Prof. Dr. Johannes HeinrichsIntegrale PhilosophieProf. Dr. Johannes HeinrichsIntegrale Philosophie

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Suche:1. Öfters tritt dein Spiegelbild vor dic2. Da ist die Liebe wieder3. Immerabschied4. Gott spricht die Sprache der Tatsache5. Dein Weinen über der Morgenzeitung6. Gern such ich den Stein de WeisenLiterarisches/ 2. Da ist die Liebe wiederWENN DU ÜBER DIE BRÜCKE GEHST„Was groß ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist:was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er einÜbergang und ein Untergang ist."(F. Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Vorreden)Wenn du über die Brücke gehstdann denk an mich.Wenn du über die Brücke gehstBegleite ich dich.Zwischen den Bauten brückt sieDeren keiner uns bergen kann.Über den Fluss hin führt siehält uns im Übergang.Noch Bank und Bücher stehn uns auf der Brückewo die Liebe ruht und wir schauen.Und alles Handwerkszeug noch auf der Brückeum neue und kühnre zu bauen.Sooft du über der Brücke stehst –viel Brücke ist nie gegangenund niemals angefangenwenn du über die Brücke gehst.(1967)FERIENNACHTSchließe mir dochdie feiner fühlende Handwieder zur Faustdass nicht die Blüte dem Mondlichtgeöffnet bleibt.Vollmondnacht wehedie nicht den Schaffendensondern den Kostenden weckt.Gleißender Kälte und Leere drohn.Weit ist der Freundhinter FaustwerkMauern und Schlossda du ihn tiefer suchstwenn du ruhstund du tiefer verzweifelst.Und Heiliger Du unsagbarnah oder fern.(1970)WÄHLEN WIRGemeinsamin den Geheimnissen stehnoder vertrocknenoder zerbrechen.Wählen wirals Erwählteuns nicht zu schonen.Denn die Geheimnisse schonen uns nicht.(1971)SCHÖPFUNGSWORTEIch hab es von dir empfangendu von mir wie du sagst.Wir schöpfen unsre Geschenkeaus Meerendie im Schöpfungswortsich vom Trockenen scheiden.(1972)SPRACHLOSDen zehnten Briefbeginn ich dir heute.Ob er wieder zerreißtbestenfalls eingehtins Bruchtagebuchder Monologe?Wer schenkt mir die Sprache wiederden Worten Flügelund Zwischenraumaus Vertrauen?(1972)WIE ABER?Auf Züge wartenwie aber wissenwelcher wohin?Worte formenwie aber hörenzu welchem Sinn?Freunde aufsuchenwie aber wen fragenwer ich dir bin?(1972)ÜBERRASCHUNGDu warst daauf Anruf hin.Nichts ist weniger selbstverständlichaußer dass dumir zuvorkamst.Auf dich warte ichwie aufs Frühstückdas morgendlich ohne Ermüdung stärkt.Verlässlich überrascht esmit neuem Tag.Dein Blick wäscht Wolkendie abschiedsgewecktenzu rein vergangnen.Und Zukunft gewinntunsere Gegenwart.(1976)BRIEFEDeine Briefe zur Süße kauenwie das Abendmahlsbrotwie wir miteinander aßenund unser Atem ein Geist war.Unausgeschöpft liegen die Tageversunkene Schiffe auf ihrer ersten Fahrtdie Blicke die Augenblickeauf nie ergründetem Grund.Trauer der Zeit.Kein Warten erlöst.Wie du aber danke schreibstfass ich Hoffnungund lasse Ewigkeit eindie Fülle kauend:Stoffwechsel mit der Naturkommender Worte –und danke.(1977)GLÜCK DER VERSÖHNUNGDie Ferne erlaubtdas Glück der Versöhnunglange zu kosten.Einmütig fortspricht das Schweigen.Einverständnis heißtdas wortloseGeheimnis Weltin das wir horchenaus dem wir sprechengerade genugum nicht darin unterzugehenam Endeauf offener Seenach geglückter Rettung.(1977)NACHTWACHEMitternachts wach ichsuche ein Wort für dichvon vielen dieunter die Räder gefallen.Dich findenunter endlich gefundenem Dach.Wir werden dort atmenund Worte sammeln undvorläufig wie die Hoffnungsie wie alles vertiefen.(1977)WOHNUNGSSUCHEDu hast Wohnung in mir genommensagst du.Aber du tust es.So besessen irre ichruhelos in Exilen.Wo den Kopf hinlegenwenigstens zum Vergessen?Du sprichst betest denkst aus mirschreibst du.Und besetzt meine Gedanken.Aber das Schweigendas Meer – wieihm ein Stück Land abgewinnenund darauf bauen?(1978)MANCHMAL AUFERSTEHUNGManchmal gelingt ein Wortdas über springtaus Schicksalsfunken von beiden.Der Stromkreis schließt sichzu sterbloser Einheit.Nähe der GeschiedenenUnterschied der keiner istUnerschied der allein istzwischen dir und mir.Manchmal feiern wir ihnund Auferstehungdes Ungesagtenaus Ferne aus unseren Tiefenund allerhand Schicksal.(1978)MENSCHEN WIE DUNicht ins Leere stierensondern auf Schönheitwie du sie mir wieder zeigst.Die Plätze bei Licht besehenund Ecce homo:Seht da der Menschwie du.Die zweibeinigen Herdentierschemenbeleben sichje einzelnunsterblich sterbend.Wir morden sie vorwegaugenlos millionenfach.Mangel an Liebean Denken.(1978)DA IST SIE WIEDERAuf dem Bahnhof ins Weitewird eine Gestaltsekundenlangzur Gestalt der deinen.Ein Blitzzwischen Innen und Außen.Da ist die Liebe wiedersteigt ungefragtaus der Verbannungmit in den Zug.Guter böser Engelda ist er wiederund sinnschwerdein Lächeln vor mir.(1979)ANGST VOR GLÜCKDeine Angst damalsals ich dir nahe kamerstmals wie wir ersehntenAngst vor dem Untergehender alten Weltins fragile Glück einfachhin.Angst vor Glückwenn die Würfel zuihm schon gefallen- bin ich ein falscher Spieler? –vor der entscheidenden Überfahrtwie wir vielleicht nur noch eineerleben erleiden ersehnen.(1985)GLÜCKWÜNSCHEWas ich dir wünsche?Michdich wünschendalle Tage.Da nimm eszum Werdenalle Tage –das unfertige Gedicht …(1985)WENN DU NICHT WÄRSTWenn du nicht wärststünden die Sterne stilljedenfalls meine guten.Wenn du nicht wärstbliebe die Stadt chaotischein Trümmer- und Ameisenfeldbliebe mein Chaosohne ordnenden Rufwüsste ich immer noch nichtwas mit der Liebe istob Wahn oder wirklich.Wenn du nicht wärstwürde ich manche Schmerzen nicht kennenmeine teuren Lebenslehrer undnicht die mir zukommenden Ängste.Wenn du nicht wärstwürde ich mich nur kennenund dieses schlechtdieses ewige Ich und Ich.Wenn du nicht wärstwüsste ich von Verantwortungeigentlich nichtsund alles Heilige wäre mireigentlich nichts.Wenn du nicht wärst –es wäre irgendein andererirgendeine andere nur da.(1987)BEIM WORT NEHMENBeim Wort nehmen willst du mich.Ist das sicherer als die HandZärtlicher als die SchulterLustvoller als ein anderes Körperglied?Es kommt darauf anauf das Wort.Nicht zu allen stehe ich gleichnicht alle halten gleich festzu mir.Manchmal ist da ein Wortworan du mich halten sollstselbst wenn ich über Abgründen baumleoder wegfliegen will.Ich nehm dich beim Wort.(1989)WUNDERNicht müde werden,sondern dem Wunder leisewie einem Vogeldie Hand hinhalten.(Hilde Domin)Schon müde gewordenblieb meine Hand immer nocheine Herzensantennehoffnungslos ausgestrecktnach dem WunderDa kommt es niederes nimmt kein EndeHände und Herz vollgibst du mir zu tunmich wach zu wundernden Resteines neuen Lebens(1990)ERWARTENDa sitz ich am Telefonob der Blitz durchschlägtim mein Sorgenlebenob er die Drohgewölke teiltraumschaffend einer Sonnesich zu spiegelnim See der heiteren Seelenworauf unsere Kähne sich stoßenbis wir zusammensitzenin einem einzigen Boot.(1991)MEINER MYSTIKSCHWANGERENWenn du plötzlich innehältstum das grüne Glück leuchten zu sehenmitten in der neuen Landschaftvom Allerheiligenseelentagoder um die geheime Kraft meiner Hautmit deinem Augenleuchten zu kündendann staune ich entwortet zurückmeine werdende Mystikerin.Freudig bringt dir sein Opfermein mitten in Stolzesruinenkämpfender Intellektsein sacrificium intellectuswie er vermeint.Noch ängstigt er sichvor dem vermeintlicheinfachen Glück.(1992)MUTTERS ZEICHENEntschlafene Mutteres geht etwas von dir ausvon deinem entfesselten Blick.Löse auch meinen Augen die Fesselnmeiner vielwissenden Ungeduldund dies sei dein Zeichen:Gib meinem Heimwehdie Richtungund sei es die meiner Tränen.So traf ich sie.(1992)ALLES VORBEI(Reime ins Poesiealbum))Wie du denkst es ist alles vorbeikommt manchmal leise das Neue herbei.Und das Vorbeisein geht vorbei.Manche Fragegestalt kommt herbeiwie zum Nachmittagskaffee ganz nebenbei.Die Meisten gehen bald wieder vorbei.Die Wenigen aber kommen stets neugerad weil du meinst jetzt ist alles vorbeibleiben sie leichthin dabei.Mit einem allein wirst du am Ende –vom Vorbeisein ganz frei.Deine Schicksalsliebelei Johei.(2003)Seite empfehlen•Inhaltsübersicht•Impressum

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  1. Öfters tritt dein Spiegelbild vor dic2. Da ist die Liebe wieder3. Immerabschied4. Gott spricht die Sprache der Tatsache5. Dein Weinen über der Morgenzeitung6. Gern such ich den Stein de Weisen

  1. Öfters tritt dein Spiegelbild vor dic2. Da ist die Liebe wieder3. Immerabschied4. Gott spricht die Sprache der Tatsache5. Dein Weinen über der Morgenzeitung6. Gern such ich den Stein de Weisen

  2. Öfters tritt dein Spiegelbild vor dic

  3. Da ist die Liebe wieder

  4. Immerabschied

  5. Gott spricht die Sprache der Tatsache

  6. Dein Weinen über der Morgenzeitung

  7. Gern such ich den Stein de Weisen

Literarisches/ 2. Da ist die Liebe wiederWENN DU ÜBER DIE BRÜCKE GEHST„Was groß ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist:was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er einÜbergang und ein Untergang ist."(F. Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Vorreden)Wenn du über die Brücke gehstdann denk an mich.Wenn du über die Brücke gehstBegleite ich dich.Zwischen den Bauten brückt sieDeren keiner uns bergen kann.Über den Fluss hin führt siehält uns im Übergang.Noch Bank und Bücher stehn uns auf der Brückewo die Liebe ruht und wir schauen.Und alles Handwerkszeug noch auf der Brückeum neue und kühnre zu bauen.Sooft du über der Brücke stehst –viel Brücke ist nie gegangenund niemals angefangenwenn du über die Brücke gehst.(1967)FERIENNACHTSchließe mir dochdie feiner fühlende Handwieder zur Faustdass nicht die Blüte dem Mondlichtgeöffnet bleibt.Vollmondnacht wehedie nicht den Schaffendensondern den Kostenden weckt.Gleißender Kälte und Leere drohn.Weit ist der Freundhinter FaustwerkMauern und Schlossda du ihn tiefer suchstwenn du ruhstund du tiefer verzweifelst.Und Heiliger Du unsagbarnah oder fern.(1970)WÄHLEN WIRGemeinsamin den Geheimnissen stehnoder vertrocknenoder zerbrechen.Wählen wirals Erwählteuns nicht zu schonen.Denn die Geheimnisse schonen uns nicht.(1971)SCHÖPFUNGSWORTEIch hab es von dir empfangendu von mir wie du sagst.Wir schöpfen unsre Geschenkeaus Meerendie im Schöpfungswortsich vom Trockenen scheiden.(1972)SPRACHLOSDen zehnten Briefbeginn ich dir heute.Ob er wieder zerreißtbestenfalls eingehtins Bruchtagebuchder Monologe?Wer schenkt mir die Sprache wiederden Worten Flügelund Zwischenraumaus Vertrauen?(1972)WIE ABER?Auf Züge wartenwie aber wissenwelcher wohin?Worte formenwie aber hörenzu welchem Sinn?Freunde aufsuchenwie aber wen fragenwer ich dir bin?(1972)ÜBERRASCHUNGDu warst daauf Anruf hin.Nichts ist weniger selbstverständlichaußer dass dumir zuvorkamst.Auf dich warte ichwie aufs Frühstückdas morgendlich ohne Ermüdung stärkt.Verlässlich überrascht esmit neuem Tag.Dein Blick wäscht Wolkendie abschiedsgewecktenzu rein vergangnen.Und Zukunft gewinntunsere Gegenwart.(1976)BRIEFEDeine Briefe zur Süße kauenwie das Abendmahlsbrotwie wir miteinander aßenund unser Atem ein Geist war.Unausgeschöpft liegen die Tageversunkene Schiffe auf ihrer ersten Fahrtdie Blicke die Augenblickeauf nie ergründetem Grund.Trauer der Zeit.Kein Warten erlöst.Wie du aber danke schreibstfass ich Hoffnungund lasse Ewigkeit eindie Fülle kauend:Stoffwechsel mit der Naturkommender Worte –und danke.(1977)GLÜCK DER VERSÖHNUNGDie Ferne erlaubtdas Glück der Versöhnunglange zu kosten.Einmütig fortspricht das Schweigen.Einverständnis heißtdas wortloseGeheimnis Weltin das wir horchenaus dem wir sprechengerade genugum nicht darin unterzugehenam Endeauf offener Seenach geglückter Rettung.(1977)NACHTWACHEMitternachts wach ichsuche ein Wort für dichvon vielen dieunter die Räder gefallen.Dich findenunter endlich gefundenem Dach.Wir werden dort atmenund Worte sammeln undvorläufig wie die Hoffnungsie wie alles vertiefen.(1977)WOHNUNGSSUCHEDu hast Wohnung in mir genommensagst du.Aber du tust es.So besessen irre ichruhelos in Exilen.Wo den Kopf hinlegenwenigstens zum Vergessen?Du sprichst betest denkst aus mirschreibst du.Und besetzt meine Gedanken.Aber das Schweigendas Meer – wieihm ein Stück Land abgewinnenund darauf bauen?(1978)MANCHMAL AUFERSTEHUNGManchmal gelingt ein Wortdas über springtaus Schicksalsfunken von beiden.Der Stromkreis schließt sichzu sterbloser Einheit.Nähe der GeschiedenenUnterschied der keiner istUnerschied der allein istzwischen dir und mir.Manchmal feiern wir ihnund Auferstehungdes Ungesagtenaus Ferne aus unseren Tiefenund allerhand Schicksal.(1978)MENSCHEN WIE DUNicht ins Leere stierensondern auf Schönheitwie du sie mir wieder zeigst.Die Plätze bei Licht besehenund Ecce homo:Seht da der Menschwie du.Die zweibeinigen Herdentierschemenbeleben sichje einzelnunsterblich sterbend.Wir morden sie vorwegaugenlos millionenfach.Mangel an Liebean Denken.(1978)DA IST SIE WIEDERAuf dem Bahnhof ins Weitewird eine Gestaltsekundenlangzur Gestalt der deinen.Ein Blitzzwischen Innen und Außen.Da ist die Liebe wiedersteigt ungefragtaus der Verbannungmit in den Zug.Guter böser Engelda ist er wiederund sinnschwerdein Lächeln vor mir.(1979)ANGST VOR GLÜCKDeine Angst damalsals ich dir nahe kamerstmals wie wir ersehntenAngst vor dem Untergehender alten Weltins fragile Glück einfachhin.Angst vor Glückwenn die Würfel zuihm schon gefallen- bin ich ein falscher Spieler? –vor der entscheidenden Überfahrtwie wir vielleicht nur noch eineerleben erleiden ersehnen.(1985)GLÜCKWÜNSCHEWas ich dir wünsche?Michdich wünschendalle Tage.Da nimm eszum Werdenalle Tage –das unfertige Gedicht …(1985)WENN DU NICHT WÄRSTWenn du nicht wärststünden die Sterne stilljedenfalls meine guten.Wenn du nicht wärstbliebe die Stadt chaotischein Trümmer- und Ameisenfeldbliebe mein Chaosohne ordnenden Rufwüsste ich immer noch nichtwas mit der Liebe istob Wahn oder wirklich.Wenn du nicht wärstwürde ich manche Schmerzen nicht kennenmeine teuren Lebenslehrer undnicht die mir zukommenden Ängste.Wenn du nicht wärstwürde ich mich nur kennenund dieses schlechtdieses ewige Ich und Ich.Wenn du nicht wärstwüsste ich von Verantwortungeigentlich nichtsund alles Heilige wäre mireigentlich nichts.Wenn du nicht wärst –es wäre irgendein andererirgendeine andere nur da.(1987)BEIM WORT NEHMENBeim Wort nehmen willst du mich.Ist das sicherer als die HandZärtlicher als die SchulterLustvoller als ein anderes Körperglied?Es kommt darauf anauf das Wort.Nicht zu allen stehe ich gleichnicht alle halten gleich festzu mir.Manchmal ist da ein Wortworan du mich halten sollstselbst wenn ich über Abgründen baumleoder wegfliegen will.Ich nehm dich beim Wort.(1989)WUNDERNicht müde werden,sondern dem Wunder leisewie einem Vogeldie Hand hinhalten.(Hilde Domin)Schon müde gewordenblieb meine Hand immer nocheine Herzensantennehoffnungslos ausgestrecktnach dem WunderDa kommt es niederes nimmt kein EndeHände und Herz vollgibst du mir zu tunmich wach zu wundernden Resteines neuen Lebens(1990)ERWARTENDa sitz ich am Telefonob der Blitz durchschlägtim mein Sorgenlebenob er die Drohgewölke teiltraumschaffend einer Sonnesich zu spiegelnim See der heiteren Seelenworauf unsere Kähne sich stoßenbis wir zusammensitzenin einem einzigen Boot.(1991)MEINER MYSTIKSCHWANGERENWenn du plötzlich innehältstum das grüne Glück leuchten zu sehenmitten in der neuen Landschaftvom Allerheiligenseelentagoder um die geheime Kraft meiner Hautmit deinem Augenleuchten zu kündendann staune ich entwortet zurückmeine werdende Mystikerin.Freudig bringt dir sein Opfermein mitten in Stolzesruinenkämpfender Intellektsein sacrificium intellectuswie er vermeint.Noch ängstigt er sichvor dem vermeintlicheinfachen Glück.(1992)MUTTERS ZEICHENEntschlafene Mutteres geht etwas von dir ausvon deinem entfesselten Blick.Löse auch meinen Augen die Fesselnmeiner vielwissenden Ungeduldund dies sei dein Zeichen:Gib meinem Heimwehdie Richtungund sei es die meiner Tränen.So traf ich sie.(1992)ALLES VORBEI(Reime ins Poesiealbum))Wie du denkst es ist alles vorbeikommt manchmal leise das Neue herbei.Und das Vorbeisein geht vorbei.Manche Fragegestalt kommt herbeiwie zum Nachmittagskaffee ganz nebenbei.Die Meisten gehen bald wieder vorbei.Die Wenigen aber kommen stets neugerad weil du meinst jetzt ist alles vorbeibleiben sie leichthin dabei.Mit einem allein wirst du am Ende –vom Vorbeisein ganz frei.Deine Schicksalsliebelei Johei.(2003)

Literarisches/ 2. Da ist die Liebe wiederWENN DU ÜBER DIE BRÜCKE GEHST„Was groß ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist:was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er einÜbergang und ein Untergang ist."(F. Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Vorreden)Wenn du über die Brücke gehstdann denk an mich.Wenn du über die Brücke gehstBegleite ich dich.Zwischen den Bauten brückt sieDeren keiner uns bergen kann.Über den Fluss hin führt siehält uns im Übergang.Noch Bank und Bücher stehn uns auf der Brückewo die Liebe ruht und wir schauen.Und alles Handwerkszeug noch auf der Brückeum neue und kühnre zu bauen.Sooft du über der Brücke stehst –viel Brücke ist nie gegangenund niemals angefangenwenn du über die Brücke gehst.(1967)FERIENNACHTSchließe mir dochdie feiner fühlende Handwieder zur Faustdass nicht die Blüte dem Mondlichtgeöffnet bleibt.Vollmondnacht wehedie nicht den Schaffendensondern den Kostenden weckt.Gleißender Kälte und Leere drohn.Weit ist der Freundhinter FaustwerkMauern und Schlossda du ihn tiefer suchstwenn du ruhstund du tiefer verzweifelst.Und Heiliger Du unsagbarnah oder fern.(1970)WÄHLEN WIRGemeinsamin den Geheimnissen stehnoder vertrocknenoder zerbrechen.Wählen wirals Erwählteuns nicht zu schonen.Denn die Geheimnisse schonen uns nicht.(1971)SCHÖPFUNGSWORTEIch hab es von dir empfangendu von mir wie du sagst.Wir schöpfen unsre Geschenkeaus Meerendie im Schöpfungswortsich vom Trockenen scheiden.(1972)SPRACHLOSDen zehnten Briefbeginn ich dir heute.Ob er wieder zerreißtbestenfalls eingehtins Bruchtagebuchder Monologe?Wer schenkt mir die Sprache wiederden Worten Flügelund Zwischenraumaus Vertrauen?(1972)WIE ABER?Auf Züge wartenwie aber wissenwelcher wohin?Worte formenwie aber hörenzu welchem Sinn?Freunde aufsuchenwie aber wen fragenwer ich dir bin?(1972)ÜBERRASCHUNGDu warst daauf Anruf hin.Nichts ist weniger selbstverständlichaußer dass dumir zuvorkamst.Auf dich warte ichwie aufs Frühstückdas morgendlich ohne Ermüdung stärkt.Verlässlich überrascht esmit neuem Tag.Dein Blick wäscht Wolkendie abschiedsgewecktenzu rein vergangnen.Und Zukunft gewinntunsere Gegenwart.(1976)BRIEFEDeine Briefe zur Süße kauenwie das Abendmahlsbrotwie wir miteinander aßenund unser Atem ein Geist war.Unausgeschöpft liegen die Tageversunkene Schiffe auf ihrer ersten Fahrtdie Blicke die Augenblickeauf nie ergründetem Grund.Trauer der Zeit.Kein Warten erlöst.Wie du aber danke schreibstfass ich Hoffnungund lasse Ewigkeit eindie Fülle kauend:Stoffwechsel mit der Naturkommender Worte –und danke.(1977)GLÜCK DER VERSÖHNUNGDie Ferne erlaubtdas Glück der Versöhnunglange zu kosten.Einmütig fortspricht das Schweigen.Einverständnis heißtdas wortloseGeheimnis Weltin das wir horchenaus dem wir sprechengerade genugum nicht darin unterzugehenam Endeauf offener Seenach geglückter Rettung.(1977)NACHTWACHEMitternachts wach ichsuche ein Wort für dichvon vielen dieunter die Räder gefallen.Dich findenunter endlich gefundenem Dach.Wir werden dort atmenund Worte sammeln undvorläufig wie die Hoffnungsie wie alles vertiefen.(1977)WOHNUNGSSUCHEDu hast Wohnung in mir genommensagst du.Aber du tust es.So besessen irre ichruhelos in Exilen.Wo den Kopf hinlegenwenigstens zum Vergessen?Du sprichst betest denkst aus mirschreibst du.Und besetzt meine Gedanken.Aber das Schweigendas Meer – wieihm ein Stück Land abgewinnenund darauf bauen?(1978)MANCHMAL AUFERSTEHUNGManchmal gelingt ein Wortdas über springtaus Schicksalsfunken von beiden.Der Stromkreis schließt sichzu sterbloser Einheit.Nähe der GeschiedenenUnterschied der keiner istUnerschied der allein istzwischen dir und mir.Manchmal feiern wir ihnund Auferstehungdes Ungesagtenaus Ferne aus unseren Tiefenund allerhand Schicksal.(1978)MENSCHEN WIE DUNicht ins Leere stierensondern auf Schönheitwie du sie mir wieder zeigst.Die Plätze bei Licht besehenund Ecce homo:Seht da der Menschwie du.Die zweibeinigen Herdentierschemenbeleben sichje einzelnunsterblich sterbend.Wir morden sie vorwegaugenlos millionenfach.Mangel an Liebean Denken.(1978)DA IST SIE WIEDERAuf dem Bahnhof ins Weitewird eine Gestaltsekundenlangzur Gestalt der deinen.Ein Blitzzwischen Innen und Außen.Da ist die Liebe wiedersteigt ungefragtaus der Verbannungmit in den Zug.Guter böser Engelda ist er wiederund sinnschwerdein Lächeln vor mir.(1979)ANGST VOR GLÜCKDeine Angst damalsals ich dir nahe kamerstmals wie wir ersehntenAngst vor dem Untergehender alten Weltins fragile Glück einfachhin.Angst vor Glückwenn die Würfel zuihm schon gefallen- bin ich ein falscher Spieler? –vor der entscheidenden Überfahrtwie wir vielleicht nur noch eineerleben erleiden ersehnen.(1985)GLÜCKWÜNSCHEWas ich dir wünsche?Michdich wünschendalle Tage.Da nimm eszum Werdenalle Tage –das unfertige Gedicht …(1985)WENN DU NICHT WÄRSTWenn du nicht wärststünden die Sterne stilljedenfalls meine guten.Wenn du nicht wärstbliebe die Stadt chaotischein Trümmer- und Ameisenfeldbliebe mein Chaosohne ordnenden Rufwüsste ich immer noch nichtwas mit der Liebe istob Wahn oder wirklich.Wenn du nicht wärstwürde ich manche Schmerzen nicht kennenmeine teuren Lebenslehrer undnicht die mir zukommenden Ängste.Wenn du nicht wärstwürde ich mich nur kennenund dieses schlechtdieses ewige Ich und Ich.Wenn du nicht wärstwüsste ich von Verantwortungeigentlich nichtsund alles Heilige wäre mireigentlich nichts.Wenn du nicht wärst –es wäre irgendein andererirgendeine andere nur da.(1987)BEIM WORT NEHMENBeim Wort nehmen willst du mich.Ist das sicherer als die HandZärtlicher als die SchulterLustvoller als ein anderes Körperglied?Es kommt darauf anauf das Wort.Nicht zu allen stehe ich gleichnicht alle halten gleich festzu mir.Manchmal ist da ein Wortworan du mich halten sollstselbst wenn ich über Abgründen baumleoder wegfliegen will.Ich nehm dich beim Wort.(1989)WUNDERNicht müde werden,sondern dem Wunder leisewie einem Vogeldie Hand hinhalten.(Hilde Domin)Schon müde gewordenblieb meine Hand immer nocheine Herzensantennehoffnungslos ausgestrecktnach dem WunderDa kommt es niederes nimmt kein EndeHände und Herz vollgibst du mir zu tunmich wach zu wundernden Resteines neuen Lebens(1990)ERWARTENDa sitz ich am Telefonob der Blitz durchschlägtim mein Sorgenlebenob er die Drohgewölke teiltraumschaffend einer Sonnesich zu spiegelnim See der heiteren Seelenworauf unsere Kähne sich stoßenbis wir zusammensitzenin einem einzigen Boot.(1991)MEINER MYSTIKSCHWANGERENWenn du plötzlich innehältstum das grüne Glück leuchten zu sehenmitten in der neuen Landschaftvom Allerheiligenseelentagoder um die geheime Kraft meiner Hautmit deinem Augenleuchten zu kündendann staune ich entwortet zurückmeine werdende Mystikerin.Freudig bringt dir sein Opfermein mitten in Stolzesruinenkämpfender Intellektsein sacrificium intellectuswie er vermeint.Noch ängstigt er sichvor dem vermeintlicheinfachen Glück.(1992)MUTTERS ZEICHENEntschlafene Mutteres geht etwas von dir ausvon deinem entfesselten Blick.Löse auch meinen Augen die Fesselnmeiner vielwissenden Ungeduldund dies sei dein Zeichen:Gib meinem Heimwehdie Richtungund sei es die meiner Tränen.So traf ich sie.(1992)ALLES VORBEI(Reime ins Poesiealbum))Wie du denkst es ist alles vorbeikommt manchmal leise das Neue herbei.Und das Vorbeisein geht vorbei.Manche Fragegestalt kommt herbeiwie zum Nachmittagskaffee ganz nebenbei.Die Meisten gehen bald wieder vorbei.Die Wenigen aber kommen stets neugerad weil du meinst jetzt ist alles vorbeibleiben sie leichthin dabei.Mit einem allein wirst du am Ende –vom Vorbeisein ganz frei.Deine Schicksalsliebelei Johei.(2003)

Literarisches/ 2. Da ist die Liebe wiederWENN DU ÜBER DIE BRÜCKE GEHST„Was groß ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist:was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er einÜbergang und ein Untergang ist."(F. Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Vorreden)Wenn du über die Brücke gehstdann denk an mich.Wenn du über die Brücke gehstBegleite ich dich.Zwischen den Bauten brückt sieDeren keiner uns bergen kann.Über den Fluss hin führt siehält uns im Übergang.Noch Bank und Bücher stehn uns auf der Brückewo die Liebe ruht und wir schauen.Und alles Handwerkszeug noch auf der Brückeum neue und kühnre zu bauen.Sooft du über der Brücke stehst –viel Brücke ist nie gegangenund niemals angefangenwenn du über die Brücke gehst.(1967)FERIENNACHTSchließe mir dochdie feiner fühlende Handwieder zur Faustdass nicht die Blüte dem Mondlichtgeöffnet bleibt.Vollmondnacht wehedie nicht den Schaffendensondern den Kostenden weckt.Gleißender Kälte und Leere drohn.Weit ist der Freundhinter FaustwerkMauern und Schlossda du ihn tiefer suchstwenn du ruhstund du tiefer verzweifelst.Und Heiliger Du unsagbarnah oder fern.(1970)WÄHLEN WIRGemeinsamin den Geheimnissen stehnoder vertrocknenoder zerbrechen.Wählen wirals Erwählteuns nicht zu schonen.Denn die Geheimnisse schonen uns nicht.(1971)SCHÖPFUNGSWORTEIch hab es von dir empfangendu von mir wie du sagst.Wir schöpfen unsre Geschenkeaus Meerendie im Schöpfungswortsich vom Trockenen scheiden.(1972)SPRACHLOSDen zehnten Briefbeginn ich dir heute.Ob er wieder zerreißtbestenfalls eingehtins Bruchtagebuchder Monologe?Wer schenkt mir die Sprache wiederden Worten Flügelund Zwischenraumaus Vertrauen?(1972)WIE ABER?Auf Züge wartenwie aber wissenwelcher wohin?Worte formenwie aber hörenzu welchem Sinn?Freunde aufsuchenwie aber wen fragenwer ich dir bin?(1972)ÜBERRASCHUNGDu warst daauf Anruf hin.Nichts ist weniger selbstverständlichaußer dass dumir zuvorkamst.Auf dich warte ichwie aufs Frühstückdas morgendlich ohne Ermüdung stärkt.Verlässlich überrascht esmit neuem Tag.Dein Blick wäscht Wolkendie abschiedsgewecktenzu rein vergangnen.Und Zukunft gewinntunsere Gegenwart.(1976)BRIEFEDeine Briefe zur Süße kauenwie das Abendmahlsbrotwie wir miteinander aßenund unser Atem ein Geist war.Unausgeschöpft liegen die Tageversunkene Schiffe auf ihrer ersten Fahrtdie Blicke die Augenblickeauf nie ergründetem Grund.Trauer der Zeit.Kein Warten erlöst.Wie du aber danke schreibstfass ich Hoffnungund lasse Ewigkeit eindie Fülle kauend:Stoffwechsel mit der Naturkommender Worte –und danke.(1977)GLÜCK DER VERSÖHNUNGDie Ferne erlaubtdas Glück der Versöhnunglange zu kosten.Einmütig fortspricht das Schweigen.Einverständnis heißtdas wortloseGeheimnis Weltin das wir horchenaus dem wir sprechengerade genugum nicht darin unterzugehenam Endeauf offener Seenach geglückter Rettung.(1977)NACHTWACHEMitternachts wach ichsuche ein Wort für dichvon vielen dieunter die Räder gefallen.Dich findenunter endlich gefundenem Dach.Wir werden dort atmenund Worte sammeln undvorläufig wie die Hoffnungsie wie alles vertiefen.(1977)WOHNUNGSSUCHEDu hast Wohnung in mir genommensagst du.Aber du tust es.So besessen irre ichruhelos in Exilen.Wo den Kopf hinlegenwenigstens zum Vergessen?Du sprichst betest denkst aus mirschreibst du.Und besetzt meine Gedanken.Aber das Schweigendas Meer – wieihm ein Stück Land abgewinnenund darauf bauen?(1978)MANCHMAL AUFERSTEHUNGManchmal gelingt ein Wortdas über springtaus Schicksalsfunken von beiden.Der Stromkreis schließt sichzu sterbloser Einheit.Nähe der GeschiedenenUnterschied der keiner istUnerschied der allein istzwischen dir und mir.Manchmal feiern wir ihnund Auferstehungdes Ungesagtenaus Ferne aus unseren Tiefenund allerhand Schicksal.(1978)MENSCHEN WIE DUNicht ins Leere stierensondern auf Schönheitwie du sie mir wieder zeigst.Die Plätze bei Licht besehenund Ecce homo:Seht da der Menschwie du.Die zweibeinigen Herdentierschemenbeleben sichje einzelnunsterblich sterbend.Wir morden sie vorwegaugenlos millionenfach.Mangel an Liebean Denken.(1978)DA IST SIE WIEDERAuf dem Bahnhof ins Weitewird eine Gestaltsekundenlangzur Gestalt der deinen.Ein Blitzzwischen Innen und Außen.Da ist die Liebe wiedersteigt ungefragtaus der Verbannungmit in den Zug.Guter böser Engelda ist er wiederund sinnschwerdein Lächeln vor mir.(1979)ANGST VOR GLÜCKDeine Angst damalsals ich dir nahe kamerstmals wie wir ersehntenAngst vor dem Untergehender alten Weltins fragile Glück einfachhin.Angst vor Glückwenn die Würfel zuihm schon gefallen- bin ich ein falscher Spieler? –vor der entscheidenden Überfahrtwie wir vielleicht nur noch eineerleben erleiden ersehnen.(1985)GLÜCKWÜNSCHEWas ich dir wünsche?Michdich wünschendalle Tage.Da nimm eszum Werdenalle Tage –das unfertige Gedicht …(1985)WENN DU NICHT WÄRSTWenn du nicht wärststünden die Sterne stilljedenfalls meine guten.Wenn du nicht wärstbliebe die Stadt chaotischein Trümmer- und Ameisenfeldbliebe mein Chaosohne ordnenden Rufwüsste ich immer noch nichtwas mit der Liebe istob Wahn oder wirklich.Wenn du nicht wärstwürde ich manche Schmerzen nicht kennenmeine teuren Lebenslehrer undnicht die mir zukommenden Ängste.Wenn du nicht wärstwürde ich mich nur kennenund dieses schlechtdieses ewige Ich und Ich.Wenn du nicht wärstwüsste ich von Verantwortungeigentlich nichtsund alles Heilige wäre mireigentlich nichts.Wenn du nicht wärst –es wäre irgendein andererirgendeine andere nur da.(1987)BEIM WORT NEHMENBeim Wort nehmen willst du mich.Ist das sicherer als die HandZärtlicher als die SchulterLustvoller als ein anderes Körperglied?Es kommt darauf anauf das Wort.Nicht zu allen stehe ich gleichnicht alle halten gleich festzu mir.Manchmal ist da ein Wortworan du mich halten sollstselbst wenn ich über Abgründen baumleoder wegfliegen will.Ich nehm dich beim Wort.(1989)WUNDERNicht müde werden,sondern dem Wunder leisewie einem Vogeldie Hand hinhalten.(Hilde Domin)Schon müde gewordenblieb meine Hand immer nocheine Herzensantennehoffnungslos ausgestrecktnach dem WunderDa kommt es niederes nimmt kein EndeHände und Herz vollgibst du mir zu tunmich wach zu wundernden Resteines neuen Lebens(1990)ERWARTENDa sitz ich am Telefonob der Blitz durchschlägtim mein Sorgenlebenob er die Drohgewölke teiltraumschaffend einer Sonnesich zu spiegelnim See der heiteren Seelenworauf unsere Kähne sich stoßenbis wir zusammensitzenin einem einzigen Boot.(1991)MEINER MYSTIKSCHWANGERENWenn du plötzlich innehältstum das grüne Glück leuchten zu sehenmitten in der neuen Landschaftvom Allerheiligenseelentagoder um die geheime Kraft meiner Hautmit deinem Augenleuchten zu kündendann staune ich entwortet zurückmeine werdende Mystikerin.Freudig bringt dir sein Opfermein mitten in Stolzesruinenkämpfender Intellektsein sacrificium intellectuswie er vermeint.Noch ängstigt er sichvor dem vermeintlicheinfachen Glück.(1992)MUTTERS ZEICHENEntschlafene Mutteres geht etwas von dir ausvon deinem entfesselten Blick.Löse auch meinen Augen die Fesselnmeiner vielwissenden Ungeduldund dies sei dein Zeichen:Gib meinem Heimwehdie Richtungund sei es die meiner Tränen.So traf ich sie.(1992)ALLES VORBEI(Reime ins Poesiealbum))Wie du denkst es ist alles vorbeikommt manchmal leise das Neue herbei.Und das Vorbeisein geht vorbei.Manche Fragegestalt kommt herbeiwie zum Nachmittagskaffee ganz nebenbei.Die Meisten gehen bald wieder vorbei.Die Wenigen aber kommen stets neugerad weil du meinst jetzt ist alles vorbeibleiben sie leichthin dabei.Mit einem allein wirst du am Ende –vom Vorbeisein ganz frei.Deine Schicksalsliebelei Johei.(2003)

Literarisches/ 2. Da ist die Liebe wieder

Literarisches

WENN DU ÜBER DIE BRÜCKE GEHST„Was groß ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist:was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er einÜbergang und ein Untergang ist."(F. Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Vorreden)Wenn du über die Brücke gehstdann denk an mich.Wenn du über die Brücke gehstBegleite ich dich.Zwischen den Bauten brückt sieDeren keiner uns bergen kann.Über den Fluss hin führt siehält uns im Übergang.Noch Bank und Bücher stehn uns auf der Brückewo die Liebe ruht und wir schauen.Und alles Handwerkszeug noch auf der Brückeum neue und kühnre zu bauen.Sooft du über der Brücke stehst –viel Brücke ist nie gegangenund niemals angefangenwenn du über die Brücke gehst.(1967)

WENN DU ÜBER DIE BRÜCKE GEHST„Was groß ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist:was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er einÜbergang und ein Untergang ist."(F. Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Vorreden)Wenn du über die Brücke gehstdann denk an mich.Wenn du über die Brücke gehstBegleite ich dich.Zwischen den Bauten brückt sieDeren keiner uns bergen kann.Über den Fluss hin führt siehält uns im Übergang.Noch Bank und Bücher stehn uns auf der Brückewo die Liebe ruht und wir schauen.Und alles Handwerkszeug noch auf der Brückeum neue und kühnre zu bauen.Sooft du über der Brücke stehst –viel Brücke ist nie gegangenund niemals angefangenwenn du über die Brücke gehst.(1967)

WENN DU ÜBER DIE BRÜCKE GEHST

„Was groß ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist:was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er einÜbergang und ein Untergang ist."(F. Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Vorreden)

Wenn du über die Brücke gehstdann denk an mich.Wenn du über die Brücke gehstBegleite ich dich.

Zwischen den Bauten brückt sieDeren keiner uns bergen kann.Über den Fluss hin führt siehält uns im Übergang.

Noch Bank und Bücher stehn uns auf der Brückewo die Liebe ruht und wir schauen.Und alles Handwerkszeug noch auf der Brückeum neue und kühnre zu bauen.

Sooft du über der Brücke stehst –viel Brücke ist nie gegangenund niemals angefangenwenn du über die Brücke gehst.

(1967)

FERIENNACHTSchließe mir dochdie feiner fühlende Handwieder zur Faustdass nicht die Blüte dem Mondlichtgeöffnet bleibt.Vollmondnacht wehedie nicht den Schaffendensondern den Kostenden weckt.Gleißender Kälte und Leere drohn.Weit ist der Freundhinter FaustwerkMauern und Schlossda du ihn tiefer suchstwenn du ruhstund du tiefer verzweifelst.Und Heiliger Du unsagbarnah oder fern.(1970)

FERIENNACHTSchließe mir dochdie feiner fühlende Handwieder zur Faustdass nicht die Blüte dem Mondlichtgeöffnet bleibt.Vollmondnacht wehedie nicht den Schaffendensondern den Kostenden weckt.Gleißender Kälte und Leere drohn.Weit ist der Freundhinter FaustwerkMauern und Schlossda du ihn tiefer suchstwenn du ruhstund du tiefer verzweifelst.Und Heiliger Du unsagbarnah oder fern.(1970)

FERIENNACHT

Schließe mir dochdie feiner fühlende Handwieder zur Faustdass nicht die Blüte dem Mondlichtgeöffnet bleibt.Vollmondnacht wehedie nicht den Schaffendensondern den Kostenden weckt.Gleißender Kälte und Leere drohn.Weit ist der Freundhinter FaustwerkMauern und Schlossda du ihn tiefer suchstwenn du ruhstund du tiefer verzweifelst.

Und Heiliger Du unsagbarnah oder fern.

(1970)

WÄHLEN WIRGemeinsamin den Geheimnissen stehnoder vertrocknenoder zerbrechen.Wählen wirals Erwählteuns nicht zu schonen.Denn die Geheimnisse schonen uns nicht.(1971)

WÄHLEN WIRGemeinsamin den Geheimnissen stehnoder vertrocknenoder zerbrechen.Wählen wirals Erwählteuns nicht zu schonen.Denn die Geheimnisse schonen uns nicht.(1971)

WÄHLEN WIR

Gemeinsam

in den Geheimnissen stehn

oder vertrocknen

oder zerbrechen.

Wählen wir

als Erwählte

uns nicht zu schonen.

Denn die Geheimnisse schonen uns nicht.

(1971)

SCHÖPFUNGSWORTEIch hab es von dir empfangendu von mir wie du sagst.Wir schöpfen unsre Geschenkeaus Meerendie im Schöpfungswortsich vom Trockenen scheiden.(1972)

SCHÖPFUNGSWORTEIch hab es von dir empfangendu von mir wie du sagst.Wir schöpfen unsre Geschenkeaus Meerendie im Schöpfungswortsich vom Trockenen scheiden.(1972)

SCHÖPFUNGSWORTE

Ich hab es von dir empfangendu von mir wie du sagst.Wir schöpfen unsre Geschenkeaus Meerendie im Schöpfungswortsich vom Trockenen scheiden.

(1972)

SPRACHLOSDen zehnten Briefbeginn ich dir heute.Ob er wieder zerreißtbestenfalls eingehtins Bruchtagebuchder Monologe?Wer schenkt mir die Sprache wiederden Worten Flügelund Zwischenraumaus Vertrauen?(1972)

SPRACHLOSDen zehnten Briefbeginn ich dir heute.Ob er wieder zerreißtbestenfalls eingehtins Bruchtagebuchder Monologe?Wer schenkt mir die Sprache wiederden Worten Flügelund Zwischenraumaus Vertrauen?(1972)

SPRACHLOS

Den zehnten Briefbeginn ich dir heute.Ob er wieder zerreißtbestenfalls eingehtins Bruchtagebuchder Monologe?Wer schenkt mir die Sprache wiederden Worten Flügelund Zwischenraumaus Vertrauen?

(1972)

WIE ABER?Auf Züge wartenwie aber wissenwelcher wohin?Worte formenwie aber hörenzu welchem Sinn?Freunde aufsuchenwie aber wen fragenwer ich dir bin?(1972)

WIE ABER?Auf Züge wartenwie aber wissenwelcher wohin?Worte formenwie aber hörenzu welchem Sinn?Freunde aufsuchenwie aber wen fragenwer ich dir bin?(1972)

WIE ABER?

Auf Züge wartenwie aber wissenwelcher wohin?

Worte formenwie aber hörenzu welchem Sinn?

Freunde aufsuchenwie aber wen fragenwer ich dir bin?

(1972)

ÜBERRASCHUNGDu warst daauf Anruf hin.Nichts ist weniger selbstverständlichaußer dass dumir zuvorkamst.Auf dich warte ichwie aufs Frühstückdas morgendlich ohne Ermüdung stärkt.Verlässlich überrascht esmit neuem Tag.Dein Blick wäscht Wolkendie abschiedsgewecktenzu rein vergangnen.Und Zukunft gewinntunsere Gegenwart.(1976)

ÜBERRASCHUNGDu warst daauf Anruf hin.Nichts ist weniger selbstverständlichaußer dass dumir zuvorkamst.Auf dich warte ichwie aufs Frühstückdas morgendlich ohne Ermüdung stärkt.Verlässlich überrascht esmit neuem Tag.Dein Blick wäscht Wolkendie abschiedsgewecktenzu rein vergangnen.Und Zukunft gewinntunsere Gegenwart.(1976)

ÜBERRASCHUNG

Du warst daauf Anruf hin.Nichts ist weniger selbstverständlichaußer dass dumir zuvorkamst.

Auf dich warte ichwie aufs Frühstückdas morgendlich ohne Ermüdung stärkt.Verlässlich überrascht esmit neuem Tag.

Dein Blick wäscht Wolkendie abschiedsgewecktenzu rein vergangnen.Und Zukunft gewinntunsere Gegenwart.

(1976)

BRIEFEDeine Briefe zur Süße kauenwie das Abendmahlsbrotwie wir miteinander aßenund unser Atem ein Geist war.Unausgeschöpft liegen die Tageversunkene Schiffe auf ihrer ersten Fahrtdie Blicke die Augenblickeauf nie ergründetem Grund.Trauer der Zeit.Kein Warten erlöst.Wie du aber danke schreibstfass ich Hoffnungund lasse Ewigkeit eindie Fülle kauend:Stoffwechsel mit der Naturkommender Worte –und danke.(1977)

BRIEFEDeine Briefe zur Süße kauenwie das Abendmahlsbrotwie wir miteinander aßenund unser Atem ein Geist war.Unausgeschöpft liegen die Tageversunkene Schiffe auf ihrer ersten Fahrtdie Blicke die Augenblickeauf nie ergründetem Grund.Trauer der Zeit.Kein Warten erlöst.Wie du aber danke schreibstfass ich Hoffnungund lasse Ewigkeit eindie Fülle kauend:Stoffwechsel mit der Naturkommender Worte –und danke.(1977)

BRIEFE

Deine Briefe zur Süße kauen

wie das Abendmahlsbrot

wie wir miteinander aßen

und unser Atem ein Geist war.

Unausgeschöpft liegen die Tageversunkene Schiffe auf ihrer ersten Fahrtdie Blicke die Augenblickeauf nie ergründetem Grund.

Trauer der Zeit.Kein Warten erlöst.Wie du aber danke schreibstfass ich Hoffnungund lasse Ewigkeit eindie Fülle kauend:Stoffwechsel mit der Naturkommender Worte –und danke.

(1977)

GLÜCK DER VERSÖHNUNGDie Ferne erlaubtdas Glück der Versöhnunglange zu kosten.Einmütig fortspricht das Schweigen.Einverständnis heißtdas wortloseGeheimnis Weltin das wir horchenaus dem wir sprechengerade genugum nicht darin unterzugehenam Endeauf offener Seenach geglückter Rettung.(1977)

GLÜCK DER VERSÖHNUNGDie Ferne erlaubtdas Glück der Versöhnunglange zu kosten.Einmütig fortspricht das Schweigen.Einverständnis heißtdas wortloseGeheimnis Weltin das wir horchenaus dem wir sprechengerade genugum nicht darin unterzugehenam Endeauf offener Seenach geglückter Rettung.(1977)

GLÜCK DER VERSÖHNUNG

Die Ferne erlaubtdas Glück der Versöhnunglange zu kosten.Einmütig fortspricht das Schweigen.Einverständnis heißtdas wortloseGeheimnis Weltin das wir horchenaus dem wir sprechengerade genugum nicht darin unterzugehenam Endeauf offener Seenach geglückter Rettung.

(1977)

NACHTWACHEMitternachts wach ichsuche ein Wort für dichvon vielen dieunter die Räder gefallen.Dich findenunter endlich gefundenem Dach.Wir werden dort atmenund Worte sammeln undvorläufig wie die Hoffnungsie wie alles vertiefen.(1977)

NACHTWACHEMitternachts wach ichsuche ein Wort für dichvon vielen dieunter die Räder gefallen.Dich findenunter endlich gefundenem Dach.Wir werden dort atmenund Worte sammeln undvorläufig wie die Hoffnungsie wie alles vertiefen.(1977)

NACHTWACHE

Mitternachts wach ichsuche ein Wort für dichvon vielen dieunter die Räder gefallen.

Dich findenunter endlich gefundenem Dach.Wir werden dort atmenund Worte sammeln undvorläufig wie die Hoffnungsie wie alles vertiefen.

(1977)

WOHNUNGSSUCHEDu hast Wohnung in mir genommensagst du.Aber du tust es.So besessen irre ichruhelos in Exilen.Wo den Kopf hinlegenwenigstens zum Vergessen?Du sprichst betest denkst aus mirschreibst du.Und besetzt meine Gedanken.Aber das Schweigendas Meer – wieihm ein Stück Land abgewinnenund darauf bauen?(1978)

WOHNUNGSSUCHEDu hast Wohnung in mir genommensagst du.Aber du tust es.So besessen irre ichruhelos in Exilen.Wo den Kopf hinlegenwenigstens zum Vergessen?Du sprichst betest denkst aus mirschreibst du.Und besetzt meine Gedanken.Aber das Schweigendas Meer – wieihm ein Stück Land abgewinnenund darauf bauen?(1978)

WOHNUNGSSUCHE

Du hast Wohnung in mir genommensagst du.Aber du tust es.So besessen irre ichruhelos in Exilen.Wo den Kopf hinlegenwenigstens zum Vergessen?

Du sprichst betest denkst aus mirschreibst du.Und besetzt meine Gedanken.Aber das Schweigendas Meer – wieihm ein Stück Land abgewinnenund darauf bauen?

(1978)

MANCHMAL AUFERSTEHUNGManchmal gelingt ein Wortdas über springtaus Schicksalsfunken von beiden.Der Stromkreis schließt sichzu sterbloser Einheit.Nähe der GeschiedenenUnterschied der keiner istUnerschied der allein istzwischen dir und mir.Manchmal feiern wir ihnund Auferstehungdes Ungesagtenaus Ferne aus unseren Tiefenund allerhand Schicksal.(1978)

MANCHMAL AUFERSTEHUNGManchmal gelingt ein Wortdas über springtaus Schicksalsfunken von beiden.Der Stromkreis schließt sichzu sterbloser Einheit.Nähe der GeschiedenenUnterschied der keiner istUnerschied der allein istzwischen dir und mir.Manchmal feiern wir ihnund Auferstehungdes Ungesagtenaus Ferne aus unseren Tiefenund allerhand Schicksal.(1978)

MANCHMAL AUFERSTEHUNG

Manchmal gelingt ein Wortdas über springtaus Schicksalsfunken von beiden.Der Stromkreis schließt sichzu sterbloser Einheit.Nähe der GeschiedenenUnterschied der keiner istUnerschied der allein istzwischen dir und mir.Manchmal feiern wir ihnund Auferstehungdes Ungesagtenaus Ferne aus unseren Tiefenund allerhand Schicksal.

(1978)

MENSCHEN WIE DUNicht ins Leere stierensondern auf Schönheitwie du sie mir wieder zeigst.Die Plätze bei Licht besehenund Ecce homo:Seht da der Menschwie du.Die zweibeinigen Herdentierschemenbeleben sichje einzelnunsterblich sterbend.Wir morden sie vorwegaugenlos millionenfach.Mangel an Liebean Denken.(1978)

MENSCHEN WIE DUNicht ins Leere stierensondern auf Schönheitwie du sie mir wieder zeigst.Die Plätze bei Licht besehenund Ecce homo:Seht da der Menschwie du.Die zweibeinigen Herdentierschemenbeleben sichje einzelnunsterblich sterbend.Wir morden sie vorwegaugenlos millionenfach.Mangel an Liebean Denken.(1978)

MENSCHEN WIE DU

Nicht ins Leere stierensondern auf Schönheitwie du sie mir wieder zeigst.Die Plätze bei Licht besehenund Ecce homo:Seht da der Menschwie du.

Die zweibeinigen Herdentierschemenbeleben sichje einzelnunsterblich sterbend.Wir morden sie vorwegaugenlos millionenfach.Mangel an Liebean Denken.

(1978)

DA IST SIE WIEDERAuf dem Bahnhof ins Weitewird eine Gestaltsekundenlangzur Gestalt der deinen.Ein Blitzzwischen Innen und Außen.Da ist die Liebe wiedersteigt ungefragtaus der Verbannungmit in den Zug.Guter böser Engelda ist er wiederund sinnschwerdein Lächeln vor mir.(1979)

DA IST SIE WIEDERAuf dem Bahnhof ins Weitewird eine Gestaltsekundenlangzur Gestalt der deinen.Ein Blitzzwischen Innen und Außen.Da ist die Liebe wiedersteigt ungefragtaus der Verbannungmit in den Zug.Guter böser Engelda ist er wiederund sinnschwerdein Lächeln vor mir.(1979)

DA IST SIE WIEDER

Auf dem Bahnhof ins Weitewird eine Gestaltsekundenlangzur Gestalt der deinen.Ein Blitzzwischen Innen und Außen.Da ist die Liebe wiedersteigt ungefragtaus der Verbannungmit in den Zug.Guter böser Engelda ist er wiederund sinnschwerdein Lächeln vor mir.

(1979)

ANGST VOR GLÜCKDeine Angst damalsals ich dir nahe kamerstmals wie wir ersehntenAngst vor dem Untergehender alten Weltins fragile Glück einfachhin.Angst vor Glückwenn die Würfel zuihm schon gefallen- bin ich ein falscher Spieler? –vor der entscheidenden Überfahrtwie wir vielleicht nur noch eineerleben erleiden ersehnen.(1985)

ANGST VOR GLÜCKDeine Angst damalsals ich dir nahe kamerstmals wie wir ersehntenAngst vor dem Untergehender alten Weltins fragile Glück einfachhin.Angst vor Glückwenn die Würfel zuihm schon gefallen- bin ich ein falscher Spieler? –vor der entscheidenden Überfahrtwie wir vielleicht nur noch eineerleben erleiden ersehnen.(1985)

ANGST VOR GLÜCK

Deine Angst damalsals ich dir nahe kamerstmals wie wir ersehntenAngst vor dem Untergehender alten Weltins fragile Glück einfachhin.Angst vor Glückwenn die Würfel zuihm schon gefallen- bin ich ein falscher Spieler? –vor der entscheidenden Überfahrtwie wir vielleicht nur noch eineerleben erleiden ersehnen.

(1985)

GLÜCKWÜNSCHEWas ich dir wünsche?Michdich wünschendalle Tage.Da nimm eszum Werdenalle Tage –das unfertige Gedicht …(1985)

GLÜCKWÜNSCHEWas ich dir wünsche?Michdich wünschendalle Tage.Da nimm eszum Werdenalle Tage –das unfertige Gedicht …(1985)

GLÜCKWÜNSCHE

Was ich dir wünsche?

Mich

dich wünschend

alle Tage.

Da nimm es

zum Werden

alle Tage –

das unfertige Gedicht …

(1985)

WENN DU NICHT WÄRSTWenn du nicht wärststünden die Sterne stilljedenfalls meine guten.Wenn du nicht wärstbliebe die Stadt chaotischein Trümmer- und Ameisenfeldbliebe mein Chaosohne ordnenden Rufwüsste ich immer noch nichtwas mit der Liebe istob Wahn oder wirklich.Wenn du nicht wärstwürde ich manche Schmerzen nicht kennenmeine teuren Lebenslehrer undnicht die mir zukommenden Ängste.Wenn du nicht wärstwürde ich mich nur kennenund dieses schlechtdieses ewige Ich und Ich.Wenn du nicht wärstwüsste ich von Verantwortungeigentlich nichtsund alles Heilige wäre mireigentlich nichts.Wenn du nicht wärst –es wäre irgendein andererirgendeine andere nur da.(1987)

WENN DU NICHT WÄRSTWenn du nicht wärststünden die Sterne stilljedenfalls meine guten.Wenn du nicht wärstbliebe die Stadt chaotischein Trümmer- und Ameisenfeldbliebe mein Chaosohne ordnenden Rufwüsste ich immer noch nichtwas mit der Liebe istob Wahn oder wirklich.Wenn du nicht wärstwürde ich manche Schmerzen nicht kennenmeine teuren Lebenslehrer undnicht die mir zukommenden Ängste.Wenn du nicht wärstwürde ich mich nur kennenund dieses schlechtdieses ewige Ich und Ich.Wenn du nicht wärstwüsste ich von Verantwortungeigentlich nichtsund alles Heilige wäre mireigentlich nichts.Wenn du nicht wärst –es wäre irgendein andererirgendeine andere nur da.(1987)

WENN DU NICHT WÄRST

Wenn du nicht wärststünden die Sterne stilljedenfalls meine guten.

Wenn du nicht wärstbliebe die Stadt chaotischein Trümmer- und Ameisenfeldbliebe mein Chaosohne ordnenden Rufwüsste ich immer noch nichtwas mit der Liebe istob Wahn oder wirklich.

Wenn du nicht wärstwürde ich manche Schmerzen nicht kennenmeine teuren Lebenslehrer undnicht die mir zukommenden Ängste.

Wenn du nicht wärstwürde ich mich nur kennenund dieses schlechtdieses ewige Ich und Ich.

Wenn du nicht wärstwüsste ich von Verantwortungeigentlich nichtsund alles Heilige wäre mireigentlich nichts.

Wenn du nicht wärst –es wäre irgendein andererirgendeine andere nur da.

(1987)

BEIM WORT NEHMENBeim Wort nehmen willst du mich.Ist das sicherer als die HandZärtlicher als die SchulterLustvoller als ein anderes Körperglied?Es kommt darauf anauf das Wort.Nicht zu allen stehe ich gleichnicht alle halten gleich festzu mir.Manchmal ist da ein Wortworan du mich halten sollstselbst wenn ich über Abgründen baumleoder wegfliegen will.Ich nehm dich beim Wort.(1989)

BEIM WORT NEHMENBeim Wort nehmen willst du mich.Ist das sicherer als die HandZärtlicher als die SchulterLustvoller als ein anderes Körperglied?Es kommt darauf anauf das Wort.Nicht zu allen stehe ich gleichnicht alle halten gleich festzu mir.Manchmal ist da ein Wortworan du mich halten sollstselbst wenn ich über Abgründen baumleoder wegfliegen will.Ich nehm dich beim Wort.(1989)

BEIM WORT NEHMEN

Beim Wort nehmen willst du mich.Ist das sicherer als die HandZärtlicher als die SchulterLustvoller als ein anderes Körperglied?

Es kommt darauf anauf das Wort.Nicht zu allen stehe ich gleichnicht alle halten gleich festzu mir.

Manchmal ist da ein Wortworan du mich halten sollstselbst wenn ich über Abgründen baumleoder wegfliegen will.Ich nehm dich beim Wort.

(1989)

WUNDERNicht müde werden,sondern dem Wunder leisewie einem Vogeldie Hand hinhalten.(Hilde Domin)Schon müde gewordenblieb meine Hand immer nocheine Herzensantennehoffnungslos ausgestrecktnach dem WunderDa kommt es niederes nimmt kein EndeHände und Herz vollgibst du mir zu tunmich wach zu wundernden Resteines neuen Lebens(1990)

WUNDERNicht müde werden,sondern dem Wunder leisewie einem Vogeldie Hand hinhalten.(Hilde Domin)Schon müde gewordenblieb meine Hand immer nocheine Herzensantennehoffnungslos ausgestrecktnach dem WunderDa kommt es niederes nimmt kein EndeHände und Herz vollgibst du mir zu tunmich wach zu wundernden Resteines neuen Lebens(1990)

WUNDER

Nicht müde werden,sondern dem Wunder leisewie einem Vogeldie Hand hinhalten.(Hilde Domin)

Schon müde gewordenblieb meine Hand immer nocheine Herzensantennehoffnungslos ausgestrecktnach dem Wunder

Da kommt es niederes nimmt kein EndeHände und Herz vollgibst du mir zu tunmich wach zu wundernden Resteines neuen Lebens

(1990)

ERWARTENDa sitz ich am Telefonob der Blitz durchschlägtim mein Sorgenlebenob er die Drohgewölke teiltraumschaffend einer Sonnesich zu spiegelnim See der heiteren Seelenworauf unsere Kähne sich stoßenbis wir zusammensitzenin einem einzigen Boot.(1991)

ERWARTENDa sitz ich am Telefonob der Blitz durchschlägtim mein Sorgenlebenob er die Drohgewölke teiltraumschaffend einer Sonnesich zu spiegelnim See der heiteren Seelenworauf unsere Kähne sich stoßenbis wir zusammensitzenin einem einzigen Boot.(1991)

ERWARTEN

Da sitz ich am Telefonob der Blitz durchschlägtim mein Sorgenlebenob er die Drohgewölke teiltraumschaffend einer Sonne

sich zu spiegelnim See der heiteren Seelenworauf unsere Kähne sich stoßenbis wir zusammensitzenin einem einzigen Boot.

(1991)

MEINER MYSTIKSCHWANGERENWenn du plötzlich innehältstum das grüne Glück leuchten zu sehenmitten in der neuen Landschaftvom Allerheiligenseelentagoder um die geheime Kraft meiner Hautmit deinem Augenleuchten zu kündendann staune ich entwortet zurückmeine werdende Mystikerin.Freudig bringt dir sein Opfermein mitten in Stolzesruinenkämpfender Intellektsein sacrificium intellectuswie er vermeint.Noch ängstigt er sichvor dem vermeintlicheinfachen Glück.(1992)

MEINER MYSTIKSCHWANGERENWenn du plötzlich innehältstum das grüne Glück leuchten zu sehenmitten in der neuen Landschaftvom Allerheiligenseelentagoder um die geheime Kraft meiner Hautmit deinem Augenleuchten zu kündendann staune ich entwortet zurückmeine werdende Mystikerin.Freudig bringt dir sein Opfermein mitten in Stolzesruinenkämpfender Intellektsein sacrificium intellectuswie er vermeint.Noch ängstigt er sichvor dem vermeintlicheinfachen Glück.(1992)

MEINER MYSTIKSCHWANGEREN

Wenn du plötzlich innehältstum das grüne Glück leuchten zu sehenmitten in der neuen Landschaftvom Allerheiligenseelentagoder um die geheime Kraft meiner Hautmit deinem Augenleuchten zu kündendann staune ich entwortet zurückmeine werdende Mystikerin.

Freudig bringt dir sein Opfermein mitten in Stolzesruinenkämpfender Intellektsein sacrificium intellectuswie er vermeint.Noch ängstigt er sichvor dem vermeintlicheinfachen Glück.

(1992)

MUTTERS ZEICHENEntschlafene Mutteres geht etwas von dir ausvon deinem entfesselten Blick.Löse auch meinen Augen die Fesselnmeiner vielwissenden Ungeduldund dies sei dein Zeichen:Gib meinem Heimwehdie Richtungund sei es die meiner Tränen.So traf ich sie.(1992)

MUTTERS ZEICHENEntschlafene Mutteres geht etwas von dir ausvon deinem entfesselten Blick.Löse auch meinen Augen die Fesselnmeiner vielwissenden Ungeduldund dies sei dein Zeichen:Gib meinem Heimwehdie Richtungund sei es die meiner Tränen.So traf ich sie.(1992)

MUTTERS ZEICHEN

Entschlafene Mutter

es geht etwas von dir aus

von deinem entfesselten Blick.

Löse auch meinen Augen die Fesseln

meiner vielwissenden Ungeduld

und dies sei dein Zeichen:

Gib meinem Heimweh

die Richtung

und sei es die meiner Tränen.

So traf ich sie.

(1992)

ALLES VORBEI(Reime ins Poesiealbum))Wie du denkst es ist alles vorbeikommt manchmal leise das Neue herbei.Und das Vorbeisein geht vorbei.Manche Fragegestalt kommt herbeiwie zum Nachmittagskaffee ganz nebenbei.Die Meisten gehen bald wieder vorbei.Die Wenigen aber kommen stets neugerad weil du meinst jetzt ist alles vorbeibleiben sie leichthin dabei.Mit einem allein wirst du am Ende –vom Vorbeisein ganz frei.Deine Schicksalsliebelei Johei.(2003)

ALLES VORBEI(Reime ins Poesiealbum))Wie du denkst es ist alles vorbeikommt manchmal leise das Neue herbei.Und das Vorbeisein geht vorbei.Manche Fragegestalt kommt herbeiwie zum Nachmittagskaffee ganz nebenbei.Die Meisten gehen bald wieder vorbei.Die Wenigen aber kommen stets neugerad weil du meinst jetzt ist alles vorbeibleiben sie leichthin dabei.Mit einem allein wirst du am Ende –vom Vorbeisein ganz frei.Deine Schicksalsliebelei Johei.(2003)

ALLES VORBEI(Reime ins Poesiealbum))

Wie du denkst es ist alles vorbeikommt manchmal leise das Neue herbei.Und das Vorbeisein geht vorbei.

Manche Fragegestalt kommt herbeiwie zum Nachmittagskaffee ganz nebenbei.Die Meisten gehen bald wieder vorbei.

Die Wenigen aber kommen stets neugerad weil du meinst jetzt ist alles vorbeibleiben sie leichthin dabei.

Mit einem allein wirst du am Ende –vom Vorbeisein ganz frei.Deine Schicksalsliebelei Johei.

(2003)

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