerwurfam Festland der Entdeckungen.Bis an die fernsten Küsten Indiensdie frohe Botschaft tragendass nichts umsonst wardass selbst Missionarealleinseligmachender Illusionendabei sind sich zu bekehrenvon Brandstiftung und Betrug umsich selbst an Geistesfunken zu wärmen.Omnia ad majorem Dei gloriam.Es ist immer noch Zeit genugsub specie aeternitatis.Sanft speist Ewigkeitjeden Augenblick neu wieden frischen Morgen jetzt.Unverbraucht sprudelt Seelenkraftaus bemoosten Becken gelassenin überströmende Becken.Roma, Via degli Scipioni, 31.7.1989DER FUCHS VOR WEIHNACHTEN„Die Füchse haben Höhlen, die Vögel des Himmels Nester,des Menschen Sohn aber hat nichts,wohin er sein Haupt legen könnte."(Lukas 9, 58)Die Füchse haben ihre Höhlender Menschensohn aberhat nichts wohin.Aber wo mein Herrwo leben sie und wie langeund wo sieht man sie noch?Dich seh ich in allen christlichen StubenKlassenräumen Regierungspalästenwenngleich nie lebendig.Du überlebtest heißt esdeine wohlsituierten Mördersamt allen Füchsen -wenngleich du selten erscheinstHerr Jesuswo immer bei wem auch immeraber selten bei mirseltener noch als der Fuchshuscht uns den Bach entlangfür seine Weihnachtsgans.(1989)WEIHNACHTLICHER GASTMein Höheres Selbst spazieren führenaufrecht und horchend bewegt.Das ist die Haltung der Atemworin mir wohl wirdEndzweck der Geist-Seele-Körper-Gymnastikder Weg-Wahrheit-Lebens-Rhetorikist Weihnachten Ostern und Pfingstenzugleich und Vergessen des ganzenEgo-Heilsbetriebes ohne irgendwaszu vergessen.Komm du weihnachtlicher Gast!Lass es dir wohl sein in meinem wandelnden Hausund lass dich nicht scheuchensollte das Ich dich bemerken.(1989)FRONLEICHNAMDie Monstranz hochhaltendzwischen die Häuser gehen:da stand vor vierzig Jahren das Kornmeinen staunenden Kinderkopf überragend unddas von Gesängen ergriffene Herz.Kopf und Herz hörten göttlichen Lichtklangfließen in unsere Weltgewahrten den größeren Leib des Herrn.Heute trag ich die Goldmonstranzmeines Höheren Selbst alleinin die ernüchterte LandschaftMühen Trauer Sorgenverlorener Jahreschweigen im Jugendgedenkenerinnernd das Alterslose:Das fließt nicht minder heute in diese Erdegeschundene Landschaft aufzuforstenDein Reich komme doch nochund nunmehr bald!(1991)WEIHNACHTEN WIE NIELasst es gut seinmit dem Eiabubeitschivom Kind im Stall.Der Christus ist Mann gewordenund die Welt in der Halbstarkenkrisewie nie.Er steht vor den Toren wie nieund mit der Hoffnung steht’sallem Anschein und Ächzen zum Trotzgut wie nie.Lasst es gut seinund öffnet ihmdieses Weihnachten nochwie zuvor nie.(1996)SCHICKSALSGETRAGEN„Es ist ein Gott in uns, der lenkt, wie Wasserbäche,das Schicksal, und alle Dinge sind sein Element.“(F. Hölderlin, Hyperion)Beim frühen Sonntagslichtdurch die fremde Stadt ziehenfrühstücken den Reichtumalter wie jüngster Fassadenauferstehend aus Ruinen.Junge Aufgeweckte bewundernund unwillkürlich grüßenwie ich sie unversehensan eine Berühmtheit erinnre.Keine Komplexe dann spürennicht die alte Ungerechtigkeitstrauernur noch Dank fühlen aber richtigfühlen alles Getragenseinvon einem unergründlichenirgendwie gründlichen Schicksal.(2011)
Literarisches/ 4. Gott spricht die Sprache der Tatsache
WEIHNACHTEN - WANN UND WO?Wenn du Ich sagstum deine Waffen selbst zu verschenkenWenn du zu singen anhebstund dich wunderst über dein SorgenWenn du Kind wirstindem du über dich wächstWenn du hoffen kannstwo dich eben die Angst noch befielDann ist es.Wo du Licht schaustin deinen tieferen DunkelheitenWo deine Armut gestehtund sich ihr Reichtum enthülltWo du aufhorchend singen hörstaus dem Abgrund all deines WidersinnsWo dein Schmerzdie Kraft deiner Anbetung wirdDort ist Er dann.(1968)
WEIHNACHTEN - WANN UND WO?Wenn du Ich sagstum deine Waffen selbst zu verschenkenWenn du zu singen anhebstund dich wunderst über dein SorgenWenn du Kind wirstindem du über dich wächstWenn du hoffen kannstwo dich eben die Angst noch befielDann ist es.Wo du Licht schaustin deinen tieferen DunkelheitenWo deine Armut gestehtund sich ihr Reichtum enthülltWo du aufhorchend singen hörstaus dem Abgrund all deines WidersinnsWo dein Schmerzdie Kraft deiner Anbetung wirdDort ist Er dann.(1968)
WEIHNACHTEN - WANN UND WO?
Wenn du Ich sagstum deine Waffen selbst zu verschenken
Wenn du zu singen anhebstund dich wunderst über dein Sorgen
Wenn du Kind wirstindem du über dich wächst
Wenn du hoffen kannstwo dich eben die Angst noch befiel
Dann ist es.
Wo du Licht schaustin deinen tieferen Dunkelheiten
Wo deine Armut gestehtund sich ihr Reichtum enthüllt
Wo du aufhorchend singen hörstaus dem Abgrund all deines Widersinns
Wo dein Schmerzdie Kraft deiner Anbetung wird
Dort ist Er dann.
(1968)
ADVENTSPSALMLied des Ich vorweihnachtsDu baue ich ewiges Dubaue ich fortwährend Mauern?Grabkammern meines ewigen Ichund Ich aus Angst und Stolz.An Lichtfestern wach ich nochschaue aus diese Nachteine sinnende Insel aufs Meerund ich höre es rufen:Komm Du - unheimlich HeimlicherStörer Du meiner KreiseDurch die vielen GesichterRuf meiner Brüder und Deiner:KommBesser ganz überflutet von Duwas immer Du birgstAls Sternensteinöder und Ich –die Nacht ohne Weihe.(1970)
ADVENTSPSALMLied des Ich vorweihnachtsDu baue ich ewiges Dubaue ich fortwährend Mauern?Grabkammern meines ewigen Ichund Ich aus Angst und Stolz.An Lichtfestern wach ich nochschaue aus diese Nachteine sinnende Insel aufs Meerund ich höre es rufen:Komm Du - unheimlich HeimlicherStörer Du meiner KreiseDurch die vielen GesichterRuf meiner Brüder und Deiner:KommBesser ganz überflutet von Duwas immer Du birgstAls Sternensteinöder und Ich –die Nacht ohne Weihe.(1970)
ADVENTSPSALM
Lied des Ich vorweihnachts
Du baue ich ewiges Dubaue ich fortwährend Mauern?
Grabkammern meines ewigen Ichund Ich aus Angst und Stolz.
An Lichtfestern wach ich nochschaue aus diese Nacht
eine sinnende Insel aufs Meerund ich höre es rufen:
Komm Du - unheimlich HeimlicherStörer Du meiner Kreise
Durch die vielen GesichterRuf meiner Brüder und Deiner:Komm
Besser ganz überflutet von Duwas immer Du birgstAls Sternensteinöder und Ich –die Nacht ohne Weihe.
(1970)
EMMAUS„Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn"(Lukas 24, 31).Vieles siehst du zum ersten Malindem du’s zum letzten Mal siehst.Aber das meiste beginnst du zu fassenist es erst offen unfasslichdem Zugriff entzogenunsern gehaltenen Augen.Mag sein es glimmte schon damalsin der verwelkten Hoffnungaber wie unter sengender Mittagssonneund kein Geist loderte aufbevor alles erlittengemäß der Schriftund warumund wir erkannten einander nichtdiesseits des Untergangsund sind noch unsrer nicht sicherob ein erinnernd Geahntesder Geist uns berührt.Aber manche erkennen in AugenblickenIhn unverhofftihre Trauer gestehendund sich auf Menschliches richtendbeim Brechen des Brots.(1970)
EMMAUS„Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn"(Lukas 24, 31).Vieles siehst du zum ersten Malindem du’s zum letzten Mal siehst.Aber das meiste beginnst du zu fassenist es erst offen unfasslichdem Zugriff entzogenunsern gehaltenen Augen.Mag sein es glimmte schon damalsin der verwelkten Hoffnungaber wie unter sengender Mittagssonneund kein Geist loderte aufbevor alles erlittengemäß der Schriftund warumund wir erkannten einander nichtdiesseits des Untergangsund sind noch unsrer nicht sicherob ein erinnernd Geahntesder Geist uns berührt.Aber manche erkennen in AugenblickenIhn unverhofftihre Trauer gestehendund sich auf Menschliches richtendbeim Brechen des Brots.(1970)
EMMAUS
„Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn"(Lukas 24, 31).
Vieles siehst du zum ersten Malindem du’s zum letzten Mal siehst.Aber das meiste beginnst du zu fassenist es erst offen unfasslichdem Zugriff entzogenunsern gehaltenen Augen.
Mag sein es glimmte schon damalsin der verwelkten Hoffnungaber wie unter sengender Mittagssonneund kein Geist loderte aufbevor alles erlittengemäß der Schriftund warumund wir erkannten einander nichtdiesseits des Untergangsund sind noch unsrer nicht sicherob ein erinnernd Geahntesder Geist uns berührt.
Aber manche erkennen in AugenblickenIhn unverhofftihre Trauer gestehendund sich auf Menschliches richtendbeim Brechen des Brots.
(1970)
EINE HOCHZEIT AM STROMUnd diese, von Hingang lebenden Dinge verstehn, dass du sie rühmst; vergänglich, traun sie ein Rettendes uns, den Vergänglichsten, zu.(R.M. Rilke, Neunte Duineser Elegie)Zu sagen bleibtwas an Dingenallein sich sagtund sperrt sich nichtschwer gegen Worteim Gegenteil – es schwebtund schwebt im Gegenteileden nichtssagend nichtigen Dingenwie Ort und Zeit wiesagen wir damals und heutedie alte Kirche am Stromwo man heute sangunter Küssen die Ringe tauschteund schwieg – vor allen Dingenheute und dort am Strom.(1970)
EINE HOCHZEIT AM STROMUnd diese, von Hingang lebenden Dinge verstehn, dass du sie rühmst; vergänglich, traun sie ein Rettendes uns, den Vergänglichsten, zu.(R.M. Rilke, Neunte Duineser Elegie)Zu sagen bleibtwas an Dingenallein sich sagtund sperrt sich nichtschwer gegen Worteim Gegenteil – es schwebtund schwebt im Gegenteileden nichtssagend nichtigen Dingenwie Ort und Zeit wiesagen wir damals und heutedie alte Kirche am Stromwo man heute sangunter Küssen die Ringe tauschteund schwieg – vor allen Dingenheute und dort am Strom.(1970)
EINE HOCHZEIT AM STROM
Und diese, von Hingang lebenden Dinge verstehn, dass du sie rühmst; vergänglich, traun sie ein Rettendes uns, den Vergänglichsten, zu.(R.M. Rilke, Neunte Duineser Elegie)
Zu sagen bleibtwas an Dingenallein sich sagt
und sperrt sich nichtschwer gegen Worteim Gegenteil – es schwebt
und schwebt im Gegenteileden nichtssagend nichtigen Dingenwie Ort und Zeit wie
sagen wir damals und heutedie alte Kirche am Stromwo man heute sang
unter Küssen die Ringe tauschteund schwieg – vor allen Dingenheute und dort am Strom.
(1970)
KREUZ DER GEGENWARTGegenwart selbst ist das Kreuz.Daran geht der Hoffnung der Atem aus.Deine Ideen sind nagelfest.In deinen Sehnensehnt esüber erträgliches Maß –stets entgleitende Einheit deiner Gezeiten.Essiggestilltwird dein Durst.Hohe Ehre tut man dir anhängt sie dir schriftlich über den Kopfdie lautere Wahrheitdas Unrecht selbst ruft sie ausund leiser deine Ehre.Man rät dirKraft zu gebrauchenund die Beziehung zu nutzen.Du aber musst bei der gnädigen Wahrheit bleiben:dass widerwissendsie Niegewusstes vollbringen.Qual der Versuchung zuletzt:Wenn du die Wahrheit sagtestzerfiele sie dirund es entzieht sich dein Gottindem du ihn anrufst mit Namenfür ihre Ohren.Die Finsternis aller Sonnensieht deinen Untergang und -verkündet dein Auferstehennoch ohne Gesangblüht die Rose von Liebe im Kreuzaus Gegenwart.Vernunft über aller Vernunft.(1970)
KREUZ DER GEGENWARTGegenwart selbst ist das Kreuz.Daran geht der Hoffnung der Atem aus.Deine Ideen sind nagelfest.In deinen Sehnensehnt esüber erträgliches Maß –stets entgleitende Einheit deiner Gezeiten.Essiggestilltwird dein Durst.Hohe Ehre tut man dir anhängt sie dir schriftlich über den Kopfdie lautere Wahrheitdas Unrecht selbst ruft sie ausund leiser deine Ehre.Man rät dirKraft zu gebrauchenund die Beziehung zu nutzen.Du aber musst bei der gnädigen Wahrheit bleiben:dass widerwissendsie Niegewusstes vollbringen.Qual der Versuchung zuletzt:Wenn du die Wahrheit sagtestzerfiele sie dirund es entzieht sich dein Gottindem du ihn anrufst mit Namenfür ihre Ohren.Die Finsternis aller Sonnensieht deinen Untergang und -verkündet dein Auferstehennoch ohne Gesangblüht die Rose von Liebe im Kreuzaus Gegenwart.Vernunft über aller Vernunft.(1970)
KREUZ DER GEGENWART
Gegenwart selbst ist das Kreuz.Daran geht der Hoffnung der Atem aus.Deine Ideen sind nagelfest.
In deinen Sehnensehnt esüber erträgliches Maß –stets entgleitende Einheit deiner Gezeiten.Essiggestilltwird dein Durst.
Hohe Ehre tut man dir anhängt sie dir schriftlich über den Kopfdie lautere Wahrheitdas Unrecht selbst ruft sie ausund leiser deine Ehre.
Man rät dirKraft zu gebrauchenund die Beziehung zu nutzen.Du aber musst bei der gnädigen Wahrheit bleiben:dass widerwissendsie Niegewusstes vollbringen.
Qual der Versuchung zuletzt:Wenn du die Wahrheit sagtestzerfiele sie dirund es entzieht sich dein Gottindem du ihn anrufst mit Namenfür ihre Ohren.
Die Finsternis aller Sonnensieht deinen Untergang und -verkündet dein Auferstehennoch ohne Gesangblüht die Rose von Liebe im Kreuzaus Gegenwart.
Vernunft über aller Vernunft.
(1970)
LASST MICHLasst michmeine Brüderso holt ihr mich.Unentrinnbarunbezwingbareingeholt sind wirvon ewiger Liebe.SchaffendLassen wir es geschehen.Sie sprichtwo unsere Worte endenin der Auferstehung des Ungesagtenins ausgefaltete einige Leben.(1970)
LASST MICHLasst michmeine Brüderso holt ihr mich.Unentrinnbarunbezwingbareingeholt sind wirvon ewiger Liebe.SchaffendLassen wir es geschehen.Sie sprichtwo unsere Worte endenin der Auferstehung des Ungesagtenins ausgefaltete einige Leben.(1970)
LASST MICH
Lasst mich
meine Brüder
so holt ihr mich.
Unentrinnbar
unbezwingbar
eingeholt sind wir
von ewiger Liebe.
Schaffend
Lassen wir es geschehen.
Sie spricht
wo unsere Worte enden
in der Auferstehung des Ungesagten
ins ausgefaltete einige Leben.
(1970)
EIN NEUJAHRSLIEDDie Klagen und Fragenins Leereim Träumenim Wachenwohin?Kein Haar fällt dirungezähltkein Wortungehörtes vor allenin Wachen und TraumDenn du bistin Füllewort- und antwortverschwendendunendlichendlich geliebt(1971)
EIN NEUJAHRSLIEDDie Klagen und Fragenins Leereim Träumenim Wachenwohin?Kein Haar fällt dirungezähltkein Wortungehörtes vor allenin Wachen und TraumDenn du bistin Füllewort- und antwortverschwendendunendlichendlich geliebt(1971)
EIN NEUJAHRSLIED
Die Klagen und Fragenins Leereim Träumenim Wachenwohin?
Kein Haar fällt dirungezähltkein Wortungehörtes vor allenin Wachen und Traum
Denn du bistin Füllewort- und antwortverschwendendunendlichendlich geliebt
(1971)
MARTINSTAGDeine Stimmevon weither und glockenklarweckte den Sonnenaufgangüber Nebel und Nachtsinn.Ein Lied für den Tag.Die Zeit nimmt sich Zeitanbetetden Grunddie Schmerzengeschiedener Sonnentageverklärt in Fackellichternund Liebesliedernaus Kinderstimmen:wie Martin den Mantel teiltegegen den Frosttod.Und deine Stimme teilte mit mirdie Worte gegen den Frosttod.(1972)
MARTINSTAGDeine Stimmevon weither und glockenklarweckte den Sonnenaufgangüber Nebel und Nachtsinn.Ein Lied für den Tag.Die Zeit nimmt sich Zeitanbetetden Grunddie Schmerzengeschiedener Sonnentageverklärt in Fackellichternund Liebesliedernaus Kinderstimmen:wie Martin den Mantel teiltegegen den Frosttod.Und deine Stimme teilte mit mirdie Worte gegen den Frosttod.(1972)
MARTINSTAG
Deine Stimmevon weither und glockenklarweckte den Sonnenaufgangüber Nebel und Nachtsinn.
Ein Lied für den Tag.Die Zeit nimmt sich Zeitanbetetden Grunddie Schmerzengeschiedener Sonnentageverklärt in Fackellichternund Liebesliedernaus Kinderstimmen:wie Martin den Mantel teiltegegen den Frosttod.
Und deine Stimme teilte mit mirdie Worte gegen den Frosttod.
(1972)
NEUJAHRSSCHWEIGENSchweigen zu Neujahrdurchs Telefonvor andernwo Worte zuvielvor unswo Worte zuwenig.Anbeten vor dem Ewigendas uns schuf wiederschufworaus wir schöpfen werdenjahrlang durch alle Erschöpfungenunerschöpflich hindurch.Heiligen jeden heiligen Tagdurch Worte und unser tieferesdas flutet wie LiebeNot Wende Fülleauferlegtes teueresSchweigen.(1978)
NEUJAHRSSCHWEIGENSchweigen zu Neujahrdurchs Telefonvor andernwo Worte zuvielvor unswo Worte zuwenig.Anbeten vor dem Ewigendas uns schuf wiederschufworaus wir schöpfen werdenjahrlang durch alle Erschöpfungenunerschöpflich hindurch.Heiligen jeden heiligen Tagdurch Worte und unser tieferesdas flutet wie LiebeNot Wende Fülleauferlegtes teueresSchweigen.(1978)
NEUJAHRSSCHWEIGEN
Schweigen zu Neujahrdurchs Telefonvor andernwo Worte zuvielvor unswo Worte zuwenig.
Anbeten vor dem Ewigendas uns schuf wiederschufworaus wir schöpfen werdenjahrlang durch alle Erschöpfungenunerschöpflich hindurch.
Heiligen jeden heiligen Tagdurch Worte und unser tieferesdas flutet wie LiebeNot Wende Fülleauferlegtes teueresSchweigen.
(1978)
JAHRESWENDEEin Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegenEin Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestaltenEine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu lebenEinen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilenUnd zwischendurch findenein Javielleicht Deines?(1980)
JAHRESWENDEEin Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegenEin Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestaltenEine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu lebenEinen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilenUnd zwischendurch findenein Javielleicht Deines?(1980)
JAHRESWENDE
Ein Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegen
Ein Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestalten
Eine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu leben
Einen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilen
Und zwischendurch findenein Javielleicht Deines?
(1980)
ER BELIEBT ZU SCHERZENDer Herr Gotterlaubt sich ScherzegelegentlichArabesken krumme Figurenworin sich bisweilen deutlichÜberfluss Laune höhere Zielbestimmtheiterahnen lässtdie Inspiration des Genies.Du und ichin der Zeit und knappverstehn das vielleicht ganzohne Grollwenn alles durchzittert istwie Reifeprüfungaber schütteln unsvor dem tränenreichen Rückblickschon feierabendsvor Lachen.(1980)
ER BELIEBT ZU SCHERZENDer Herr Gotterlaubt sich ScherzegelegentlichArabesken krumme Figurenworin sich bisweilen deutlichÜberfluss Laune höhere Zielbestimmtheiterahnen lässtdie Inspiration des Genies.Du und ichin der Zeit und knappverstehn das vielleicht ganzohne Grollwenn alles durchzittert istwie Reifeprüfungaber schütteln unsvor dem tränenreichen Rückblickschon feierabendsvor Lachen.(1980)
ER BELIEBT ZU SCHERZEN
Der Herr Gotterlaubt sich ScherzegelegentlichArabesken krumme Figurenworin sich bisweilen deutlichÜberfluss Laune höhere Zielbestimmtheiterahnen lässtdie Inspiration des Genies.
Du und ichin der Zeit und knappverstehn das vielleicht ganzohne Grollwenn alles durchzittert istwie Reifeprüfungaber schütteln unsvor dem tränenreichen Rückblickschon feierabendsvor Lachen.
(1980)
SPRACHE DER TATSACHENGott sprichtdie Sprache der Tatsachenoft ungereimtund unsere bare Münzeist wie man sagtBlutdas heißtHirnschmalz NervenKraft JugendGlaube undMut.(1980)
SPRACHE DER TATSACHENGott sprichtdie Sprache der Tatsachenoft ungereimtund unsere bare Münzeist wie man sagtBlutdas heißtHirnschmalz NervenKraft JugendGlaube undMut.(1980)
SPRACHE DER TATSACHEN
Gott sprichtdie Sprache der Tatsachenoft ungereimtund unsere bare Münzeist wie man sagtBlutdas heißtHirnschmalz NervenKraft JugendGlaube undMut.
(1980)
ADVENT IN DUNKLEN ZEITENWieder beginnt die Zeitder aufgesetzten Lichterder Schattenverdränger.Herrschaft der KaufhallenleuchtenWeihnachtsmannsdröhnen.Kalt fallen die Schattender großen Verdrängerinder verdrängten Angst.Den einen überkommt sie lichterlohden anderen dunkelim Geld- und Waffentauschin den zerbrochnen Geschenken.Wohl bleibt mirvor den entscheidenden Sonnenwendenund kommenden Wintern ein Wärmelichtdas Lagerfeuer bei dirKampfgefährtegastfreundlich mitflackernd stetigdurch hoffnungsgeduckte Zeiten.(1981)
ADVENT IN DUNKLEN ZEITENWieder beginnt die Zeitder aufgesetzten Lichterder Schattenverdränger.Herrschaft der KaufhallenleuchtenWeihnachtsmannsdröhnen.Kalt fallen die Schattender großen Verdrängerinder verdrängten Angst.Den einen überkommt sie lichterlohden anderen dunkelim Geld- und Waffentauschin den zerbrochnen Geschenken.Wohl bleibt mirvor den entscheidenden Sonnenwendenund kommenden Wintern ein Wärmelichtdas Lagerfeuer bei dirKampfgefährtegastfreundlich mitflackernd stetigdurch hoffnungsgeduckte Zeiten.(1981)
ADVENT IN DUNKLEN ZEITEN
Wieder beginnt die Zeitder aufgesetzten Lichterder Schattenverdränger.Herrschaft der KaufhallenleuchtenWeihnachtsmannsdröhnen.
Kalt fallen die Schattender großen Verdrängerinder verdrängten Angst.Den einen überkommt sie lichterlohden anderen dunkelim Geld- und Waffentauschin den zerbrochnen Geschenken.
Wohl bleibt mirvor den entscheidenden Sonnenwendenund kommenden Wintern ein Wärmelichtdas Lagerfeuer bei dirKampfgefährtegastfreundlich mitflackernd stetigdurch hoffnungsgeduckte Zeiten.
(1981)
NEUJAHRSFRAGENAn welchem Neujahrstaggeh ich fiebernd zum Bahnhofund auf einmalbist du’s ?Wie oft nochnarrt mich die Sehnsuchtmit Wundernund müde werde ich nicht ?Wohin werden wir gehen dannohne wegzulaufen vor all den Tagen -wie erlösen die enttäuschendenund klatschen sie kreischendals Froschkönige an die Wände ?(1984)
NEUJAHRSFRAGENAn welchem Neujahrstaggeh ich fiebernd zum Bahnhofund auf einmalbist du’s ?Wie oft nochnarrt mich die Sehnsuchtmit Wundernund müde werde ich nicht ?Wohin werden wir gehen dannohne wegzulaufen vor all den Tagen -wie erlösen die enttäuschendenund klatschen sie kreischendals Froschkönige an die Wände ?(1984)
NEUJAHRSFRAGEN
An welchem Neujahrstaggeh ich fiebernd zum Bahnhofund auf einmalbist du’s ?
Wie oft nochnarrt mich die Sehnsuchtmit Wundernund müde werde ich nicht ?
Wohin werden wir gehen dannohne wegzulaufen vor all den Tagen -wie erlösen die enttäuschendenund klatschen sie kreischendals Froschkönige an die Wände ?
(1984)
NEUJAHRSTANZNimm mich an die Handund tanze mit mirdas alte Jahr und das neueTanzen wir GötterdämmerungTrennung Trauerdas alte JahrLass deinen Körper zeigendie Reifung eines Entschlussesvollführe den großen UmschwungUnd nach der Befreiung lass viel erlebenspiel Unternehmungslust die Verzweiflungsdrogespür die tiefkühlgefrorene HoffnungUnd danndann tanz mir noch einmal entgegenso unwissend wissendverführerisch wie unnahbarzögernd und schaumeine linkischen Schritte zu dirVerblüfft gewahr ich wie du erwiderstbis wir uns findender Abschiede müderaum- und grenzenabschaffendeiner sich in den Armen des andernzum Tanz in ein ganz neues Jahr.(1988)
NEUJAHRSTANZNimm mich an die Handund tanze mit mirdas alte Jahr und das neueTanzen wir GötterdämmerungTrennung Trauerdas alte JahrLass deinen Körper zeigendie Reifung eines Entschlussesvollführe den großen UmschwungUnd nach der Befreiung lass viel erlebenspiel Unternehmungslust die Verzweiflungsdrogespür die tiefkühlgefrorene HoffnungUnd danndann tanz mir noch einmal entgegenso unwissend wissendverführerisch wie unnahbarzögernd und schaumeine linkischen Schritte zu dirVerblüfft gewahr ich wie du erwiderstbis wir uns findender Abschiede müderaum- und grenzenabschaffendeiner sich in den Armen des andernzum Tanz in ein ganz neues Jahr.(1988)
NEUJAHRSTANZ
Nimm mich an die Handund tanze mit mirdas alte Jahr und das neue
Tanzen wir GötterdämmerungTrennung Trauerdas alte Jahr
Lass deinen Körper zeigendie Reifung eines Entschlussesvollführe den großen Umschwung
Und nach der Befreiung lass viel erlebenspiel Unternehmungslust die Verzweiflungsdrogespür die tiefkühlgefrorene Hoffnung
Und danndann tanz mir noch einmal entgegenso unwissend wissendverführerisch wie unnahbarzögernd und schaumeine linkischen Schritte zu dir
Verblüfft gewahr ich wie du erwiderstbis wir uns findender Abschiede müderaum- und grenzenabschaffendeiner sich in den Armen des andernzum Tanz in ein ganz neues Jahr.
(1988)
AM FEST DES LOYOLAEin jeder gehorche dem Oberen an Christi Stattwie ein Stock in der Hand eines Greises.(Aus den Regeln des Jesuitenordens)Wie ein Stock in der Handdes greisen Ignatiusbewegt sich die Feder aberunter dem Hauch anderen Geistes.Ungebrochenvon Irrfahrten steht der Schiffsmastbis zum Ankerwurfam Festland der Entdeckungen.Bis an die fernsten Küsten Indiensdie frohe Botschaft tragendass nichts umsonst wardass selbst Missionarealleinseligmachender Illusionendabei sind sich zu bekehrenvon Brandstiftung und Betrug umsich selbst an Geistesfunken zu wärmen.Omnia ad majorem Dei gloriam.Es ist immer noch Zeit genugsub specie aeternitatis.Sanft speist Ewigkeitjeden Augenblick neu wieden frischen Morgen jetzt.Unverbraucht sprudelt Seelenkraftaus bemoosten Becken gelassenin überströmende Becken.Roma, Via degli Scipioni, 31.7.1989
AM FEST DES LOYOLAEin jeder gehorche dem Oberen an Christi Stattwie ein Stock in der Hand eines Greises.(Aus den Regeln des Jesuitenordens)Wie ein Stock in der Handdes greisen Ignatiusbewegt sich die Feder aberunter dem Hauch anderen Geistes.Ungebrochenvon Irrfahrten steht der Schiffsmastbis zum Ankerwurfam Festland der Entdeckungen.Bis an die fernsten Küsten Indiensdie frohe Botschaft tragendass nichts umsonst wardass selbst Missionarealleinseligmachender Illusionendabei sind sich zu bekehrenvon Brandstiftung und Betrug umsich selbst an Geistesfunken zu wärmen.Omnia ad majorem Dei gloriam.Es ist immer noch Zeit genugsub specie aeternitatis.Sanft speist Ewigkeitjeden Augenblick neu wieden frischen Morgen jetzt.Unverbraucht sprudelt Seelenkraftaus bemoosten Becken gelassenin überströmende Becken.Roma, Via degli Scipioni, 31.7.1989
AM FEST DES LOYOLA
Ein jeder gehorche dem Oberen an Christi Stattwie ein Stock in der Hand eines Greises.(Aus den Regeln des Jesuitenordens)
Wie ein Stock in der Handdes greisen Ignatiusbewegt sich die Feder aberunter dem Hauch anderen Geistes.Ungebrochenvon Irrfahrten steht der Schiffsmastbis zum Ankerwurfam Festland der Entdeckungen.
Bis an die fernsten Küsten Indiensdie frohe Botschaft tragendass nichts umsonst wardass selbst Missionarealleinseligmachender Illusionendabei sind sich zu bekehrenvon Brandstiftung und Betrug umsich selbst an Geistesfunken zu wärmen.
Omnia ad majorem Dei gloriam.Es ist immer noch Zeit genugsub specie aeternitatis.Sanft speist Ewigkeitjeden Augenblick neu wieden frischen Morgen jetzt.Unverbraucht sprudelt Seelenkraftaus bemoosten Becken gelassenin überströmende Becken.
Roma, Via degli Scipioni, 31.7.1989
DER FUCHS VOR WEIHNACHTEN„Die Füchse haben Höhlen, die Vögel des Himmels Nester,des Menschen Sohn aber hat nichts,wohin er sein Haupt legen könnte."(Lukas 9, 58)Die Füchse haben ihre Höhlender Menschensohn aberhat nichts wohin.Aber wo mein Herrwo leben sie und wie langeund wo sieht man sie noch?Dich seh ich in allen christlichen StubenKlassenräumen Regierungspalästenwenngleich nie lebendig.Du überlebtest heißt esdeine wohlsituierten Mördersamt allen Füchsen -wenngleich du selten erscheinstHerr Jesuswo immer bei wem auch immeraber selten bei mirseltener noch als der Fuchshuscht uns den Bach entlangfür seine Weihnachtsgans.(1989)
DER FUCHS VOR WEIHNACHTEN„Die Füchse haben Höhlen, die Vögel des Himmels Nester,des Menschen Sohn aber hat nichts,wohin er sein Haupt legen könnte."(Lukas 9, 58)Die Füchse haben ihre Höhlender Menschensohn aberhat nichts wohin.Aber wo mein Herrwo leben sie und wie langeund wo sieht man sie noch?Dich seh ich in allen christlichen StubenKlassenräumen Regierungspalästenwenngleich nie lebendig.Du überlebtest heißt esdeine wohlsituierten Mördersamt allen Füchsen -wenngleich du selten erscheinstHerr Jesuswo immer bei wem auch immeraber selten bei mirseltener noch als der Fuchshuscht uns den Bach entlangfür seine Weihnachtsgans.(1989)
DER FUCHS VOR WEIHNACHTEN
„Die Füchse haben Höhlen, die Vögel des Himmels Nester,des Menschen Sohn aber hat nichts,wohin er sein Haupt legen könnte."(Lukas 9, 58)
Die Füchse haben ihre Höhlender Menschensohn aberhat nichts wohin.Aber wo mein Herrwo leben sie und wie langeund wo sieht man sie noch?
Dich seh ich in allen christlichen StubenKlassenräumen Regierungspalästenwenngleich nie lebendig.Du überlebtest heißt esdeine wohlsituierten Mördersamt allen Füchsen -
wenngleich du selten erscheinstHerr Jesuswo immer bei wem auch immeraber selten bei mirseltener noch als der Fuchshuscht uns den Bach entlangfür seine Weihnachtsgans.
(1989)
WEIHNACHTLICHER GASTMein Höheres Selbst spazieren führenaufrecht und horchend bewegt.Das ist die Haltung der Atemworin mir wohl wirdEndzweck der Geist-Seele-Körper-Gymnastikder Weg-Wahrheit-Lebens-Rhetorikist Weihnachten Ostern und Pfingstenzugleich und Vergessen des ganzenEgo-Heilsbetriebes ohne irgendwaszu vergessen.Komm du weihnachtlicher Gast!Lass es dir wohl sein in meinem wandelnden Hausund lass dich nicht scheuchensollte das Ich dich bemerken.(1989)
WEIHNACHTLICHER GASTMein Höheres Selbst spazieren führenaufrecht und horchend bewegt.Das ist die Haltung der Atemworin mir wohl wirdEndzweck der Geist-Seele-Körper-Gymnastikder Weg-Wahrheit-Lebens-Rhetorikist Weihnachten Ostern und Pfingstenzugleich und Vergessen des ganzenEgo-Heilsbetriebes ohne irgendwaszu vergessen.Komm du weihnachtlicher Gast!Lass es dir wohl sein in meinem wandelnden Hausund lass dich nicht scheuchensollte das Ich dich bemerken.(1989)
WEIHNACHTLICHER GAST
Mein Höheres Selbst spazieren führenaufrecht und horchend bewegt.Das ist die Haltung der Atemworin mir wohl wirdEndzweck der Geist-Seele-Körper-Gymnastikder Weg-Wahrheit-Lebens-Rhetorikist Weihnachten Ostern und Pfingstenzugleich und Vergessen des ganzenEgo-Heilsbetriebes ohne irgendwaszu vergessen.
Komm du weihnachtlicher Gast!Lass es dir wohl sein in meinem wandelnden Hausund lass dich nicht scheuchensollte das Ich dich bemerken.
(1989)
FRONLEICHNAMDie Monstranz hochhaltendzwischen die Häuser gehen:da stand vor vierzig Jahren das Kornmeinen staunenden Kinderkopf überragend unddas von Gesängen ergriffene Herz.Kopf und Herz hörten göttlichen Lichtklangfließen in unsere Weltgewahrten den größeren Leib des Herrn.Heute trag ich die Goldmonstranzmeines Höheren Selbst alleinin die ernüchterte LandschaftMühen Trauer Sorgenverlorener Jahreschweigen im Jugendgedenkenerinnernd das Alterslose:Das fließt nicht minder heute in diese Erdegeschundene Landschaft aufzuforstenDein Reich komme doch nochund nunmehr bald!(1991)
FRONLEICHNAMDie Monstranz hochhaltendzwischen die Häuser gehen:da stand vor vierzig Jahren das Kornmeinen staunenden Kinderkopf überragend unddas von Gesängen ergriffene Herz.Kopf und Herz hörten göttlichen Lichtklangfließen in unsere Weltgewahrten den größeren Leib des Herrn.Heute trag ich die Goldmonstranzmeines Höheren Selbst alleinin die ernüchterte LandschaftMühen Trauer Sorgenverlorener Jahreschweigen im Jugendgedenkenerinnernd das Alterslose:Das fließt nicht minder heute in diese Erdegeschundene Landschaft aufzuforstenDein Reich komme doch nochund nunmehr bald!(1991)
FRONLEICHNAM
Die Monstranz hochhaltendzwischen die Häuser gehen:da stand vor vierzig Jahren das Kornmeinen staunenden Kinderkopf überragend unddas von Gesängen ergriffene Herz.Kopf und Herz hörten göttlichen Lichtklangfließen in unsere Weltgewahrten den größeren Leib des Herrn.
Heute trag ich die Goldmonstranzmeines Höheren Selbst alleinin die ernüchterte LandschaftMühen Trauer Sorgenverlorener Jahreschweigen im Jugendgedenkenerinnernd das Alterslose:Das fließt nicht minder heute in diese Erdegeschundene Landschaft aufzuforstenDein Reich komme doch nochund nunmehr bald!
(1991)
WEIHNACHTEN WIE NIELasst es gut seinmit dem Eiabubeitschivom Kind im Stall.Der Christus ist Mann gewordenund die Welt in der Halbstarkenkrisewie nie.Er steht vor den Toren wie nieund mit der Hoffnung steht’sallem Anschein und Ächzen zum Trotzgut wie nie.Lasst es gut seinund öffnet ihmdieses Weihnachten nochwie zuvor nie.(1996)
WEIHNACHTEN WIE NIELasst es gut seinmit dem Eiabubeitschivom Kind im Stall.Der Christus ist Mann gewordenund die Welt in der Halbstarkenkrisewie nie.Er steht vor den Toren wie nieund mit der Hoffnung steht’sallem Anschein und Ächzen zum Trotzgut wie nie.Lasst es gut seinund öffnet ihmdieses Weihnachten nochwie zuvor nie.(1996)
WEIHNACHTEN WIE NIE
Lasst es gut sein
mit dem Eiabubeitschi
vom Kind im Stall.
Der Christus ist Mann geworden
und die Welt in der Halbstarkenkrise
wie nie.
Er steht vor den Toren wie nie
und mit der Hoffnung steht’s
allem Anschein und Ächzen zum Trotz
gut wie nie.
Lasst es gut sein
und öffnet ihm
dieses Weihnachten noch
wie zuvor nie.
(1996)
SCHICKSALSGETRAGEN„Es ist ein Gott in uns, der lenkt, wie Wasserbäche,das Schicksal, und alle Dinge sind sein Element.“(F. Hölderlin, Hyperion)Beim frühen Sonntagslichtdurch die fremde Stadt ziehenfrühstücken den Reichtumalter wie jüngster Fassadenauferstehend aus Ruinen.Junge Aufgeweckte bewundernund unwillkürlich grüßenwie ich sie unversehensan eine Berühmtheit erinnre.Keine Komplexe dann spürennicht die alte Ungerechtigkeitstrauernur noch Dank fühlen aber richtigfühlen alles Getragenseinvon einem unergründlichenirgendwie gründlichen Schicksal.(2011)
SCHICKSALSGETRAGEN„Es ist ein Gott in uns, der lenkt, wie Wasserbäche,das Schicksal, und alle Dinge sind sein Element.“(F. Hölderlin, Hyperion)Beim frühen Sonntagslichtdurch die fremde Stadt ziehenfrühstücken den Reichtumalter wie jüngster Fassadenauferstehend aus Ruinen.Junge Aufgeweckte bewundernund unwillkürlich grüßenwie ich sie unversehensan eine Berühmtheit erinnre.Keine Komplexe dann spürennicht die alte Ungerechtigkeitstrauernur noch Dank fühlen aber richtigfühlen alles Getragenseinvon einem unergründlichenirgendwie gründlichen Schicksal.(2011)
SCHICKSALSGETRAGEN
„Es ist ein Gott in uns, der lenkt, wie Wasserbäche,das Schicksal, und alle Dinge sind sein Element.“(F. Hölderlin, Hyperion)
Beim frühen Sonntagslichtdurch die fremde Stadt ziehenfrühstücken den Reichtumalter wie jüngster Fassadenauferstehend aus Ruinen.
Junge Aufgeweckte bewundernund unwillkürlich grüßenwie ich sie unversehensan eine Berühmtheit erinnre.
Keine Komplexe dann spürennicht die alte Ungerechtigkeitstrauernur noch Dank fühlen aber richtigfühlen alles Getragenseinvon einem unergründlichenirgendwie gründlichen Schicksal.
(2011)
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