Prof. Dr. Johannes HeinrichsIntegrale PhilosophieProf. Dr. Johannes HeinrichsIntegrale Philosophie
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Suche:1. Öfters tritt dein Spiegelbild vor dic2. Da ist die Liebe wieder3. Immerabschied4. Gott spricht die Sprache der Tatsache5. Dein Weinen über der Morgenzeitung6. Gern such ich den Stein de WeisenLiterarisches/ 1. Öfters tritt dein Spiegelbild vor dicSTURZ DER SCHWALBEWer sucht, der geht leicht selber verloren.Alle Vereinsamung ist Schuld: also spricht die Herde.(Friedrich Nietzsche)Sonst kühltest du die weiße Brust im Übermut.Und nun von Eisflut nahen Wintersklebt dein Gefieder dir am zitternden Balgfällst als ein Stein zum Steingrund.Du fasst nicht mehr die tragendumgebendeLuft die dich einst über Meere trug.Verloren hast du Verlorener siedie mit dir zogen.Manchesmal wieder rauscht es über dich weg.Deine heiseren Schreie verhallenwecken Hohn: ist das einer der Unsern?Schwäche erscheint wohin dich Wagemut triebund – ist dein Krächzen noch SchwalbenrufKraft zu Ferne und Höhenlust?So schweig und leide die Nacht.Über dem Meer wird die Sonne erscheinengerade über dir stille stehnund sich über dich beugen wird sie.Du wirst die letzte Nässeaus deinen Schwingen schleudernund dich zu ihr hebenhoch frei und all-einig.Da löst du die Stimme –dein Dank tönt als hellkündender Pfiff.Ihm noch voraus eilt deine gesammelte Sonnenkraft.Mehr als du selbst wirst du sein im Heimriss:weisender Pfeil und wissender Bote.(1966)VERBORGENER TAGÜberhaupt heutewusste ich nichtwar mir warm oder kalt.Niemand hat mich gesehenam wenigsten ich.Einer alten Einsicht zu folgenbin ichim Anerkennen und Anerkanntseinund erkenne es an derweilich binam verborgenen Tag.(1968)MUSS AHNUNG SEINDarum bin ich alleindie Ungeduld kommt daherwollen bersten die Knospenmitten im Ringen nach Lichtwenn die Gestrüppe und Schattennoch übermächtiger werdenund dass ich bei Kenntnis der Menschennicht müde binihre Ehre zu suchen -muss Ahnung seinvom großen einigen AnerkennenAustausch und Strömenund wechselnde Ruhe.(1970)BIS ZUM GERICHTMüsst ich nicht sagenich habe Rechtweil ich Ich binwie alle Ihr –in urgeteilter Einsichtoft oder immermit meinem Urteilwäre mir wohler.Getragen sein willmein Ur-Teil und Ichdurch Recht oder Unrechtmit Freund aber oder Feind –Richtung bis zum Gerichtdem ersten und letztendem einzigen Erkennenwie ich erkannt bin.(1970)LOSE BLÄTTERLose Blätter -unregelmäßiger wurde das Tagebuchin den Jahren.Denn nur manchmal ist Erntewie im Vorübergehnund oft erst um Mitternachtunter späten Sommergewittern:schlaftrunkener Erntedankfür alles Mühengesäte.Unregelmäßig gewinnt Gestaltein fast schon geträumter Seufzerund Klage und gleichfalls unsäglicher Freudewortlos verblieben bei Tageslichtund unterirdisch gereiftun-scheinbar im Tieferen als der Tag.Unregelmäßigfüllt sich ein loses Blattmit Hoffnungin Worten gekeltert.(1970)SPRACHE SPRICHT MIRLiebe ich nichts als Liebeund lebe aus LebenSprache spricht mirdass ich sie sprecheEinheit eint michallen die einzeln wie ichwenn ich schweigeund ende undweiter sucheweil ich gefunden.(1970)IMMER NOCHUm der Erinnerung willengeh ich die alten Wege.Ruft alles zu leisedem wissenden Rückblickhöre ich lauter fragen:fasst du es heute besserals ein anderer jetzt?Oder noch immerselbst Wegsein und Aufbruchdurch die Zeiten ängstende Burgunter wechselndem Himmelwährendes Fragen Hoffenimmer noch etwas Mutund deine alte Liebe?Immer nochnur mehr Wundenwie viel mehr Dank.(1970)SPIEGELBILDÖfters tritt dein Spiegelbildvor dich in Frageob dies dein Gesichtseiner Gesichte fähig.Bergseespiegelfläche erscheintglänzt so ruhigwie tief der Abgrunddas Leben in Höhlen reicht.Klarer sieht sich die Taglichtwelt:Steinberge – Baumwerk – Wolkenin Umriss und Schattenspieldichter versammelte Frageüber der Tiefe in Bildern.(1971)GEHEIMNISTRÄGERGeheimnisträger sind wir.Unsere Wunden machen esoffenbar.Schlössen sie sich –unsichtbarwürde das kostbareEine Blut aller.Einzeln bewegen es unsere Herzeneinzeln bewegt.Was unter trennenden Oberflächenhautnah pulsiertverratendie offenen Wunden(1972)WENN DU HORCHSTDas geliebte Gesichtdie geweckten Schmerzenlieber und wacher.Was ist der Mensch?Du undviele SorgengesichterLächeln AngstrasenTrugbilder ein Hauch GlückVergessen im Weitergehnund erinnernd Stehn.Und unsichtbarhört Eswenn du horchstzwischen die Klagenund spricht manchmalwenn du horchst:Weisung zum Weitergehn.(1973)ALTER REIMWorte verklungendie LiederFragen werden lautdieses Immerwieder -noch nichts fest gebaut.Zweifel erwachendas Wissenwirkt noch interessantwas wir wählen müssendagegen bleibt unbekannt.Neue Straßen die Fernenrücken zwischen uns ein –willst Neues sagen lernenund – findest zum alten Reim.(1974)SCHWERE NACHTAm Morgen danachbleiben Spuren.Wirbelsturm raste im WaldGedankenmassen ungebändigtaus Sehnen in Angst.Nichtweiterwissen und –wollenvergebliches Rufengegen paarweise Missverständnissedie in Übermut Junge zeugenderweil du allein liegst.Hirnzerfallunwiederbringliches Roden.Aus der Ohnmachtdeiner Gebete erwachtaus dem Erlösungsschlafwieder alleinhältst du mühsamden Sturman der Morgensonne gefesselt.(1977)JAHRESWENDEEin Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegenEin Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestaltenEine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu lebenEinen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilenUnd zwischendurch findenein Javielleicht deines?(1980)MEIN KLAVIERMein Klavier wie Gedankenschwarz-weiß und samtener Klangfünfhundert Jahre Neuzeitgeschichte darinständige Reformation kopernikanischdes Objekts vom Subjekt herEuropa in Japanholz - YamahaklangMeine Kindheit darinwie ich auf dem Küchentisch spielteder Junge braucht ein Klaviererste Tastenberührungzwischen den LadenzeitenAufklingen Dämpfung DämpfungDie Jugend das Spielen verspieltunter spanischen StiefelnHarmoniumsverschüchterung bei Choralharmonien -sie kriegten am Ende die Lieder nicht niederschwarz-weißer Stimmklang rieselte dochin die spätscholastische SteppeErst spät zum Eignen gekommenmit der Freiheit des Christenmenschenromantische Qual und SelbstinnigkeitSchubert-Schumann für Solostimme"Dort wo du nicht bistdort ist das Glück"mit Beethovens Schöpferpochen darinSame zu neuer Zeugungund Aufbegehren gegen die ThroneDen Freiheitsklang übender golden schimmertzwischen Schwarz und Weißeinmal gemeinsame Freiheit-wozuwenn du vergessen spielstund ich schütte mein Liedverdichteten Freudfeueratemin deinen Klangraummaßlos über die Maßen(1980)WAS BLEIBTZu Martin wird der Balkon geräumtvon Blumen und ihresgleichen.Einen Sommer lang bot er mirdas Ungewohnteste: Heimat.Ein zweiter bleibt ungewiss.Es bleibt die Drachenfelsmajestätbelaubt oder unbelaubt.Verwandter bleibt mir der Stromsich gleich ohne Bleibe.Kann sein er rätzu anderen Ufernbeständigzur Freiheit des Aufbruchs.Die Stelle des Übergangsins neue Jahrtausendbleibt auchnoch zu finden.(1981)WENN ICH NICHT WEITER WEISSAls er über die Straße liefkostete es ihndas Leben.So ist das Leben.Weil du in den Zug einstiegsttrafst dumich.So ist die Liebe.Wenn ich nicht weiter weißschreibe ichweiter.So sind Gedichte.(1986)ERLEUCHTUNGVon Tag zu Tag hoffen.Aber die Sprachebleibt aus.Alles schon bejammertalles verjubelt.Ich fing das Saufen anvon Atemluft.Prana strömt unbegrenztunendlicher Kraftflusswozu auch immer.Erretten könnte alleinaus dem hoffenden Elendaus der stockenden SpracheErleuchtung.(1987)NEUE ÜBUNGENAtmen üben tiefohne SeufzenSingen üben freiohne besondere WidmungSammlung übenohne bestimmteres TräumenHoffen üben frischohne das alte GedächtnisReisen üben soals wüsste ich nun das ZielSprechen üben und Schreibenals ob ich die Sprache noch könnteÜben nur manchmal zu denkenan dichFremdsein übenals wäre das eigentlich alles.(1987)GEZOGENER ZAHNEin Weisheitszahn wurde gezogen.Es war nicht der letzte.Noch bin ich unterwegsRichtung Weisheit.Gezogen wurde der Zahneines großen Vertrauens.Womöglich wahlentscheidend.(2006)Seite empfehlen•Inhaltsübersicht•Impressum
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Öfters tritt dein Spiegelbild vor dic2. Da ist die Liebe wieder3. Immerabschied4. Gott spricht die Sprache der Tatsache5. Dein Weinen über der Morgenzeitung6. Gern such ich den Stein de Weisen
Öfters tritt dein Spiegelbild vor dic
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Immerabschied
Gott spricht die Sprache der Tatsache
Dein Weinen über der Morgenzeitung
Gern such ich den Stein de Weisen
Literarisches/ 1. Öfters tritt dein Spiegelbild vor dicSTURZ DER SCHWALBEWer sucht, der geht leicht selber verloren.Alle Vereinsamung ist Schuld: also spricht die Herde.(Friedrich Nietzsche)Sonst kühltest du die weiße Brust im Übermut.Und nun von Eisflut nahen Wintersklebt dein Gefieder dir am zitternden Balgfällst als ein Stein zum Steingrund.Du fasst nicht mehr die tragendumgebendeLuft die dich einst über Meere trug.Verloren hast du Verlorener siedie mit dir zogen.Manchesmal wieder rauscht es über dich weg.Deine heiseren Schreie verhallenwecken Hohn: ist das einer der Unsern?Schwäche erscheint wohin dich Wagemut triebund – ist dein Krächzen noch SchwalbenrufKraft zu Ferne und Höhenlust?So schweig und leide die Nacht.Über dem Meer wird die Sonne erscheinengerade über dir stille stehnund sich über dich beugen wird sie.Du wirst die letzte Nässeaus deinen Schwingen schleudernund dich zu ihr hebenhoch frei und all-einig.Da löst du die Stimme –dein Dank tönt als hellkündender Pfiff.Ihm noch voraus eilt deine gesammelte Sonnenkraft.Mehr als du selbst wirst du sein im Heimriss:weisender Pfeil und wissender Bote.(1966)VERBORGENER TAGÜberhaupt heutewusste ich nichtwar mir warm oder kalt.Niemand hat mich gesehenam wenigsten ich.Einer alten Einsicht zu folgenbin ichim Anerkennen und Anerkanntseinund erkenne es an derweilich binam verborgenen Tag.(1968)MUSS AHNUNG SEINDarum bin ich alleindie Ungeduld kommt daherwollen bersten die Knospenmitten im Ringen nach Lichtwenn die Gestrüppe und Schattennoch übermächtiger werdenund dass ich bei Kenntnis der Menschennicht müde binihre Ehre zu suchen -muss Ahnung seinvom großen einigen AnerkennenAustausch und Strömenund wechselnde Ruhe.(1970)BIS ZUM GERICHTMüsst ich nicht sagenich habe Rechtweil ich Ich binwie alle Ihr –in urgeteilter Einsichtoft oder immermit meinem Urteilwäre mir wohler.Getragen sein willmein Ur-Teil und Ichdurch Recht oder Unrechtmit Freund aber oder Feind –Richtung bis zum Gerichtdem ersten und letztendem einzigen Erkennenwie ich erkannt bin.(1970)LOSE BLÄTTERLose Blätter -unregelmäßiger wurde das Tagebuchin den Jahren.Denn nur manchmal ist Erntewie im Vorübergehnund oft erst um Mitternachtunter späten Sommergewittern:schlaftrunkener Erntedankfür alles Mühengesäte.Unregelmäßig gewinnt Gestaltein fast schon geträumter Seufzerund Klage und gleichfalls unsäglicher Freudewortlos verblieben bei Tageslichtund unterirdisch gereiftun-scheinbar im Tieferen als der Tag.Unregelmäßigfüllt sich ein loses Blattmit Hoffnungin Worten gekeltert.(1970)SPRACHE SPRICHT MIRLiebe ich nichts als Liebeund lebe aus LebenSprache spricht mirdass ich sie sprecheEinheit eint michallen die einzeln wie ichwenn ich schweigeund ende undweiter sucheweil ich gefunden.(1970)IMMER NOCHUm der Erinnerung willengeh ich die alten Wege.Ruft alles zu leisedem wissenden Rückblickhöre ich lauter fragen:fasst du es heute besserals ein anderer jetzt?Oder noch immerselbst Wegsein und Aufbruchdurch die Zeiten ängstende Burgunter wechselndem Himmelwährendes Fragen Hoffenimmer noch etwas Mutund deine alte Liebe?Immer nochnur mehr Wundenwie viel mehr Dank.(1970)SPIEGELBILDÖfters tritt dein Spiegelbildvor dich in Frageob dies dein Gesichtseiner Gesichte fähig.Bergseespiegelfläche erscheintglänzt so ruhigwie tief der Abgrunddas Leben in Höhlen reicht.Klarer sieht sich die Taglichtwelt:Steinberge – Baumwerk – Wolkenin Umriss und Schattenspieldichter versammelte Frageüber der Tiefe in Bildern.(1971)GEHEIMNISTRÄGERGeheimnisträger sind wir.Unsere Wunden machen esoffenbar.Schlössen sie sich –unsichtbarwürde das kostbareEine Blut aller.Einzeln bewegen es unsere Herzeneinzeln bewegt.Was unter trennenden Oberflächenhautnah pulsiertverratendie offenen Wunden(1972)WENN DU HORCHSTDas geliebte Gesichtdie geweckten Schmerzenlieber und wacher.Was ist der Mensch?Du undviele SorgengesichterLächeln AngstrasenTrugbilder ein Hauch GlückVergessen im Weitergehnund erinnernd Stehn.Und unsichtbarhört Eswenn du horchstzwischen die Klagenund spricht manchmalwenn du horchst:Weisung zum Weitergehn.(1973)ALTER REIMWorte verklungendie LiederFragen werden lautdieses Immerwieder -noch nichts fest gebaut.Zweifel erwachendas Wissenwirkt noch interessantwas wir wählen müssendagegen bleibt unbekannt.Neue Straßen die Fernenrücken zwischen uns ein –willst Neues sagen lernenund – findest zum alten Reim.(1974)SCHWERE NACHTAm Morgen danachbleiben Spuren.Wirbelsturm raste im WaldGedankenmassen ungebändigtaus Sehnen in Angst.Nichtweiterwissen und –wollenvergebliches Rufengegen paarweise Missverständnissedie in Übermut Junge zeugenderweil du allein liegst.Hirnzerfallunwiederbringliches Roden.Aus der Ohnmachtdeiner Gebete erwachtaus dem Erlösungsschlafwieder alleinhältst du mühsamden Sturman der Morgensonne gefesselt.(1977)JAHRESWENDEEin Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegenEin Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestaltenEine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu lebenEinen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilenUnd zwischendurch findenein Javielleicht deines?(1980)MEIN KLAVIERMein Klavier wie Gedankenschwarz-weiß und samtener Klangfünfhundert Jahre Neuzeitgeschichte darinständige Reformation kopernikanischdes Objekts vom Subjekt herEuropa in Japanholz - YamahaklangMeine Kindheit darinwie ich auf dem Küchentisch spielteder Junge braucht ein Klaviererste Tastenberührungzwischen den LadenzeitenAufklingen Dämpfung DämpfungDie Jugend das Spielen verspieltunter spanischen StiefelnHarmoniumsverschüchterung bei Choralharmonien -sie kriegten am Ende die Lieder nicht niederschwarz-weißer Stimmklang rieselte dochin die spätscholastische SteppeErst spät zum Eignen gekommenmit der Freiheit des Christenmenschenromantische Qual und SelbstinnigkeitSchubert-Schumann für Solostimme"Dort wo du nicht bistdort ist das Glück"mit Beethovens Schöpferpochen darinSame zu neuer Zeugungund Aufbegehren gegen die ThroneDen Freiheitsklang übender golden schimmertzwischen Schwarz und Weißeinmal gemeinsame Freiheit-wozuwenn du vergessen spielstund ich schütte mein Liedverdichteten Freudfeueratemin deinen Klangraummaßlos über die Maßen(1980)WAS BLEIBTZu Martin wird der Balkon geräumtvon Blumen und ihresgleichen.Einen Sommer lang bot er mirdas Ungewohnteste: Heimat.Ein zweiter bleibt ungewiss.Es bleibt die Drachenfelsmajestätbelaubt oder unbelaubt.Verwandter bleibt mir der Stromsich gleich ohne Bleibe.Kann sein er rätzu anderen Ufernbeständigzur Freiheit des Aufbruchs.Die Stelle des Übergangsins neue Jahrtausendbleibt auchnoch zu finden.(1981)WENN ICH NICHT WEITER WEISSAls er über die Straße liefkostete es ihndas Leben.So ist das Leben.Weil du in den Zug einstiegsttrafst dumich.So ist die Liebe.Wenn ich nicht weiter weißschreibe ichweiter.So sind Gedichte.(1986)ERLEUCHTUNGVon Tag zu Tag hoffen.Aber die Sprachebleibt aus.Alles schon bejammertalles verjubelt.Ich fing das Saufen anvon Atemluft.Prana strömt unbegrenztunendlicher Kraftflusswozu auch immer.Erretten könnte alleinaus dem hoffenden Elendaus der stockenden SpracheErleuchtung.(1987)NEUE ÜBUNGENAtmen üben tiefohne SeufzenSingen üben freiohne besondere WidmungSammlung übenohne bestimmteres TräumenHoffen üben frischohne das alte GedächtnisReisen üben soals wüsste ich nun das ZielSprechen üben und Schreibenals ob ich die Sprache noch könnteÜben nur manchmal zu denkenan dichFremdsein übenals wäre das eigentlich alles.(1987)GEZOGENER ZAHNEin Weisheitszahn wurde gezogen.Es war nicht der letzte.Noch bin ich unterwegsRichtung Weisheit.Gezogen wurde der Zahneines großen Vertrauens.Womöglich wahlentscheidend.(2006)
Literarisches/ 1. Öfters tritt dein Spiegelbild vor dicSTURZ DER SCHWALBEWer sucht, der geht leicht selber verloren.Alle Vereinsamung ist Schuld: also spricht die Herde.(Friedrich Nietzsche)Sonst kühltest du die weiße Brust im Übermut.Und nun von Eisflut nahen Wintersklebt dein Gefieder dir am zitternden Balgfällst als ein Stein zum Steingrund.Du fasst nicht mehr die tragendumgebendeLuft die dich einst über Meere trug.Verloren hast du Verlorener siedie mit dir zogen.Manchesmal wieder rauscht es über dich weg.Deine heiseren Schreie verhallenwecken Hohn: ist das einer der Unsern?Schwäche erscheint wohin dich Wagemut triebund – ist dein Krächzen noch SchwalbenrufKraft zu Ferne und Höhenlust?So schweig und leide die Nacht.Über dem Meer wird die Sonne erscheinengerade über dir stille stehnund sich über dich beugen wird sie.Du wirst die letzte Nässeaus deinen Schwingen schleudernund dich zu ihr hebenhoch frei und all-einig.Da löst du die Stimme –dein Dank tönt als hellkündender Pfiff.Ihm noch voraus eilt deine gesammelte Sonnenkraft.Mehr als du selbst wirst du sein im Heimriss:weisender Pfeil und wissender Bote.(1966)VERBORGENER TAGÜberhaupt heutewusste ich nichtwar mir warm oder kalt.Niemand hat mich gesehenam wenigsten ich.Einer alten Einsicht zu folgenbin ichim Anerkennen und Anerkanntseinund erkenne es an derweilich binam verborgenen Tag.(1968)MUSS AHNUNG SEINDarum bin ich alleindie Ungeduld kommt daherwollen bersten die Knospenmitten im Ringen nach Lichtwenn die Gestrüppe und Schattennoch übermächtiger werdenund dass ich bei Kenntnis der Menschennicht müde binihre Ehre zu suchen -muss Ahnung seinvom großen einigen AnerkennenAustausch und Strömenund wechselnde Ruhe.(1970)BIS ZUM GERICHTMüsst ich nicht sagenich habe Rechtweil ich Ich binwie alle Ihr –in urgeteilter Einsichtoft oder immermit meinem Urteilwäre mir wohler.Getragen sein willmein Ur-Teil und Ichdurch Recht oder Unrechtmit Freund aber oder Feind –Richtung bis zum Gerichtdem ersten und letztendem einzigen Erkennenwie ich erkannt bin.(1970)LOSE BLÄTTERLose Blätter -unregelmäßiger wurde das Tagebuchin den Jahren.Denn nur manchmal ist Erntewie im Vorübergehnund oft erst um Mitternachtunter späten Sommergewittern:schlaftrunkener Erntedankfür alles Mühengesäte.Unregelmäßig gewinnt Gestaltein fast schon geträumter Seufzerund Klage und gleichfalls unsäglicher Freudewortlos verblieben bei Tageslichtund unterirdisch gereiftun-scheinbar im Tieferen als der Tag.Unregelmäßigfüllt sich ein loses Blattmit Hoffnungin Worten gekeltert.(1970)SPRACHE SPRICHT MIRLiebe ich nichts als Liebeund lebe aus LebenSprache spricht mirdass ich sie sprecheEinheit eint michallen die einzeln wie ichwenn ich schweigeund ende undweiter sucheweil ich gefunden.(1970)IMMER NOCHUm der Erinnerung willengeh ich die alten Wege.Ruft alles zu leisedem wissenden Rückblickhöre ich lauter fragen:fasst du es heute besserals ein anderer jetzt?Oder noch immerselbst Wegsein und Aufbruchdurch die Zeiten ängstende Burgunter wechselndem Himmelwährendes 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horchst:Weisung zum Weitergehn.(1973)ALTER REIMWorte verklungendie LiederFragen werden lautdieses Immerwieder -noch nichts fest gebaut.Zweifel erwachendas Wissenwirkt noch interessantwas wir wählen müssendagegen bleibt unbekannt.Neue Straßen die Fernenrücken zwischen uns ein –willst Neues sagen lernenund – findest zum alten Reim.(1974)SCHWERE NACHTAm Morgen danachbleiben Spuren.Wirbelsturm raste im WaldGedankenmassen ungebändigtaus Sehnen in Angst.Nichtweiterwissen und –wollenvergebliches Rufengegen paarweise Missverständnissedie in Übermut Junge zeugenderweil du allein liegst.Hirnzerfallunwiederbringliches Roden.Aus der Ohnmachtdeiner Gebete erwachtaus dem Erlösungsschlafwieder alleinhältst du mühsamden Sturman der Morgensonne gefesselt.(1977)JAHRESWENDEEin Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegenEin Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestaltenEine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu lebenEinen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilenUnd zwischendurch findenein Javielleicht deines?(1980)MEIN KLAVIERMein Klavier wie Gedankenschwarz-weiß und samtener Klangfünfhundert Jahre Neuzeitgeschichte darinständige Reformation kopernikanischdes Objekts vom Subjekt herEuropa in Japanholz - YamahaklangMeine Kindheit darinwie ich auf dem Küchentisch spielteder Junge braucht ein Klaviererste Tastenberührungzwischen den LadenzeitenAufklingen Dämpfung DämpfungDie Jugend das Spielen verspieltunter spanischen StiefelnHarmoniumsverschüchterung bei Choralharmonien -sie kriegten am Ende die Lieder nicht niederschwarz-weißer Stimmklang rieselte dochin die spätscholastische SteppeErst spät zum Eignen gekommenmit der Freiheit des Christenmenschenromantische Qual und SelbstinnigkeitSchubert-Schumann für Solostimme"Dort wo du nicht bistdort ist das Glück"mit Beethovens Schöpferpochen darinSame zu neuer Zeugungund Aufbegehren gegen die ThroneDen Freiheitsklang übender golden schimmertzwischen Schwarz und Weißeinmal gemeinsame Freiheit-wozuwenn du vergessen spielstund ich schütte mein Liedverdichteten Freudfeueratemin deinen Klangraummaßlos über die Maßen(1980)WAS BLEIBTZu Martin wird der Balkon geräumtvon Blumen und ihresgleichen.Einen Sommer lang bot er mirdas Ungewohnteste: Heimat.Ein zweiter bleibt ungewiss.Es bleibt die Drachenfelsmajestätbelaubt oder unbelaubt.Verwandter bleibt mir der Stromsich gleich ohne Bleibe.Kann sein er rätzu anderen Ufernbeständigzur Freiheit des Aufbruchs.Die Stelle des Übergangsins neue Jahrtausendbleibt auchnoch zu finden.(1981)WENN ICH NICHT WEITER WEISSAls er über die Straße liefkostete es ihndas Leben.So ist das Leben.Weil du in den Zug einstiegsttrafst dumich.So ist die Liebe.Wenn ich nicht weiter weißschreibe ichweiter.So sind Gedichte.(1986)ERLEUCHTUNGVon Tag zu Tag hoffen.Aber die Sprachebleibt aus.Alles schon bejammertalles verjubelt.Ich fing das Saufen anvon Atemluft.Prana strömt unbegrenztunendlicher Kraftflusswozu auch immer.Erretten könnte alleinaus dem hoffenden Elendaus der stockenden SpracheErleuchtung.(1987)NEUE ÜBUNGENAtmen üben tiefohne SeufzenSingen üben freiohne besondere WidmungSammlung übenohne bestimmteres TräumenHoffen üben frischohne das alte GedächtnisReisen üben soals wüsste ich nun das ZielSprechen üben und Schreibenals ob ich die Sprache noch könnteÜben nur manchmal zu denkenan dichFremdsein übenals wäre das eigentlich alles.(1987)GEZOGENER ZAHNEin Weisheitszahn wurde gezogen.Es war nicht der letzte.Noch bin ich unterwegsRichtung Weisheit.Gezogen wurde der Zahneines großen Vertrauens.Womöglich wahlentscheidend.(2006)
Literarisches/ 1. Öfters tritt dein Spiegelbild vor dicSTURZ DER SCHWALBEWer sucht, der geht leicht selber verloren.Alle Vereinsamung ist Schuld: also spricht die Herde.(Friedrich Nietzsche)Sonst kühltest du die weiße Brust im Übermut.Und nun von Eisflut nahen Wintersklebt dein Gefieder dir am zitternden Balgfällst als ein Stein zum Steingrund.Du fasst nicht mehr die tragendumgebendeLuft die dich einst über Meere trug.Verloren hast du Verlorener siedie mit dir zogen.Manchesmal wieder rauscht es über dich weg.Deine heiseren Schreie verhallenwecken Hohn: ist das einer der Unsern?Schwäche erscheint wohin dich Wagemut triebund – ist dein Krächzen noch SchwalbenrufKraft zu Ferne und Höhenlust?So schweig und leide die Nacht.Über dem Meer wird die Sonne erscheinengerade über dir stille stehnund sich über dich beugen wird sie.Du wirst die letzte Nässeaus deinen Schwingen schleudernund dich zu ihr hebenhoch frei und all-einig.Da löst du die Stimme –dein Dank tönt als hellkündender Pfiff.Ihm noch voraus eilt deine gesammelte Sonnenkraft.Mehr als du selbst wirst du sein im Heimriss:weisender Pfeil und wissender Bote.(1966)VERBORGENER TAGÜberhaupt heutewusste ich nichtwar mir warm oder kalt.Niemand hat mich gesehenam wenigsten ich.Einer alten Einsicht zu folgenbin ichim Anerkennen und Anerkanntseinund erkenne es an derweilich binam verborgenen Tag.(1968)MUSS AHNUNG SEINDarum bin ich alleindie Ungeduld kommt daherwollen bersten die Knospenmitten im Ringen nach Lichtwenn die Gestrüppe und Schattennoch übermächtiger werdenund dass ich bei Kenntnis der Menschennicht müde binihre Ehre zu suchen -muss Ahnung seinvom großen einigen AnerkennenAustausch und Strömenund wechselnde Ruhe.(1970)BIS ZUM GERICHTMüsst ich nicht sagenich habe Rechtweil ich Ich binwie alle Ihr –in urgeteilter Einsichtoft oder immermit meinem Urteilwäre mir wohler.Getragen sein willmein Ur-Teil und Ichdurch Recht oder Unrechtmit Freund aber oder Feind –Richtung bis zum Gerichtdem ersten und letztendem einzigen Erkennenwie ich 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horchst:Weisung zum Weitergehn.(1973)ALTER REIMWorte verklungendie LiederFragen werden lautdieses Immerwieder -noch nichts fest gebaut.Zweifel erwachendas Wissenwirkt noch interessantwas wir wählen müssendagegen bleibt unbekannt.Neue Straßen die Fernenrücken zwischen uns ein –willst Neues sagen lernenund – findest zum alten Reim.(1974)SCHWERE NACHTAm Morgen danachbleiben Spuren.Wirbelsturm raste im WaldGedankenmassen ungebändigtaus Sehnen in Angst.Nichtweiterwissen und –wollenvergebliches Rufengegen paarweise Missverständnissedie in Übermut Junge zeugenderweil du allein liegst.Hirnzerfallunwiederbringliches Roden.Aus der Ohnmachtdeiner Gebete erwachtaus dem Erlösungsschlafwieder alleinhältst du mühsamden Sturman der Morgensonne gefesselt.(1977)JAHRESWENDEEin Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegenEin Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestaltenEine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu lebenEinen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilenUnd zwischendurch findenein Javielleicht deines?(1980)MEIN KLAVIERMein Klavier wie Gedankenschwarz-weiß und samtener Klangfünfhundert Jahre Neuzeitgeschichte darinständige Reformation kopernikanischdes Objekts vom Subjekt herEuropa in Japanholz - YamahaklangMeine Kindheit darinwie ich auf dem Küchentisch spielteder Junge braucht ein Klaviererste Tastenberührungzwischen den LadenzeitenAufklingen Dämpfung DämpfungDie Jugend das Spielen verspieltunter spanischen StiefelnHarmoniumsverschüchterung bei Choralharmonien -sie kriegten am Ende die Lieder nicht niederschwarz-weißer Stimmklang rieselte dochin die spätscholastische SteppeErst spät zum Eignen gekommenmit der Freiheit des Christenmenschenromantische Qual und SelbstinnigkeitSchubert-Schumann für Solostimme"Dort wo du nicht bistdort ist das Glück"mit Beethovens Schöpferpochen darinSame zu neuer Zeugungund Aufbegehren gegen die ThroneDen Freiheitsklang übender golden schimmertzwischen Schwarz und Weißeinmal gemeinsame Freiheit-wozuwenn du vergessen spielstund ich schütte mein Liedverdichteten Freudfeueratemin deinen Klangraummaßlos über die Maßen(1980)WAS BLEIBTZu Martin wird der Balkon geräumtvon Blumen und ihresgleichen.Einen Sommer lang bot er mirdas Ungewohnteste: Heimat.Ein zweiter bleibt ungewiss.Es bleibt die Drachenfelsmajestätbelaubt oder unbelaubt.Verwandter bleibt mir der Stromsich gleich ohne Bleibe.Kann sein er rätzu anderen Ufernbeständigzur Freiheit des Aufbruchs.Die Stelle des Übergangsins neue Jahrtausendbleibt auchnoch zu finden.(1981)WENN ICH NICHT WEITER WEISSAls er über die Straße liefkostete es ihndas Leben.So ist das Leben.Weil du in den Zug einstiegsttrafst dumich.So ist die Liebe.Wenn ich nicht weiter weißschreibe ichweiter.So sind Gedichte.(1986)ERLEUCHTUNGVon Tag zu Tag hoffen.Aber die Sprachebleibt aus.Alles schon bejammertalles verjubelt.Ich fing das Saufen anvon Atemluft.Prana strömt unbegrenztunendlicher Kraftflusswozu auch immer.Erretten könnte alleinaus dem hoffenden Elendaus der stockenden SpracheErleuchtung.(1987)NEUE ÜBUNGENAtmen üben tiefohne SeufzenSingen üben freiohne besondere WidmungSammlung übenohne bestimmteres TräumenHoffen üben frischohne das alte GedächtnisReisen üben soals wüsste ich nun das ZielSprechen üben und Schreibenals ob ich die Sprache noch könnteÜben nur manchmal zu denkenan dichFremdsein übenals wäre das eigentlich alles.(1987)GEZOGENER ZAHNEin Weisheitszahn wurde gezogen.Es war nicht der letzte.Noch bin ich unterwegsRichtung Weisheit.Gezogen wurde der Zahneines großen Vertrauens.Womöglich wahlentscheidend.(2006)
Literarisches/ 1. Öfters tritt dein Spiegelbild vor dic
STURZ DER SCHWALBEWer sucht, der geht leicht selber verloren.Alle Vereinsamung ist Schuld: also spricht die Herde.(Friedrich Nietzsche)Sonst kühltest du die weiße Brust im Übermut.Und nun von Eisflut nahen Wintersklebt dein Gefieder dir am zitternden Balgfällst als ein Stein zum Steingrund.Du fasst nicht mehr die tragendumgebendeLuft die dich einst über Meere trug.Verloren hast du Verlorener siedie mit dir zogen.Manchesmal wieder rauscht es über dich weg.Deine heiseren Schreie verhallenwecken Hohn: ist das einer der Unsern?Schwäche erscheint wohin dich Wagemut triebund – ist dein Krächzen noch SchwalbenrufKraft zu Ferne und Höhenlust?So schweig und leide die Nacht.Über dem Meer wird die Sonne erscheinengerade über dir stille stehnund sich über dich beugen wird sie.Du wirst die letzte Nässeaus deinen Schwingen schleudernund dich zu ihr hebenhoch frei und all-einig.Da löst du die Stimme –dein Dank tönt als hellkündender Pfiff.Ihm noch voraus eilt deine gesammelte Sonnenkraft.Mehr als du selbst wirst du sein im Heimriss:weisender Pfeil und wissender Bote.(1966)
STURZ DER SCHWALBEWer sucht, der geht leicht selber verloren.Alle Vereinsamung ist Schuld: also spricht die Herde.(Friedrich Nietzsche)Sonst kühltest du die weiße Brust im Übermut.Und nun von Eisflut nahen Wintersklebt dein Gefieder dir am zitternden Balgfällst als ein Stein zum Steingrund.Du fasst nicht mehr die tragendumgebendeLuft die dich einst über Meere trug.Verloren hast du Verlorener siedie mit dir zogen.Manchesmal wieder rauscht es über dich weg.Deine heiseren Schreie verhallenwecken Hohn: ist das einer der Unsern?Schwäche erscheint wohin dich Wagemut triebund – ist dein Krächzen noch SchwalbenrufKraft zu Ferne und Höhenlust?So schweig und leide die Nacht.Über dem Meer wird die Sonne erscheinengerade über dir stille stehnund sich über dich beugen wird sie.Du wirst die letzte Nässeaus deinen Schwingen schleudernund dich zu ihr hebenhoch frei und all-einig.Da löst du die Stimme –dein Dank tönt als hellkündender Pfiff.Ihm noch voraus eilt deine gesammelte Sonnenkraft.Mehr als du selbst wirst du sein im Heimriss:weisender Pfeil und wissender Bote.(1966)
STURZ DER SCHWALBE
Wer sucht, der geht leicht selber verloren.Alle Vereinsamung ist Schuld: also spricht die Herde.(Friedrich Nietzsche)
Sonst kühltest du die weiße Brust im Übermut.Und nun von Eisflut nahen Wintersklebt dein Gefieder dir am zitternden Balgfällst als ein Stein zum Steingrund.Du fasst nicht mehr die tragendumgebendeLuft die dich einst über Meere trug.
Verloren hast du Verlorener siedie mit dir zogen.Manchesmal wieder rauscht es über dich weg.Deine heiseren Schreie verhallenwecken Hohn: ist das einer der Unsern?Schwäche erscheint wohin dich Wagemut triebund – ist dein Krächzen noch SchwalbenrufKraft zu Ferne und Höhenlust?
So schweig und leide die Nacht.Über dem Meer wird die Sonne erscheinengerade über dir stille stehnund sich über dich beugen wird sie.Du wirst die letzte Nässeaus deinen Schwingen schleudernund dich zu ihr hebenhoch frei und all-einig.
Da löst du die Stimme –dein Dank tönt als hellkündender Pfiff.Ihm noch voraus eilt deine gesammelte Sonnenkraft.Mehr als du selbst wirst du sein im Heimriss:weisender Pfeil und wissender Bote.
(1966)
VERBORGENER TAGÜberhaupt heutewusste ich nichtwar mir warm oder kalt.Niemand hat mich gesehenam wenigsten ich.Einer alten Einsicht zu folgenbin ichim Anerkennen und Anerkanntseinund erkenne es an derweilich binam verborgenen Tag.(1968)
VERBORGENER TAGÜberhaupt heutewusste ich nichtwar mir warm oder kalt.Niemand hat mich gesehenam wenigsten ich.Einer alten Einsicht zu folgenbin ichim Anerkennen und Anerkanntseinund erkenne es an derweilich binam verborgenen Tag.(1968)
VERBORGENER TAG
Überhaupt heutewusste ich nichtwar mir warm oder kalt.Niemand hat mich gesehenam wenigsten ich.
Einer alten Einsicht zu folgenbin ichim Anerkennen und Anerkanntseinund erkenne es an derweilich binam verborgenen Tag.
(1968)
MUSS AHNUNG SEINDarum bin ich alleindie Ungeduld kommt daherwollen bersten die Knospenmitten im Ringen nach Lichtwenn die Gestrüppe und Schattennoch übermächtiger werdenund dass ich bei Kenntnis der Menschennicht müde binihre Ehre zu suchen -muss Ahnung seinvom großen einigen AnerkennenAustausch und Strömenund wechselnde Ruhe.(1970)
MUSS AHNUNG SEINDarum bin ich alleindie Ungeduld kommt daherwollen bersten die Knospenmitten im Ringen nach Lichtwenn die Gestrüppe und Schattennoch übermächtiger werdenund dass ich bei Kenntnis der Menschennicht müde binihre Ehre zu suchen -muss Ahnung seinvom großen einigen AnerkennenAustausch und Strömenund wechselnde Ruhe.(1970)
MUSS AHNUNG SEIN
Darum bin ich alleindie Ungeduld kommt daherwollen bersten die Knospenmitten im Ringen nach Lichtwenn die Gestrüppe und Schattennoch übermächtiger werdenund dass ich bei Kenntnis der Menschennicht müde binihre Ehre zu suchen -muss Ahnung seinvom großen einigen AnerkennenAustausch und Strömenund wechselnde Ruhe.
(1970)
BIS ZUM GERICHTMüsst ich nicht sagenich habe Rechtweil ich Ich binwie alle Ihr –in urgeteilter Einsichtoft oder immermit meinem Urteilwäre mir wohler.Getragen sein willmein Ur-Teil und Ichdurch Recht oder Unrechtmit Freund aber oder Feind –Richtung bis zum Gerichtdem ersten und letztendem einzigen Erkennenwie ich erkannt bin.(1970)
BIS ZUM GERICHTMüsst ich nicht sagenich habe Rechtweil ich Ich binwie alle Ihr –in urgeteilter Einsichtoft oder immermit meinem Urteilwäre mir wohler.Getragen sein willmein Ur-Teil und Ichdurch Recht oder Unrechtmit Freund aber oder Feind –Richtung bis zum Gerichtdem ersten und letztendem einzigen Erkennenwie ich erkannt bin.(1970)
BIS ZUM GERICHT
Müsst ich nicht sagenich habe Rechtweil ich Ich binwie alle Ihr –in urgeteilter Einsichtoft oder immermit meinem Urteilwäre mir wohler.
Getragen sein willmein Ur-Teil und Ichdurch Recht oder Unrechtmit Freund aber oder Feind –Richtung bis zum Gerichtdem ersten und letztendem einzigen Erkennenwie ich erkannt bin.
(1970)
LOSE BLÄTTERLose Blätter -unregelmäßiger wurde das Tagebuchin den Jahren.Denn nur manchmal ist Erntewie im Vorübergehnund oft erst um Mitternachtunter späten Sommergewittern:schlaftrunkener Erntedankfür alles Mühengesäte.Unregelmäßig gewinnt Gestaltein fast schon geträumter Seufzerund Klage und gleichfalls unsäglicher Freudewortlos verblieben bei Tageslichtund unterirdisch gereiftun-scheinbar im Tieferen als der Tag.Unregelmäßigfüllt sich ein loses Blattmit Hoffnungin Worten gekeltert.(1970)
LOSE BLÄTTERLose Blätter -unregelmäßiger wurde das Tagebuchin den Jahren.Denn nur manchmal ist Erntewie im Vorübergehnund oft erst um Mitternachtunter späten Sommergewittern:schlaftrunkener Erntedankfür alles Mühengesäte.Unregelmäßig gewinnt Gestaltein fast schon geträumter Seufzerund Klage und gleichfalls unsäglicher Freudewortlos verblieben bei Tageslichtund unterirdisch gereiftun-scheinbar im Tieferen als der Tag.Unregelmäßigfüllt sich ein loses Blattmit Hoffnungin Worten gekeltert.(1970)
LOSE BLÄTTER
Lose Blätter -unregelmäßiger wurde das Tagebuchin den Jahren.Denn nur manchmal ist Erntewie im Vorübergehnund oft erst um Mitternachtunter späten Sommergewittern:schlaftrunkener Erntedankfür alles Mühengesäte.
Unregelmäßig gewinnt Gestaltein fast schon geträumter Seufzerund Klage und gleichfalls unsäglicher Freudewortlos verblieben bei Tageslichtund unterirdisch gereiftun-scheinbar im Tieferen als der Tag.
Unregelmäßigfüllt sich ein loses Blattmit Hoffnungin Worten gekeltert.
(1970)
SPRACHE SPRICHT MIRLiebe ich nichts als Liebeund lebe aus LebenSprache spricht mirdass ich sie sprecheEinheit eint michallen die einzeln wie ichwenn ich schweigeund ende undweiter sucheweil ich gefunden.(1970)
SPRACHE SPRICHT MIRLiebe ich nichts als Liebeund lebe aus LebenSprache spricht mirdass ich sie sprecheEinheit eint michallen die einzeln wie ichwenn ich schweigeund ende undweiter sucheweil ich gefunden.(1970)
SPRACHE SPRICHT MIR
Liebe ich nichts als Liebeund lebe aus LebenSprache spricht mirdass ich sie sprecheEinheit eint michallen die einzeln wie ichwenn ich schweigeund ende undweiter sucheweil ich gefunden.
(1970)
IMMER NOCHUm der Erinnerung willengeh ich die alten Wege.Ruft alles zu leisedem wissenden Rückblickhöre ich lauter fragen:fasst du es heute besserals ein anderer jetzt?Oder noch immerselbst Wegsein und Aufbruchdurch die Zeiten ängstende Burgunter wechselndem Himmelwährendes Fragen Hoffenimmer noch etwas Mutund deine alte Liebe?Immer nochnur mehr Wundenwie viel mehr Dank.(1970)
IMMER NOCHUm der Erinnerung willengeh ich die alten Wege.Ruft alles zu leisedem wissenden Rückblickhöre ich lauter fragen:fasst du es heute besserals ein anderer jetzt?Oder noch immerselbst Wegsein und Aufbruchdurch die Zeiten ängstende Burgunter wechselndem Himmelwährendes Fragen Hoffenimmer noch etwas Mutund deine alte Liebe?Immer nochnur mehr Wundenwie viel mehr Dank.(1970)
IMMER NOCH
Um der Erinnerung willengeh ich die alten Wege.Ruft alles zu leisedem wissenden Rückblickhöre ich lauter fragen:fasst du es heute besserals ein anderer jetzt?
Oder noch immerselbst Wegsein und Aufbruchdurch die Zeiten ängstende Burgunter wechselndem Himmelwährendes Fragen Hoffenimmer noch etwas Mutund deine alte Liebe?
Immer nochnur mehr Wundenwie viel mehr Dank.
(1970)
SPIEGELBILDÖfters tritt dein Spiegelbildvor dich in Frageob dies dein Gesichtseiner Gesichte fähig.Bergseespiegelfläche erscheintglänzt so ruhigwie tief der Abgrunddas Leben in Höhlen reicht.Klarer sieht sich die Taglichtwelt:Steinberge – Baumwerk – Wolkenin Umriss und Schattenspieldichter versammelte Frageüber der Tiefe in Bildern.(1971)
SPIEGELBILDÖfters tritt dein Spiegelbildvor dich in Frageob dies dein Gesichtseiner Gesichte fähig.Bergseespiegelfläche erscheintglänzt so ruhigwie tief der Abgrunddas Leben in Höhlen reicht.Klarer sieht sich die Taglichtwelt:Steinberge – Baumwerk – Wolkenin Umriss und Schattenspieldichter versammelte Frageüber der Tiefe in Bildern.(1971)
SPIEGELBILD
Öfters tritt dein Spiegelbildvor dich in Frageob dies dein Gesichtseiner Gesichte fähig.
Bergseespiegelfläche erscheintglänzt so ruhigwie tief der Abgrunddas Leben in Höhlen reicht.
Klarer sieht sich die Taglichtwelt:Steinberge – Baumwerk – Wolkenin Umriss und Schattenspieldichter versammelte Frage
über der Tiefe in Bildern.
(1971)
GEHEIMNISTRÄGERGeheimnisträger sind wir.Unsere Wunden machen esoffenbar.Schlössen sie sich –unsichtbarwürde das kostbareEine Blut aller.Einzeln bewegen es unsere Herzeneinzeln bewegt.Was unter trennenden Oberflächenhautnah pulsiertverratendie offenen Wunden(1972)
GEHEIMNISTRÄGERGeheimnisträger sind wir.Unsere Wunden machen esoffenbar.Schlössen sie sich –unsichtbarwürde das kostbareEine Blut aller.Einzeln bewegen es unsere Herzeneinzeln bewegt.Was unter trennenden Oberflächenhautnah pulsiertverratendie offenen Wunden(1972)
GEHEIMNISTRÄGER
Geheimnisträger sind wir.Unsere Wunden machen esoffenbar.Schlössen sie sich –unsichtbarwürde das kostbareEine Blut aller.Einzeln bewegen es unsere Herzeneinzeln bewegt.Was unter trennenden Oberflächenhautnah pulsiertverratendie offenen Wunden
(1972)
WENN DU HORCHSTDas geliebte Gesichtdie geweckten Schmerzenlieber und wacher.Was ist der Mensch?Du undviele SorgengesichterLächeln AngstrasenTrugbilder ein Hauch GlückVergessen im Weitergehnund erinnernd Stehn.Und unsichtbarhört Eswenn du horchstzwischen die Klagenund spricht manchmalwenn du horchst:Weisung zum Weitergehn.(1973)
WENN DU HORCHSTDas geliebte Gesichtdie geweckten Schmerzenlieber und wacher.Was ist der Mensch?Du undviele SorgengesichterLächeln AngstrasenTrugbilder ein Hauch GlückVergessen im Weitergehnund erinnernd Stehn.Und unsichtbarhört Eswenn du horchstzwischen die Klagenund spricht manchmalwenn du horchst:Weisung zum Weitergehn.(1973)
WENN DU HORCHST
Das geliebte Gesichtdie geweckten Schmerzenlieber und wacher.Was ist der Mensch?
Du undviele SorgengesichterLächeln AngstrasenTrugbilder ein Hauch GlückVergessen im Weitergehnund erinnernd Stehn.
Und unsichtbarhört Eswenn du horchstzwischen die Klagenund spricht manchmalwenn du horchst:Weisung zum Weitergehn.
(1973)
ALTER REIMWorte verklungendie LiederFragen werden lautdieses Immerwieder -noch nichts fest gebaut.Zweifel erwachendas Wissenwirkt noch interessantwas wir wählen müssendagegen bleibt unbekannt.Neue Straßen die Fernenrücken zwischen uns ein –willst Neues sagen lernenund – findest zum alten Reim.(1974)
ALTER REIMWorte verklungendie LiederFragen werden lautdieses Immerwieder -noch nichts fest gebaut.Zweifel erwachendas Wissenwirkt noch interessantwas wir wählen müssendagegen bleibt unbekannt.Neue Straßen die Fernenrücken zwischen uns ein –willst Neues sagen lernenund – findest zum alten Reim.(1974)
ALTER REIM
Worte verklungendie LiederFragen werden lautdieses Immerwieder -noch nichts fest gebaut.
Zweifel erwachendas Wissenwirkt noch interessantwas wir wählen müssendagegen bleibt unbekannt.
Neue Straßen die Fernenrücken zwischen uns ein –willst Neues sagen lernenund – findest zum alten Reim.
(1974)
SCHWERE NACHTAm Morgen danachbleiben Spuren.Wirbelsturm raste im WaldGedankenmassen ungebändigtaus Sehnen in Angst.Nichtweiterwissen und –wollenvergebliches Rufengegen paarweise Missverständnissedie in Übermut Junge zeugenderweil du allein liegst.Hirnzerfallunwiederbringliches Roden.Aus der Ohnmachtdeiner Gebete erwachtaus dem Erlösungsschlafwieder alleinhältst du mühsamden Sturman der Morgensonne gefesselt.(1977)
SCHWERE NACHTAm Morgen danachbleiben Spuren.Wirbelsturm raste im WaldGedankenmassen ungebändigtaus Sehnen in Angst.Nichtweiterwissen und –wollenvergebliches Rufengegen paarweise Missverständnissedie in Übermut Junge zeugenderweil du allein liegst.Hirnzerfallunwiederbringliches Roden.Aus der Ohnmachtdeiner Gebete erwachtaus dem Erlösungsschlafwieder alleinhältst du mühsamden Sturman der Morgensonne gefesselt.(1977)
SCHWERE NACHT
Am Morgen danachbleiben Spuren.Wirbelsturm raste im WaldGedankenmassen ungebändigtaus Sehnen in Angst.Nichtweiterwissen und –wollenvergebliches Rufengegen paarweise Missverständnissedie in Übermut Junge zeugenderweil du allein liegst.Hirnzerfallunwiederbringliches Roden.Aus der Ohnmachtdeiner Gebete erwachtaus dem Erlösungsschlafwieder alleinhältst du mühsamden Sturman der Morgensonne gefesselt.
(1977)
JAHRESWENDEEin Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegenEin Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestaltenEine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu lebenEinen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilenUnd zwischendurch findenein Javielleicht deines?(1980)
JAHRESWENDEEin Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegenEin Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestaltenEine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu lebenEinen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilenUnd zwischendurch findenein Javielleicht deines?(1980)
JAHRESWENDE
Ein Jahr überstandenjetzt gilt es zu siegen
Ein Jahrzehnt gebautjetzt gilt’s zu gestalten
Eine Lebenshälfte gesuchtjetzt wäre zu leben
Einen Wohlstand Notstand gesammeltJetzt wäre zu teilen
Und zwischendurch findenein Javielleicht deines?
(1980)
MEIN KLAVIERMein Klavier wie Gedankenschwarz-weiß und samtener Klangfünfhundert Jahre Neuzeitgeschichte darinständige Reformation kopernikanischdes Objekts vom Subjekt herEuropa in Japanholz - YamahaklangMeine Kindheit darinwie ich auf dem Küchentisch spielteder Junge braucht ein Klaviererste Tastenberührungzwischen den LadenzeitenAufklingen Dämpfung DämpfungDie Jugend das Spielen verspieltunter spanischen StiefelnHarmoniumsverschüchterung bei Choralharmonien -sie kriegten am Ende die Lieder nicht niederschwarz-weißer Stimmklang rieselte dochin die spätscholastische SteppeErst spät zum Eignen gekommenmit der Freiheit des Christenmenschenromantische Qual und SelbstinnigkeitSchubert-Schumann für Solostimme"Dort wo du nicht bistdort ist das Glück"mit Beethovens Schöpferpochen darinSame zu neuer Zeugungund Aufbegehren gegen die ThroneDen Freiheitsklang übender golden schimmertzwischen Schwarz und Weißeinmal gemeinsame Freiheit-wozuwenn du vergessen spielstund ich schütte mein Liedverdichteten Freudfeueratemin deinen Klangraummaßlos über die Maßen(1980)
MEIN KLAVIERMein Klavier wie Gedankenschwarz-weiß und samtener Klangfünfhundert Jahre Neuzeitgeschichte darinständige Reformation kopernikanischdes Objekts vom Subjekt herEuropa in Japanholz - YamahaklangMeine Kindheit darinwie ich auf dem Küchentisch spielteder Junge braucht ein Klaviererste Tastenberührungzwischen den LadenzeitenAufklingen Dämpfung DämpfungDie Jugend das Spielen verspieltunter spanischen StiefelnHarmoniumsverschüchterung bei Choralharmonien -sie kriegten am Ende die Lieder nicht niederschwarz-weißer Stimmklang rieselte dochin die spätscholastische SteppeErst spät zum Eignen gekommenmit der Freiheit des Christenmenschenromantische Qual und SelbstinnigkeitSchubert-Schumann für Solostimme"Dort wo du nicht bistdort ist das Glück"mit Beethovens Schöpferpochen darinSame zu neuer Zeugungund Aufbegehren gegen die ThroneDen Freiheitsklang übender golden schimmertzwischen Schwarz und Weißeinmal gemeinsame Freiheit-wozuwenn du vergessen spielstund ich schütte mein Liedverdichteten Freudfeueratemin deinen Klangraummaßlos über die Maßen(1980)
MEIN KLAVIER
Mein Klavier wie Gedankenschwarz-weiß und samtener Klangfünfhundert Jahre Neuzeitgeschichte darinständige Reformation kopernikanischdes Objekts vom Subjekt herEuropa in Japanholz - Yamahaklang
Meine Kindheit darinwie ich auf dem Küchentisch spielteder Junge braucht ein Klaviererste Tastenberührungzwischen den LadenzeitenAufklingen Dämpfung Dämpfung
Die Jugend das Spielen verspieltunter spanischen StiefelnHarmoniumsverschüchterung bei Choralharmonien -sie kriegten am Ende die Lieder nicht niederschwarz-weißer Stimmklang rieselte dochin die spätscholastische Steppe
Erst spät zum Eignen gekommenmit der Freiheit des Christenmenschenromantische Qual und SelbstinnigkeitSchubert-Schumann für Solostimme"Dort wo du nicht bistdort ist das Glück"mit Beethovens Schöpferpochen darinSame zu neuer Zeugungund Aufbegehren gegen die Throne
Den Freiheitsklang übender golden schimmertzwischen Schwarz und Weißeinmal gemeinsame Freiheit-wozuwenn du vergessen spielstund ich schütte mein Liedverdichteten Freudfeueratemin deinen Klangraummaßlos über die Maßen
(1980)
WAS BLEIBTZu Martin wird der Balkon geräumtvon Blumen und ihresgleichen.Einen Sommer lang bot er mirdas Ungewohnteste: Heimat.Ein zweiter bleibt ungewiss.Es bleibt die Drachenfelsmajestätbelaubt oder unbelaubt.Verwandter bleibt mir der Stromsich gleich ohne Bleibe.Kann sein er rätzu anderen Ufernbeständigzur Freiheit des Aufbruchs.Die Stelle des Übergangsins neue Jahrtausendbleibt auchnoch zu finden.(1981)
WAS BLEIBTZu Martin wird der Balkon geräumtvon Blumen und ihresgleichen.Einen Sommer lang bot er mirdas Ungewohnteste: Heimat.Ein zweiter bleibt ungewiss.Es bleibt die Drachenfelsmajestätbelaubt oder unbelaubt.Verwandter bleibt mir der Stromsich gleich ohne Bleibe.Kann sein er rätzu anderen Ufernbeständigzur Freiheit des Aufbruchs.Die Stelle des Übergangsins neue Jahrtausendbleibt auchnoch zu finden.(1981)
WAS BLEIBT
Zu Martin wird der Balkon geräumtvon Blumen und ihresgleichen.Einen Sommer lang bot er mirdas Ungewohnteste: Heimat.Ein zweiter bleibt ungewiss.Es bleibt die Drachenfelsmajestätbelaubt oder unbelaubt.Verwandter bleibt mir der Stromsich gleich ohne Bleibe.Kann sein er rätzu anderen Ufernbeständigzur Freiheit des Aufbruchs.Die Stelle des Übergangsins neue Jahrtausendbleibt auchnoch zu finden.
(1981)
WENN ICH NICHT WEITER WEISSAls er über die Straße liefkostete es ihndas Leben.So ist das Leben.Weil du in den Zug einstiegsttrafst dumich.So ist die Liebe.Wenn ich nicht weiter weißschreibe ichweiter.So sind Gedichte.(1986)
WENN ICH NICHT WEITER WEISSAls er über die Straße liefkostete es ihndas Leben.So ist das Leben.Weil du in den Zug einstiegsttrafst dumich.So ist die Liebe.Wenn ich nicht weiter weißschreibe ichweiter.So sind Gedichte.(1986)
WENN ICH NICHT WEITER WEISS
Als er über die Straße liefkostete es ihndas Leben.So ist das Leben.
Weil du in den Zug einstiegsttrafst dumich.So ist die Liebe.
Wenn ich nicht weiter weißschreibe ichweiter.So sind Gedichte.
(1986)
ERLEUCHTUNGVon Tag zu Tag hoffen.Aber die Sprachebleibt aus.Alles schon bejammertalles verjubelt.Ich fing das Saufen anvon Atemluft.Prana strömt unbegrenztunendlicher Kraftflusswozu auch immer.Erretten könnte alleinaus dem hoffenden Elendaus der stockenden SpracheErleuchtung.(1987)
ERLEUCHTUNGVon Tag zu Tag hoffen.Aber die Sprachebleibt aus.Alles schon bejammertalles verjubelt.Ich fing das Saufen anvon Atemluft.Prana strömt unbegrenztunendlicher Kraftflusswozu auch immer.Erretten könnte alleinaus dem hoffenden Elendaus der stockenden SpracheErleuchtung.(1987)
ERLEUCHTUNG
Von Tag zu Tag hoffen.Aber die Sprachebleibt aus.Alles schon bejammertalles verjubelt.Ich fing das Saufen anvon Atemluft.Prana strömt unbegrenztunendlicher Kraftflusswozu auch immer.Erretten könnte alleinaus dem hoffenden Elendaus der stockenden SpracheErleuchtung.
(1987)
NEUE ÜBUNGENAtmen üben tiefohne SeufzenSingen üben freiohne besondere WidmungSammlung übenohne bestimmteres TräumenHoffen üben frischohne das alte GedächtnisReisen üben soals wüsste ich nun das ZielSprechen üben und Schreibenals ob ich die Sprache noch könnteÜben nur manchmal zu denkenan dichFremdsein übenals wäre das eigentlich alles.(1987)
NEUE ÜBUNGENAtmen üben tiefohne SeufzenSingen üben freiohne besondere WidmungSammlung übenohne bestimmteres TräumenHoffen üben frischohne das alte GedächtnisReisen üben soals wüsste ich nun das ZielSprechen üben und Schreibenals ob ich die Sprache noch könnteÜben nur manchmal zu denkenan dichFremdsein übenals wäre das eigentlich alles.(1987)
NEUE ÜBUNGEN
Atmen üben tiefohne Seufzen
Singen üben freiohne besondere Widmung
Sammlung übenohne bestimmteres Träumen
Hoffen üben frischohne das alte Gedächtnis
Reisen üben soals wüsste ich nun das Ziel
Sprechen üben und Schreibenals ob ich die Sprache noch könnte
Üben nur manchmal zu denkenan dich
Fremdsein übenals wäre das eigentlich alles.
(1987)
GEZOGENER ZAHNEin Weisheitszahn wurde gezogen.Es war nicht der letzte.Noch bin ich unterwegsRichtung Weisheit.Gezogen wurde der Zahneines großen Vertrauens.Womöglich wahlentscheidend.(2006)
GEZOGENER ZAHNEin Weisheitszahn wurde gezogen.Es war nicht der letzte.Noch bin ich unterwegsRichtung Weisheit.Gezogen wurde der Zahneines großen Vertrauens.Womöglich wahlentscheidend.(2006)
GEZOGENER ZAHN
Ein Weisheitszahn wurde gezogen.Es war nicht der letzte.Noch bin ich unterwegsRichtung Weisheit.Gezogen wurde der Zahneines großen Vertrauens.Womöglich wahlentscheidend.
(2006)
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